Diplomarbeit, 2002
106 Seiten, Note: 2,3
1 PROBLEMSTELLUNG
2 ASPEKTE DER LEISTUNGSBEURTEILUNG: SCHLÜSSELQUALIFIKATIONEN UND IMPLIZITE PERSÖNLICHKEITSTHEORIEN
2.1 Bedeutung von Schlüsselqualifikationen
2.1.1 Begriffsdefinition und zentrale Annahmen zur Schlüssel qualifikation
2.1.2 Beispiele für Schlüsselqualifikationen von Führungskräften
2.1.3 Kritische Beurteilung von Schlüsselqualifikationen
2.2 Bedeutung von impliziten Persönlichkeitstheorien
2.2.1 Begriffsdefinition und Theorie der impliziten Persönlichkeits theorie
2.2.2 Kritische Aspekte der Personenbeurteilung und der damit verbunde nen impliziten Persönlichkeitstheorie
2.2.2.1 Typologie der Beobachtungs- und Beurteilungs fehler
2.2.2.2 Typologie der Beurteilerpersönlichkeiten
3 LEISTUNGSBEURTEILUNG IN DER TRAINEE-BEWERBERAUSWAHL EINES GROßUNTERNEHMENS
3.1 Allgemein übliche Auswahlkriterien von Personalreferenten bei der Bewerberauswahl
3.1.1 Das Anforderungsprofil des „neuen Managers“
3.1.2 Schlüsselqualifikationen von Führungskräften als Auswahl kriterien
3.2 Auswahlkriterien der Firma XY bei der Trainee-Bewerberauswahl
3.2.1 Geforderte Schlüsselqualifikationen bei Trainees in Firma XY
3.2.2 Überprüfung der Anforderungskriterien bei Firma XY anhand der schriftlichen Bewerbungsunterlage
3.3 Ablauf des Verfahrens zur Trainee-Bewerberauswahl in einem Unternehmen und bei Firma XY
3.3.1 Allgemein üblicher Ablauf der Bewerberauswahl
3.3.1.1 Vorauswahl und Analyse der Bewerbungsunter lage
3.3.1.2 Ablauf und Inhalt des Vorstellungsgesprächs
3.3.2 Ablauf der Trainee-Bewerberauswahl in Firma XY
3.3.2.1 Vorauswahl und Analyse der Bewerbungsunterlagen bei Firma XY
3.3.2.2 Ablauf und Inhalt des Vorstellungsgesprächs bei Firma XY
4 ANALYSE DER LEISTUNGSBEURTEILUNG IN DER TRAINEE-BEWERBERAUSWAHL DES GROßUNTERNEHMENS FIRMA XY
4.1 Begründung der Vorgehensweise bei der Analyse zur Trainee-Bewerberauswahl in Firma XY
4.2 KLAFKIs pädagogische Hermeneutik und das Vorverständnis zur Analyse der Leistungsbeurteilung in dieser Arbeit
4.3 Interviews mit Personalreferenten bezüglich ihrer Trainee-Auswahlkriterien: Bedeutung von Schlüsselqualifikationen und impliziter Persönlichkeitstheorie
4.4 Zusammenfassung der Analyse der Trainee-Bewerberauswahl und Verbesserungsansätze für eine effektivere Beurteilung
4.4.1 Analyse der Trainee-Bewerberauswahl in Firma XY
4.4.2 Verbesserungsmöglichkeiten für die Trainee-Bewerberauswahl in Firma XY
5 SCHLUSSBETRACHTUNG
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Schlüsselqualifikationen und impliziten Persönlichkeitstheorien bei der Auswahl von Trainees in einem deutschen Großunternehmen (Firma XY). Das Ziel ist es, den Auswahlprozess auf seine Effektivität hin zu analysieren, die Auslegung von Schlüsselqualifikationen durch Personalreferenten zu hinterfragen und Mängel in der Beurteilungspraxis durch den Einfluss subjektiver Urteilsprozesse aufzuzeigen, um schließlich Ansätze für eine objektivere und transparentere Personalauswahl zu entwickeln.
2.2.1 Begriffsdefinition und zentrale Annahmen zur „Impliziten Persönlichkeitstheorie“
Die Bezeichnung „implizite (oder implizierte) Persönlichkeitstheorie“ wurde 1954 von BRUNER und TAGIURI eingeführt (vgl. BRUNER / TAGUIERI. In: LINDZEY 1954, S. 634-654) und später von CRONBACH systematisiert (vgl. CRONBACH 1984). Sie beschreibt das unbewusste Zurückgreifen auf vorher gefasste Meinungen über die Bedeutung und den Zusammenhang von Persönlichkeitsmerkmalen und –eigenschaften bei der Beurteilung anderer Menschen. Dabei besteht jedoch die Gefahr der Verfälschung bzw. mangelnder Berücksichtigung differenzierter Beurteilungsgesichtspunkte (vgl. FRÖHLICH 1987, S. 185).
Implizite Persönlichkeitstheorien sind ein Spezialfall subjektiver Theorien und werden auch als „Laientheorien“ bezeichnet. ASCH untersuchte sie 1946 erstmals experimentell auf der Ebene der sozialen Eindrucksbildung (vgl. DORSCH 1987, S. 390). Der Begriff kann folgendermaßen definiert werden:
„Implizite Persönlichkeitstheorien (IPT) sind die subjektiven Vorstellungs- und Bewertungsmuster, die Personen zur Beschreibung und Beurteilung anderer Personen in Form von Konfigurationen von Merkmalen, Verhaltensbeschreibungen und Verhaltensbegründungen verwenden“ (DORSCH 1987, S. 390).
„Implizite Persönlichkeitstheorie (IPT) bezeichnet den Sachverhalt, dass Wahrnehmung und Beurteilung anderer Personen von einer naiven (unreflektierten, unwissenschaftlichen) Theorie über bestimmte Eigenschaftszusammenhänge in der anderen Person beeinflusst werden (Beispiel: hohe Stirn und Brille sind Zeichen von Intelligenz). Diese Zusammenhangvermutungen sind kognitive Orientierungssysteme, die im Prozess der Eindrucksbildung eine ordnende, informationsreduzierende und damit entlastende Funktion haben“ (ULICH 1978, S. 581).
1. Problemstellung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung von Auswahlkriterien für den Führungsnachwuchs ein und benennt die zentralen Fragestellungen hinsichtlich Effektivität und Fehleranfälligkeit der Bewerberauswahl.
2. Aspekte der Leistungsbeurteilung: Schlüsselqualifikationen und implizite Persönlichkeitstheorien: Das Kapitel legt das theoretische Fundament, indem es den Begriff der Schlüsselqualifikation nach Mertens erläutert und die psychologischen Mechanismen impliziter Persönlichkeitstheorien sowie deren Einfluss auf Beurteilungsfehler darstellt.
3. Leistungsbeurteilung in der Trainee-Bewerberauswahl eines Großunternehmens: Hier wird der theoretische Idealtyp eines Bewerbungsprozesses mit dem spezifischen Ablauf bei der Firma XY verglichen, wobei Anforderungen an Trainees und die Analyse von Bewerbungsunterlagen im Detail betrachtet werden.
4. Analyse der Leistungsbeurteilung in der Trainee-Bewerberauswahl des Großunternehmens Firma XY: Der Hauptteil analysiert durchgeführte Experteninterviews mit Personalreferenten, um auf Basis pädagogisch-hermeneutischer Methoden Erkenntnisse über Auswahlpraxis und bewusste oder unbewusste Urteilsverzerrungen zu gewinnen.
5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, beantwortet die eingangs formulierten Forschungsfragen und reflektiert den Verbesserungsbedarf im Auswahlprozess der Firma XY.
Schlüsselqualifikationen, Implizite Persönlichkeitstheorien, Personalauswahl, Trainee-Auswahl, Leistungsbeurteilung, Führungskräftenachwuchs, Beurteilungsfehler, Halo-Effekt, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräch, Validität, Reliabilität, Eignungsdiagnostik, Personalreferenten, Firma XY.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität der Personalauswahl für Trainee-Programme in Großunternehmen, wobei der Fokus auf den verwendeten Auswahlkriterien und den psychologischen Verzerrungseffekten bei der Beurteilung durch Personalreferenten liegt.
Zentrale Themen sind das Konzept der Schlüsselqualifikationen, die Theorie der impliziten Persönlichkeitstheorien (IPT), Methoden der Personalauswahl sowie die Validität und Reliabilität von Auswahlprozessen wie Bewerbungsunterlagen-Analysen und Vorstellungsgesprächen.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie Firmen ihre Führungsnachwuchskräfte auswählen, ob dieser Prozess effektiv verläuft und inwieweit unbewusste Vorurteile der Personalreferenten die Auswahlentscheidungen fehlerhaft beeinflussen können.
Die Untersuchung kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit einer empirischen Fallstudie, in deren Rahmen strukturierte Interviews mit Personalreferenten der Firma XY geführt und mittels pädagogischer Hermeneutik ausgewertet wurden.
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Analyse des realen Bewerbungsprozesses bei Firma XY, der Auslegung der Auswahlkriterien durch die Personalreferenten und der Reflexion über deren Bewusstsein für Urteilsfehler wie den Halo-Effekt.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Schlüsselqualifikationen, Implizite Persönlichkeitstheorien, Personalauswahl, Trainee-Auswahl, Beurteilungsfehler und Eignungsdiagnostik.
Die IPT führt dazu, dass Beurteiler unbewusst aufgrund einzelner Merkmale (z.B. Sprache, Aussehen) auf eine gesamte Persönlichkeitsstruktur schließen, was zu Halo-Effekten und fehlerhaften Einschätzungen der Führungseignung führen kann.
Die Autorin empfiehlt, Interviews nicht mehr separat durchzuführen, sondern das Vier-Augen-Prinzip (gemeinsame Interviews von Personalreferent und Fachabteilungsvertreter) konsequent einzuführen, um die Vergleichbarkeit und Objektivität der Urteile zu erhöhen.
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