Diplomarbeit, 2009
27 Seiten
Nichtverpflichtung als Lebenskonzept
1 Einführung
2 Problem und Thesen
2.1 Problembeschreibung
2.2 Motivation und Anlass für Erstkontakt
2.3 Thesen
3 Theoretische Ansätze
3.1 Methodische Leitidee
3.2 Lebensphilosophischer Ansatz: Grenzsituationen nach Jaspers
3.3 Fragenkatalog für Übergänge nach Brocher
3.4 Provokative Therapie nach Farrelly
3.5 Lebensfallen nach Young und Klosko
4 Arbeitsvereinbarung
5 Einzelne Beratungssitzungen
5.1 Kontaktanbahnung
5.2 Erste Beratung
5.3 Zweite Beratung
5.4 Dritte Beratung
5.5 Vierte Beratung
5.6 Fünfte Beratung
5.7 Sechste Beratung
5.8 Siebente Beratung
5.9 Achte Beratung
6 Gespräche und Ergebnisse: eine Gesamtsicht
6.1 Anwendung der theoretischen Konzepte
6.2 Supervision
6.3 Ablauf
6.4 Mögliche Antworten zu den Thesen
6.5 Setting-Aspekte
6.6 Persönliche Lernprozesse
Ziel der Arbeit ist die Reflexion und wissenschaftliche Aufarbeitung eines Beratungsfalles, bei dem eine 51-jährige Klientin ein Lebenskonzept der „Nichtverpflichtung“ verfolgt, welches sie jedoch in eine materielle und existenziell bedrohte Lebenslage im Alter führt.
3.2.2 Begriffsbestimmung „Grenzsituation“
Situation ist eine „Wirklichkeit für ein an ihr als Dasein interessiertes Subjekt“ (Jaspers 1973, S. 202). Situation heißt sinnbezogene Wirklichkeit und gehört zum immanent bleibenden Bewusstsein (ebd., S. 202 f). Im Spezifischen sind Grenzsituationen jene Situationen, in welchen nicht ohne Kampf und ohne Leid gelebt werden kann, in welchen unvermeidlich Schuld aufgeladen wird (ebd., S. 203).
Auf Grenzsituationen reagieren „wir daher sinnvoll nicht durch Plan und Berechnung, um sie zu überwinden, sondern (..) durch das Werden der in uns möglichen Existenz; wir werden wir selbst, indem wir in die Grenzsituation offenen Auges eintreten. (..) In der Hilflosigkeit des Daseins ist es der Aufschwung des Seins in mir.“ (ebd., S. 204). Aus Grenzsituationen besteht kein Herauskommen. Wohl aber schafft philosophierendes Denken einen Raum, in dem die Existenz erhellt wird. Grenzsituationen bieten „eine Perspektive in das Dasein, in der dieses als Ganzes befragt und als möglich oder nicht möglich oder anders möglich gedacht wird.“ (ebd. S. 209). Die Fragwürdigkeit des Seins der Welt und meines Seins in ihr wird möglicherweise offenbar.
1 Einführung: Vorstellung der Klientin Alicia S., ihres unkonventionellen Lebensstils und der daraus resultierenden Problematik im Hinblick auf die Altersvorsorge.
2 Problem und Thesen: Detaillierte Problembeschreibung und Aufstellung von Thesen zur Aufrechterhaltung des Lebensstils sowie der zunehmenden Schwierigkeit, diesen beizubehalten.
3 Theoretische Ansätze: Darstellung der methodischen Leitideen, einschließlich Jaspers' Grenzsituationen, Brochers Fragenkatalog, Farrellys Provokativer Therapie und Youngs Lebensfallen.
4 Arbeitsvereinbarung: Vereinbarung über den Rahmen der philosophisch orientierten Beratungsgespräche sowie die Zielsetzung der Reflexion.
5 Einzelne Beratungssitzungen: Dokumentation der acht durchgeführten Sitzungen inklusive inhaltlicher Schwerpunkte, methodischer Vorgehensweise und Reflexion.
6 Gespräche und Ergebnisse: eine Gesamtsicht: Zusammenfassende Analyse der theoretischen Anwendung, der Erkenntnisse aus den Beratungssitzungen und der persönlichen Lernprozesse des Beraters.
Nichtverpflichtung, Lebenskonzept, Psychosoziale Beratung, Lebensfalle, Berufliches Versagen, Existenzphilosophie, Karl Jaspers, Provokative Therapie, Lebenskrisen, Altersvorsorge, Bewältigungsstrategien, Identität, Beratungssituation, Schematherapie.
Die Diplomarbeit dokumentiert einen Beratungsfall, in dem eine Klientin trotz materieller Unsicherheit an einem Lebenskonzept ohne feste Verpflichtungen festhält.
Die Arbeit thematisiert Lebensentwürfe, die psychologischen Hintergründe von Lebensfallen sowie die Grenzen und Möglichkeiten verschiedener Beratungsansätze.
Ziel ist die Reflexion und Beratung zur Klärung der existenziellen Lebenssituation der Klientin unter Berücksichtigung ihrer Altersvorsorge und persönlichen Lebensgestaltung.
Der Autor nutzt unter anderem die existenzphilosophische Analyse nach Karl Jaspers, den Fragenkatalog von Tobias Brocher, Elemente der Provokativen Therapie und das Schema der Lebensfallen nach Young und Klosko.
Der Hauptteil dokumentiert chronologisch die acht Beratungssitzungen, den jeweils gewählten methodischen Ansatz und die unmittelbare Selbstreflexion des Autors zum Beratungsprozess.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Nichtverpflichtung, Lebensfalle, Berufliches Versagen, existenzielle Beratung und Altersvorsorge beschreiben.
Der Autor wählte diesen Ort anfangs als entspannten und anregenden Rahmen für die beabsichtigten philosophischen Gespräche, erkennt jedoch später dessen Ungeeignetheit für tiefgehende Beratungsarbeit.
Der Autor reflektiert kritisch, dass die Anwendung zu vieler verschiedener Methoden im Rahmen der Diplomarbeit das volle Potenzial der jeweiligen Ansätze teilweise einschränkte.
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