Bachelorarbeit, 2010
58 Seiten, Note: 80/110
1. Von Neurowissenschaft zur Neuroökonomie
1.1. Somatic Marker Hypothese
1.2. Methodik und Anwendungsfelder
2. Emotionen: eine kurze Einführung
2.1. Der Begriff „Emotion“ in der Psychologie und der Ökonomie
2.2. Die biologische Funktion von Emotionen
2.3. Bedeutung und Entwicklung von Emotionen
2.4. Wie Emotionen unsere Entscheidungsfindung beeinflussen
2.4.1. Rationale Entscheidungen
2.4.2. Intertemporale Entscheidungen
2.4.3. Regret und Disappointment -Theorie
2.5. Emotionen und ökonomisches Verhalten
3. Neuroökonomie und Emotionen
3.1. Der Mechanismus von Emotionen
3.2. Welche Gehirnregionen sind für Emotionen zuständig?
3.3. Erklärung ökonomischer Handlungslogik des Individuums durch neuronale Prozesse
4. Vorteile, Kritiken und Probleme dieser neuen Wissenschaft
5. Zusammenfassung und Ausblick
Diese Laureatsarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen den Neurowissenschaften und den Wirtschaftswissenschaften, mit einem besonderen Fokus auf den Einfluss von Emotionen auf menschliches Verhalten und ökonomische Entscheidungsfindungsprozesse.
1.1. Somatic Marker Hypothese
Damàsio’s Hypothese der Somatischen Marker (SMH) stellt eine einfache neurobiologische Erklärungsmöglichkeit für Patienten mit Verletzungen im ventromedial präfrontalen Cortex gefundene Defizite im Entscheidungsverhalten dar. Die Hauptidee besteht darin, dass der Entscheidungsprozess von Menschen durch sog. Markersignale, d.h. unbewusste emotionale Signale, die Emotionen und Gefühle auslösen, beeinflusst wird. Zunächst soll aber dargestellt werden, wie es zu somatischen (soma ist das griechische Wort für Körper) Zuständen kommt (Weber 2009): Sie können einerseits von primären Auslösern, den sog. Primary Inducers (PI), und anderseits von sekundären Auslösern, sog. Secondary Inducers (SI), hervorgerufen werden. PI sind angeborene und gelernte Stimuli, die angenehme Zustände auslösen. Sind sie einmal präsent lösen sie automatische, unfreiwillige und zwingende körperliche Reaktionen aus. Nachdem ein somatischer Zustand durch einen PI ausgelöst und zumindest einmal erlebt wurde, wird ein Muster für diesen somatischen Zustand angelegt; der folgende Auslöseimpuls, welcher Gedanken oder Erinnerungen an den PI auslöst, tritt somit als SI auf.
1. Von Neurowissenschaft zur Neuroökonomie: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Neuroökonomie als interdisziplinäre Verbindung von Neurowissenschaften und Ökonomie und führt in grundlegende Konzepte wie die Somatic Marker Hypothese ein.
2. Emotionen: eine kurze Einführung: Hier werden die biologischen, psychologischen und ökonomischen Aspekte von Emotionen sowie deren maßgeblicher Einfluss auf die Entscheidungsfindung durch Theorien wie Regret und Disappointment analysiert.
3. Neuroökonomie und Emotionen: Dieses Kapitel untersucht die neuronalen Mechanismen und spezifischen Gehirnregionen, die bei der Verarbeitung von Emotionen und der daraus resultierenden ökonomischen Handlungslogik eine zentrale Rolle spielen.
4. Vorteile, Kritiken und Probleme dieser neuen Wissenschaft: Eine kritische Auseinandersetzung mit dem Nutzen, den methodischen Herausforderungen und den ethischen Grenzen der neuroökonomischen Forschung.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Abschließende Betrachtung des Forschungsstandes sowie eine Einschätzung, wie zukünftige interdisziplinäre Ansätze das Verständnis ökonomischer Handlungsweisen erweitern könnten.
Neuroökonomie, Neurowissenschaften, Emotionen, Entscheidungsfindung, Somatic Marker Hypothese, Homo Oeconomicus, Gehirn, Rationalität, Verhalten, Regret-Theorie, Disappointment-Theorie, fMRT, neuronale Prozesse, viszerale Faktoren, intertemporale Entscheidungen.
Die Arbeit befasst sich mit der jungen Wissenschaft der Neuroökonomie und untersucht, wie die Erkenntnisse der Neurowissenschaften genutzt werden können, um menschliches Handeln in wirtschaftlichen Situationen besser zu verstehen.
Die Arbeit deckt die biologische Basis von Emotionen, deren Einfluss auf rationale und unbewusste Entscheidungen sowie die kritische Reflexion des klassischen ökonomischen Homo-Oeconomicus-Modells ab.
Das Ziel der Arbeit ist es zu ermitteln, wie Emotionen und neuronale Prozesse das Verhalten und die Entscheidungsfindung beeinflussen, um eine fundiertere Erklärung für die ökonomische Handlungslogik zu finden.
Die Arbeit stützt sich auf neurowissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere bildgebende Verfahren wie die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT), sowie auf die Analyse von Fallbeispielen und verhaltensökonomischen Theorien.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Emotionen, die neurobiologischen Grundlagen der Entscheidungsfindung (Somatic Marker Hypothese) und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf ökonomische Entscheidungsmodelle.
Zu den zentralen Begriffen gehören unter anderem die Somatic Marker Hypothese, rationale vs. emotionale Entscheidungsprozesse, neuronale Aktivierungsmuster und die neuroökonomische Forschungsmethodik.
Klassische Modelle setzen meist auf rein rationale Kosten-Nutzen-Abwägungen, während die Somatic Marker Hypothese erklärt, dass unbewusste emotionale körperliche Signale eine notwendige Voraussetzung für schnelle und effektive Entscheidungen sind.
Viszerale Faktoren, wie etwa Hunger oder Angst, werden als fundamentale, oft unterschätzte Treiber menschlichen Verhaltens dargestellt, die entgegen der klassischen Annahme der Stabilität ökonomischer Präferenzen sehr dynamisch wirken können.
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