Masterarbeit, 2012
101 Seiten, Note: 1,0
0. Problemstellung, Methoden und Ziele der Arbeit
1. Historischer Teil
1.1. Kolonialzeit 1884 – 1915
1.1.1. Gründung des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika
1.1.2. Der deutsche Staat und die Missionsschulen in Deutsch-Südwestafrika
1.1.3. Mischehen und Mischehenverbot
1.1.4. Das Scheitern der Kolonie
1.2. Besatzungszeit 1920 – 1990
1.2.1. Das Trauma des Zweiten Weltkrieges und die Biedermeierzeit
1.2.2. Die Rückkehr in die politische Sphäre
1.3. Nach der Unabhängigkeit Namibias 1990 – heute
1.3.1. Die Wahl des Englischen als einzige Amtssprache für Namibia
1.3.2. Das deutschsprachige Schulwesen in Namibia
1.3.3. Deutschsprachige Institutionen und Betriebe in Namibia
2. Theoretischer Teil
2.1. Theoretische Begriffsklärungen
2.1.1. Ausdrücke zur Bezeichnung der deutschsprachigen Menschen in Namibia
2.1.2. Der Begriff der Identität
2.1.3. Der Begriff der Ethnizität
2.2. Die deutschsprachigen Menschen von Deutsch-Südwestafrika bis Namibia: Eine kulturanthropozentrische Perspektive im historischen Längsschnitt
2.2.1. Die Projektion des Deutschen Reiches in die Kolonie in Anlehnung an George Steinmetz: „The Colonial State as a Social Field: Ethnographic Capital and Native Policy in the German Overseas Empire before 1914“
2.2.2. Die Selbstabschottung der Deutschsprachigen in der Besatzungszeit
2.2.3. Die Deutschsprachigen im heutigen Namibia: Eine interkulturelle Ligatur nach Hannes Kniffka?
2.2.4. Der Fremdheitsgedanke bei den Deutschsprachigen in Namibia
3. Praktischer Teil
3.1. Vorgehensweise und Methoden bei den Analysen im praktischen Teil
3.2. Beispiele lexikalischer Besonderheiten der deutschen Mediensprache in Namibia
3.3. Analyse ausgewählter Aspekte des Namibiadeutschen in Anlehnung an Sheena Shah: „German in a contact situation: The case of Namibian German“
3.4. Translatorische Analyse eines von deutschen Muttersprachlern übersetzten Textes
3.5. Komparative Analyse und Interpretation des Südwesterliedes und des Schutztruppenliedes
3.5.1. Das Südwesterlied
3.5.2. Das Schutztruppenlied
3.6. Analyse ausgewählter Gedichte aus der Kolonialzeit
3.6.1. Die Erschaffung Südwests (Auszug)
3.6.2. Südwest
3.6.3. Rückkehr aus Europa
3.7. Ausgewählte Geschichten und Anekdoten aus der Kolonialzeit
3.7.1. Charakterisierung und Differenzierung beider Textsorten voneinander
3.7.2. Die Gemahlin des Grafen Baudissin
3.7.3. Frau Hochkopf
3.7.4. Der lustige Graf Dohna (Auszüge)
4. Schlussfolgerungen und Ausblick
Die Masterarbeit untersucht aus sprachwissenschaftlicher und kulturologischer Sicht, warum die deutsche Sprache und Kultur in Namibia auch nach dem Ende der Kolonialzeit und dem tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel weiterhin präsent sind, und analysiert, wie die deutschsprachige Minderheit ihre Identität in einem fremden soziokulturellen Kontext konstruiert und aufrechterhält.
1.1.2. Der deutsche Staat und die Missionsschulen in Deutsch-Südwestafrika
Schon lange vor der Gründung von Deutsch-Südwestafrika als formal institutionalisierte Kolonie betraten einige Europäer dieses Land und ließen sich nieder. Bereits im Jahre 1805 errichtete die Londoner Missionsgesellschaft (London Missionary Society) eine Missionsschule in Warmbad im Süden des heutigen Namibia, was den Anfang der Einführung europäischer Bildungswerte in dieses Gebiet markierte. (Cohen 1993: 117)
Im Jahr 1842 übernahm die Rheinische Missionsgesellschaft, ein Zusammenschluss unterschiedlicher protestantischer Kirchen, die Missionsarbeit und hielt seither das Monopol in diesem Bereich. Die römisch-katholische Missionsgesellschaft begann erst im Jahr 1888 mit der Missionierung und hatte bei Weitem eine geringere Bedeutung. (ibidem: 117)
Die deutschen Kirchen etablierten sich im heutigen Namibia schon Jahre bevor der deutsche Staat dies tat und bauten ihre Position weiter aus. Der Begriff Missionierung lässt sich dabei so erläutern, das darin der Ausdruck „Mission“ steckt, dessen historische Bedeutung so viel heißt wie Auftrag oder Berufung. Die christlichen Kirchen sahen sich also in dem Auftrag, das Wort Gottes zu verbreiten und nachhaltig den Menschen außerhalb Europas den christlichen Glauben zugänglich zu machen. Der relative Erfolg dieser Unternehmung, im Vergleich zum späteren Scheitern des Deutschen Reiches in der Kolonie, lässt sich unter anderem auf die Gewaltlosigkeit der Missionierung zurückführen. Das Ziel der Kirchen war nicht, absolute Dominanz über die Eingeborenen auszuüben, sondern christliche Werte integrativ zu vermitteln.
0. Problemstellung, Methoden und Ziele der Arbeit: Einführung in die Forschungsfrage bezüglich der Definition von Deutschtum in Namibia und die methodische Herangehensweise.
1. Historischer Teil: Analyse der kolonialen Geschichte und der Entwicklung der deutschsprachigen Minderheit in verschiedenen politischen Phasen.
2. Theoretischer Teil: Erörterung anthropozentrischer Begriffe wie Identität, Ethnizität und kultureller Bezugssysteme im namibischen Kontext.
3. Praktischer Teil: Empirische und literaturanalytische Untersuchung von Mediensprache, Liedgut und Anekdoten zur Identitätsvermittlung.
4. Schlussfolgerungen und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Zukunft der deutschsprachigen Minderheit in Namibia.
Deutschtum in Namibia, Kolonialgeschichte, Deutsch-Südwestafrika, Identität, Ethnizität, Sprachwissenschaft, Kulturologie, Südwesterlied, Missionsschulen, Interkulturalität, Postkolonialismus, Minderheitensprache, Namibiadeutsch, Sprachkontakt, Biedermeierzeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen und kulturellen Untersuchung der deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe in Namibia.
Zentrale Themen sind die historische Genese, die soziokulturelle Selbstbehauptung der Deutschsprachigen, deren Sprachgebrauch und die Rolle der Identitätsstiftung.
Das Ziel ist es, zu verstehen, wie und warum sich das "Deutschtum" als kulturelle Sphäre in Namibia bis heute hält und welche Identitätsmerkmale diese Minderheit ausmachen.
Es handelt sich um eine kulturologische und sprachwissenschaftliche Untersuchung, die Primärquellen (Literatur, Lieder, Medien) analysiert und theoretische Modelle zur Identitätsbildung anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, einen theoretischen Teil zur Begriffsklärung und einen praktischen Teil, der Mediensprache und koloniale Texte untersucht.
Wichtige Begriffe sind Deutschtum in Namibia, Identität, Ethnizität, Sprachkontakt und der Südwester-Nationalismus.
Die Farm fungiert als eine Art Ersatzstaatsgebiet und Rückzugsort, der die ideologische Abschottung und einen staatenlosen Kulturpatriotismus symbolisiert.
Das Lied dient als eine interne "Kulturhymne", die den Identitätsbezug zur eigenen Geschichte und Landschaft ohne staatliche Anbindung ausdrückt.
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