Bachelorarbeit, 2013
47 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Whistleblowing: Definition
Teil 1: Oligopoltheorie und Whistleblowing
1.1 Das Oligopol – Grundlagen der Wettbewerbstheorie
1.2 Kartelle und Kollusion
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen gegen Marktmissbrauch und Förderung von Whistleblowing innerhalb des Kartells
Teil 2: Der Fall Edward Snowden
2.1 Hintergrund
2.2 Die Konfrontation von Snowden und der NSA als strategisches Spiel
2.3 Zur Rechtslage für Whistleblower wie Edward Snowden
Zusammenfassung und Ausblick
Anhang
Zu 1.1: Quantitatives Marktformenmodell nach Walter Eucken
Zu 1.2: Das Gefangenendilemma
Zu 1.3.1: Rechtslage in den USA
Zu 1.3.2: Rechtslage in der EU
Die Arbeit analysiert das Phänomen Whistleblowing aus einer spieltheoretischen Perspektive, indem sie zwei kontrastierende Anwendungsfelder untersucht: einerseits als ökonomische Strategie zur Aufdeckung von Kartellabsprachen im Oligopol und andererseits als moralisch motivierter Akt der Zivilcourage im Fall von Edward Snowden.
2.2.1 Grundlagen des Spiels
Die Idee in diesem Abschnitt ist es, in einer Spielmatrix zu verdeutlichen, wie die Interessen und Handlungsmöglichkeiten des Whistleblowers Edward Snowden und der USA aussehen. Die Ausgangssituation für das Spiel stellt sich wie folgt dar: Snowden erkennt, dass die Infrastruktur der US-Geheimdienste nahezu totale Überwachung ermöglicht. Er beschließt, nicht in einer Gesellschaft leben zu wollen, die so etwas tut. Er möchte nicht in einer Welt leben, in der alles, was er tut und sagt, aufgezeichnet wird. Er ist auch nicht bereit, derartiges zu unterstützen oder damit zu leben und beschließt die Öffentlichkeit über das Ausmaß der Datenerfassung zu unterrichten. Snowden hätte jedoch auch Stillschweigen bewahren können, in seiner Angelegenheit eine gewiss ruhmlose, zweifelsohne aber sehr viel bequemere Option.
Jeder Akteur im Spielgefüge kann zwischen zwei gegensätzliche Handlungsmöglichkeiten oder Strategien wählen: Er kann entweder „kooperieren“ oder „nicht kooperieren“. Beim Spielen der Kooperationsstrategie würde sich Edward Snowden gegen Whistleblowing entscheiden. Als einem der Konvention folgenden amerikanischen Staatsbürger obsiegt so sein Wille, das eigene Land international nicht zu schwächen. Er weiß, dass im System globaler Geheimdienstaktivitäten – insbesondere in Bezug auf China und Russland – die USA nur dann bestehen können, wenn sie zumindest mithalten. Darüber hinaus dienen die Überwachungsprogramme auch der nationalen Sicherheit, nach Angaben der NSA sollen 50 Terroranschläge verhindert worden sein. Umgekehrt hat Snowden auch die Möglichkeit, seinem Gewissen zu folgen und publik zu machen, welche Dimensionen die Überwachung argloser Internetnutzer durch den „Dataholic“ Amerika angenommen hat.
Einleitung: Einführung in die Thematik durch den Fall Edward Snowden und die methodische Herleitung der spieltheoretischen Analyse von Whistleblowing.
Whistleblowing: Definition: Erläuterung der Begrifflichkeit und Charakterisierung wesentlicher Kriterien, die eine Whistleblowing-Handlung definieren.
Teil 1: Oligopoltheorie und Whistleblowing: Analyse von Marktstrukturen im Oligopol und die spieltheoretische Instabilität von Kartellabsprachen.
1.1 Das Oligopol – Grundlagen der Wettbewerbstheorie: Darstellung der verschiedenen Wettbewerbsmodelle und der strategischen Interaktion im Oligopol.
1.2 Kartelle und Kollusion: Untersuchung der ökonomischen Anreize zur Kooperation in Kartellen und der damit verbundenen Instabilität.
1.3 Rechtliche Rahmenbedingungen gegen Marktmissbrauch und Förderung von Whistleblowing innerhalb des Kartells: Überblick über kartellrechtliche Instrumente und die Rolle von Bonusregelungen zur Destabilisierung illegaler Absprachen.
Teil 2: Der Fall Edward Snowden: Anwendung der spieltheoretischen Konzepte auf die spezifische Konfrontation zwischen Snowden und der NSA.
2.1 Hintergrund: Rekonstruktion der Ereignisse und der Beweggründe hinter den Enthüllungen zu den Überwachungsprogrammen der NSA.
2.2 Die Konfrontation von Snowden und der NSA als strategisches Spiel: Modellierung der Handlungsmöglichkeiten und Nutzenkalküle der beteiligten Akteure in einer Spielmatrix.
2.3 Zur Rechtslage für Whistleblower wie Edward Snowden: Kritische Auseinandersetzung mit der Gesetzeslage für Geheimdienstmitarbeiter und dem Mangel an wirksamen Schutzmechanismen.
Zusammenfassung und Ausblick: Synthese der Ergebnisse und Diskussion der Notwendigkeit für transparente interne Hinweisgebersysteme.
Anhang: Dokumentation weiterführender Modelle, wie das Gefangenendilemma und rechtlicher Quellen.
Whistleblowing, Spieltheorie, Oligopol, Kartell, Kollusion, Nash-Gleichgewicht, Edward Snowden, NSA, Überwachung, Datenschutz, Wettbewerbspolitik, Kronzeugenregelung, Geheimnisverrat, Zivilcourage, Marktmissbrauch.
Die Arbeit untersucht die strategische Dimension von Whistleblowing durch eine spieltheoretische Analyse, angewandt auf unternehmerische Kartelle sowie auf den politischen Fall Edward Snowden.
Die zentralen Felder sind die Spieltheorie in Oligopolmärkten, kartellrechtliche Rahmenbedingungen und die ethische sowie strategische Auseinandersetzung mit staatlicher Überwachung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Whistleblowing sowohl in einem ökonomischen Kontext (Kartell) als auch in einer politischen Situation (Snowden) als rationale, strategische Entscheidung in einer Dilemmastruktur interpretiert werden kann.
Die Autorin nutzt spieltheoretische Ansätze, insbesondere die Modellierung als simultanes oder sequentielles Spiel, um das Verhalten und die Anreizstrukturen der Akteure zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in eine ökonomische Analyse von Kartellen und eine strategische Analyse des Konflikts zwischen Edward Snowden und der NSA, ergänzt durch einen Vergleich der jeweiligen Rechtslagen.
Die wichtigsten Begriffe sind Whistleblowing, Spieltheorie, Nash-Gleichgewicht, Kartell, NSA und Überwachung.
Im ersten Teil wird Whistleblowing als rationale Strategie zur Gewinnmaximierung oder Schadensbegrenzung bei Kartellabsprachen gesehen, während es im zweiten Teil als Akt der Zivilcourage zum Schutz von Freiheitsrechten dargestellt wird.
Der Fall dient als Beleg dafür, dass formale, staatlich vorgegebene Wege für Whistleblower im Geheimdienstbereich in der Praxis oft wirkungslos sind und den Hinweisgeber existenziell gefährden können.
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