Masterarbeit, 2014
113 Seiten, Note: 5,5
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Ausgangslage
1.2 Ziele und Hypothesen
1.3 Relevanz
1.4 Methodisches Vorgehen
2 Theoretische und konzeptionelle Einbettung
2.1 Sozialräumliche Ansätze
2.1.1 Sozialer Raum – Von Carl Ritter bis Henri Lefebvre
2.1.2 Die Raumproduktion und das Place-Konzept
2.2 Image und Stadtentwicklung
2.3 Die Rolle der Medien und anderer Informationsquellen
2.4 Konzeptionelle Einbettung
2.4.1 Lefebvre’s Raumproduktion und die Stadtteilvision in der Hafen-Stadt
2.4.2 Grundlagen des öffentlichen Diskurses über die Stadtteilvision
3 Das Studiengebiet und die Entwicklungsvision Dreiland
3.1 Stadt und Agglomeration Basel
3.2 Historischer Hintergrund von Klybeck und Kleinhüningen
3.3 Zwei Quartiere, ein Studiengebiet
3.3.1 Bevölkerung
3.3.2 Industrie und Hafen
3.3.3 Soziales Gefälle und schlechter Ruf
3.3.4 Entwicklungsdynamik und Trendcharakter
3.3.5 Zwischenfazit
3.4 Entwicklungsvision Dreiland und Stadtteilvision
3.5 Die Stadtteilvision aus Sicht der Medien
4 Daten und Methoden
4.1 Methodenwahl
4.2 Fragebogen
4.3 Datenerhebung
4.4 Erhebungsorte
4.5 Reflexion der Methode
4.6 Representativität
4.7 Datenaufbereitung und –bearbeitung (SPSS)
5 Zum Sample – Das statistische Porträt der Befragten
6 Imageanalyse
6.1 Positive Spontanassoziationen
6.2 Negative Spontanassoziationen
6.3 Charakterisierung von Klybeck und Kleinhüningen mittels Begriffspaaren
6.4 Faktorbewertung von Klybeck und Kleinhüningen
6.5 Zusammenfassung Imageanalyse
7 Visionsbezogene Analyse
7.1 Kenntnisstand und Informationsquellen
7.2 Persönliche Einstellungen der Befragten
7.3 Beurteilung der Stadtteilvision
7.4 Einfluss durch die Massenmedien
7.5 Wünsche und Bedürfnisse an einen zukünftigen gemischten Stadtteil
8 Synthese und Diskussion
8.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2 Diskussion der Resultate und Hypothesen
8.2.1 Unterschied zwischen dem Innen- und Aussenimage
8.2.2 Zusammenhang zwischen Quartierimages und visionsbezogenen Haltungen
8.2.3 Positives Image und negative Haltung vs. negatives Image und positive Haltung
8.2.4 Einfluss durch die gewählten Informationsquellen
8.2.5 Bedarfserhebung und sozialräumliche Verknüpfung
9 Schlussfolgerungen
10 Ausblick
Das Hauptziel der Masterarbeit besteht darin, den Zusammenhang zwischen den bestehenden Images der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen und der persönlichen Einstellung zur geplanten Stadtteilvision im Hafenareal zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit unterschiedliche Wahrnehmungen – geprägt durch den Wohnort und die Informationsquellen – die Akzeptanz von städtebaulichen Veränderungsprozessen beeinflussen.
Lefebvre’s Raumtrias und die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen.
Nach Lefebvre’s Sozialraumtheorie werden Räume laufend produziert und reproduziert, was bezogen auf die individuellen und kollektiven Akteure im Raum auf mehrere sich überlagernde und teilweise verflochtene Schichten schliessen lässt. Das Vorhandensein von mehreren Räumen unterschiedlicher Art und Ausdehnung erschwert allerdings die für die Wissenschaft und Raumplanung notwendige klare räumliche Abgrenzung.
Für statistische Erhebungen sind klare Quartiergrenzen notwendig, weswegen Klybeck und Kleinhüningen über amtliche Grenzen verfügen. Aber auch für räumliche Entwicklungen sind klare Perimeter erforderlich, was auch bei der Weiterentwicklung der Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai unvermeidbar ist. Diese in der Dimension des „espace conçu“ anzuordnenden Grenzziehungen interferieren daher mit den dort bestehenden sozial konstruierten Raumgrenzen, die nach der Fuzzy-Logik vielmehr als unscharfe Grenzbereiche zu verstehen sind.
Im Falle der Stadtteilvision, betrifft dies eine bis anhin unbewohnte da industriell genutzte Fläche. Trotz der fehlenden Bewohnerschaft waren und sind der Klybeck- und der Westquai ständig Teil von wahrnehmbaren und symbolischen Raumprodukten, die sie aufgrund ihrer Lage, aber auch wegen der historischen funktionalen Verflechtung mit dem Hafen, zu den bestehenden Wohnstrukturen von Klybeck und Kleinhüningen dazugehören lassen.
Das historische Fischerdorf Kleinhüningen wurde alsbald zum Wohnort der Schifferleute. Sie wohnten im Dorf, arbeiteten beim Westquai und schafften auf diese Weise Verknüpfungen über die räumliche Praxis und über den gelebten Raum. Die hierfür produzierten Räume sind hauptsächlich dem „espace perçu“ und dem „espace vécu“ zuzuordnen. Auf dieselbe Weise ist davon auszugehen, dass seit der Öffnung des Klybeckquais am Anfang des Jahres 2012, der Zugang zu einem bis anhin der Öffentlichkeit verschlossenen Areal die Produktion von unzähligen neuen Räumen in diesen beiden Dimensionen ermöglicht hat. Solche Produktionsprozesse waren und sind heute noch beispielsweise die Nutzung durch Spaziergänger und Jogger und damit die Aneignung durch Freizeitnutzungen (espace perçu) aber auch die Prägung des Ortes mit neuen Bedeutungen und Codes (espace vécu).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Dynamik der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen ein und definiert die zentralen Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise der Studie.
2 Theoretische und konzeptionelle Einbettung: Hier werden sozialräumliche Theorien, insbesondere nach Henri Lefebvre, dargelegt, um eine theoretische Grundlage für die Analyse von Raumimages zu schaffen.
3 Das Studiengebiet und die Entwicklungsvision Dreiland: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entwicklung von Klybeck und Kleinhüningen und erläutert die städtebauliche Vision für das Hafengebiet.
4 Daten und Methoden: Die methodische Basis der Untersuchung, bestehend aus einem quantitativen Fragebogen und der Auswertung mittels SPSS, wird hier detailliert beschrieben und reflektiert.
5 Zum Sample – Das statistische Porträt der Befragten: Hier werden die soziodemografischen Merkmale der 183 befragten Personen vorgestellt, um eine Grundlage für die Interpretation der Ergebnisse zu liefern.
6 Imageanalyse: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse zur positiven und negativen Wahrnehmung der Quartiere durch die Bevölkerung.
7 Visionsbezogene Analyse: Die Einstellungen der Bevölkerung zur geplanten Stadtteilvision sowie der Einfluss von Informationsquellen stehen im Fokus dieser Auswertung.
8 Synthese und Diskussion: Die Ergebnisse werden zusammengeführt und vor dem Hintergrund der aufgestellten Hypothesen kritisch diskutiert.
9 Schlussfolgerungen: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und zieht Bilanz aus der Analyse.
10 Ausblick: Der Ausblick gibt Empfehlungen für weiterführende Schritte im Kontext der Entwicklungsvision Dreiland.
Klybeck, Kleinhüningen, Stadtteilvision, Hafen-Stadt Basel, Henri Lefebvre, Sozialraum, Raumproduktion, Imageanalyse, Stadtentwicklung, Gentrifizierung, Quartieridentität, Medienwirkung, Partizipation, Ortsbezug, Dreiland.
Die Arbeit untersucht die Wahrnehmung der Basler Hafenquartiere Klybeck und Kleinhüningen sowie die Einstellungen der Bevölkerung zur geplanten städtebaulichen Vision für das dortige Hafenareal.
Die Untersuchung verknüpft sozialräumliche Theorien (insbesondere das Konzept der Raumproduktion nach Henri Lefebvre) mit empirischen Imageanalysen und der Erforschung medialer Einflüsse auf die öffentliche Meinung.
Das Hauptziel ist es, einen möglichen Zusammenhang zwischen den subjektiven Images der bestehenden Quartiere und der persönlichen Haltung zur neuen Stadtteilvision zu identifizieren.
Die Autorin führt eine quantitative Erhebung durch, bei der 183 Personen mittels standardisierter Fragebögen persönlich befragt wurden. Die Daten werden anschließend mit dem Statistikprogramm SPSS ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse der historischen und aktuellen Entwicklung des Studiengebiets, eine quantitative Image- und Visionsanalyse sowie eine abschließende Synthese und Diskussion der Resultate.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Sozialraum, Stadtteilvision, Imageanalyse, Raumproduktion, Klybeck und Kleinhüningen sowie Quartieridentität.
Die Studie zeigt, dass Bewohner (Innenimage) die Quartiere differenzierter und positiver bewerten als Nicht-Bewohner (Aussenimage), was für die Akzeptanz von Planungsprozessen eine wichtige Rolle spielt.
Die Arbeit stellt fest, dass Medien – insbesondere durch die Verbreitung von Begriffen wie „Rheinhattan“ – zwar einen Einfluss auf die Stimmungsbildung haben, der Wohnort und der damit verbundene Ortsbezug jedoch als stärkere Einflussfaktoren wirken.
Die Befragten äußerten vor allem Wünsche nach öffentlichen Einrichtungen, sozialen Treffpunkten, Grünanlagen und bezahlbarem Wohnraum, um die soziale Verflechtung der Quartiere zu fördern.
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