Fachbuch, 2014
406 Seiten
Vorwort
Sieben berühmte Indianerinnen / Seite 7
Malinche
Die Gefährtin des spanischen Eroberers / Seite 9
Pocahontas
Die Indianer-Prinzessin aus Virginia / Seite 51
Cockacoeske
Die „Königin der Pamunkey“ / Seite 87
Katerí Tekakwitha
Die erste selige Indianerin in Nordamerika / Seite 103
Sacajawea
Die indianische Volksheldin / Seite 137
Mohongo
Die Indianerin, die in Europa tanzte / Seite 335
Lozen
Die tapfere Kriegerin der Apachen / Seite 369
Der Autor / Seite 399
Bücher von Ernst Probst / Seite 401
Dieses Buch widmet sich der biografischen Darstellung von sieben außergewöhnlichen Ureinwohnerinnen Amerikas, deren Lebenswege tiefgreifende Auswirkungen auf die Geschichte ihrer jeweiligen Völker und die Begegnung mit europäischen Eroberern hatten. Die Arbeit untersucht, wie diese Frauen – von der Aztekin Malinche bis zur Apachin Lozen – durch Diplomatie, Mut, Sprachkenntnisse oder Widerstand zu Schlüsselfiguren in kolonialen und postkolonialen Kontexten wurden.
Malinche
Zur berühmtesten Ureinwohnerin Lateinamerikas im 16. Jahrhundert entwickelte sich die Indianerin Malinche (1505–um 1529), indianisch Malintzin Tenepal oder Malinalli genannt und von den Spaniern auf den Namen Doña Marina getauft. Die kluge Aztekin stieg von der Sklavin der Maya-Indianer zur Geliebten des spanischen Eroberers Hernán Cortés (1485–1547) auf. Ohne ihre Hilfe hätte Cortés Mexiko nicht so leicht in seine Gewalt bringen können. Denn sie lieferte ihm wichtige Informationen und gewann die Feinde der Azteken als Verbündete für die Spanier.
Hernán Cortés kam 1485 in Medellin im Königreich Kastilien und León zur Welt. Seine Eltern gehörten dem niederen spanischen Adel an und waren nicht mit Reichtümern gesegnet. Seine Mutter war entfernt mit dem spanischen Konquistador Francisco Pizarro (1478–1541) verwandt, der ab 1531 das Inkareich in Peru eroberte und 1535 Lima gründete.
Ab dem Alter von 14 Jahren studierte Cortés an der Universität Salamanca Rechtswissenschaft. Aber nach zwei Jahren brach er dieses Studium ab und kehrte nach Medellin zurück. Die zwei Jahre in Salamanca und seine späteren Erfahrungen als Notar machten ihn mit der kastilischen Rechtsordnung vertraut. Danach trat er in den Kriegsdienst und schiffte sich 1504 nach Westindien ein.
Malinche: Das Kapitel schildert den Aufstieg der Aztekin Malinche zur Dolmetscherin und Geliebten von Hernán Cortés sowie ihre entscheidende Rolle bei der Eroberung Mexikos.
Pocahontas: Dieser Abschnitt thematisiert das Leben der Häuptlingstochter Pocahontas, ihre Vermittlerrolle zwischen den Powhatan-Indianern und den Siedlern in Jamestown sowie ihre Reise nach England.
Cockacoeske: Hier wird der diplomatische Kampf der „Königin der Pamunkey“ zur Sicherung des Überlebens ihres Stammes während der britischen Kolonialisierung Virginias beschrieben.
Katerí Tekakwitha: Das Kapitel beleuchtet das Leben der ersten seligen nordamerikanischen Indianerin, die trotz Widerständen aus ihrem Umfeld einen christlichen Weg einschlug.
Sacajawea: Die Darstellung widmet sich der Shoshonin Sacajawea als unverzichtbare Begleiterin der Lewis-und-Clark-Expedition und ihrer Rolle als Symbol der indianischen Volksheldin.
Mohongo: Dieser Teil beschreibt das Schicksal der Osage-Indianerin Mohongo, die als Tänzerin nach Europa reiste und dort zwischen exotischer Bewunderung und existenzieller Not lebte.
Lozen: Das abschließende Kapitel würdigt die Apachin Lozen als tapfere Kriegerin, Seherin und Medizinfrau im Kampf ihres Volkes gegen die mexikanischen und amerikanischen Truppen.
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Es handelt sich um eine historische Dokumentation über das Leben und Wirken von sieben bedeutenden Indianerinnen, die in Nord- und Mittelamerika durch ihre Taten Berühmtheit erlangten.
Die Themen umfassen kulturelle Begegnungen, koloniale Machtstrukturen, das Leben und Überleben indigener Gemeinschaften sowie die Rolle von Frauen in historischen Umbruchzeiten.
Das Ziel ist es, die historischen Leistungen dieser Frauen zu würdigen und ihre oftmals komplexen Biografien unter Berücksichtigung zeitgenössischer Dokumente und späterer Mythenbildung nachzuzeichnen.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgreifende Auswertung historischer Quellen, Zeitzeugenberichte, Biografien und dokumentarische Aufzeichnungen.
Der Hauptteil ist in sieben Abschnitte unterteilt, die jeweils chronologisch das Leben einer der sieben Protagonistinnen – von Malinche bis Lozen – detailliert darstellen.
Zu den zentralen Begriffen zählen Indigene Identität, Kolonialgeschichte, Dolmetscherrollen, indianische Kriegsführung, Missionierung und kultureller Austausch.
Sacajawea diente als Dolmetscherin, Scout und kulturelle Vermittlerin, deren Anwesenheit als „lebendige weiße Flagge“ dazu beitrug, friedliche Kontakte mit anderen Stämmen zu erleichtern.
Obwohl ihre Existenz wissenschaftlich diskutiert wird und manche Historiker auf das Fehlen offizieller Berichte hinweisen, gilt sie in der apachischen Überlieferung als bedeutende Kriegerin und Prophetin.
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