Examensarbeit, 2013
84 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Die Professionalisierung des Boxsports
1. Die Vorgeschichte: Faustkampf in der Antike und im Mittelalter
2. Boxregeln im 18. Jahrhundert - Die Broughton Rules
3. Funktionen und Funktionsträger im Faustkampf
4. Das adlige Duell und den Boxkampf
Zwischenfazit zu Kapitel II.
III. Die gesellschaftliche Stellung des Boxsports
1. Befürworter des Boxsports
2. Ein Sport für alle?
3. Gesellschaftliche Kritik am Boxen
4. Gesetzliche Einschränkungen
Zwischenfazit zu Kapitel III.
IV. Der Einfluss des Geldes auf den Boxsport des 18. Jahrhunderts
Zwischenfazit zu Kapitel IV.
V. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Boxsports im England des 18. Jahrhunderts und analysiert, wie sich der Sport von einer ungeordneten Freizeitaktivität hin zu einer institutionalisierten und professionalisierten Form der Unterhaltung entwickelte, welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen dabei eine Rolle spielten und welchen Einfluss finanzielle Anreize auf diesen Prozess nahmen.
2. Boxregeln im 18. Jahrhundert - Die Broughton Rules
Wenn heutzutage zwei Athleten sich in sportlicher Absicht gegenüberstehen, existiert in der Regel ein entweder schriftlich oder verbal vereinbarter Kanon an Vorgaben, wie der Zweikampf abzulaufen hat und was erlaubt beziehungsweise nicht erlaubt ist. Nimmt man das heutzutage wegen seiner Brutalität insbesondere in Europa stark kritisierte Mixed Martial Arts als Beispiel, so besitzt auch diese Form des Zweikampfs einen festen Regelkodex, an den sich die Kämpfer zu halten haben.54 Es liegt daher auf der Hand, dass auch die regelmäßig stattfindenden Faustkämpfe des 18. Jahrhunderts in England in irgendeiner Weise geregelt waren. Die einfachste Möglichkeit, spontane Boxkämpfe auf eine von beiden Seiten akzeptierte Basis zu stellen, war natürlich, die benötigten Regeln spontan abzusprechen. So konnte ein Kampf den situativen Gegebenheiten wie Zeit und Ort der Austragung entsprechend angepasst werden, was in unerwarteten Konfliktsituationen wie beispielsweise einer vorausgegangenen Meinungsverschiedenheit zweier Handwerker sicherlich eine akzeptable Option war.
Im Laufe der Jahre bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts scheint es jedoch die Notwendigkeit gegeben zu haben, zumindest auf lokaler Ebene schriftlich fixierte, unabänderliche Regeln einzuführen, um einen geordneten Ablauf der mittlerweile schon etwas größer aufgezogenen und geplanten Boxveranstaltungen zu garantieren. Die in der Wissenschaft als ersten Boxregeln bekannten Vorschriften bezeichnet man als die Broughton Rules. Überliefert sind diese Regeln unter anderem in dem zweiten Teil55 des Artikels A new and accurate History of Boxing, welcher in mehreren Fortsetzungen bis zur Ausgabe des Aprils 1793 in der zweiten Jahresausgabe des Sporting Magazine zu finden ist. Es handelt sich hierbei um sieben Vorschriften zum Wesen des Boxkampfs, die in dem Amphitheater von Jack Broughton ab dem 16. August 1743 befolgt werden mussten.
I. Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen und geographischen Rahmen der Untersuchung und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Quellenlage zum Boxsport im 18. Jahrhundert.
II. Die Professionalisierung des Boxsports: Dieses Kapitel analysiert die Entwicklung vom antiken Faustkampf hin zu einem regelbasierten Sport unter den Broughton Rules sowie die Etablierung erster professioneller Strukturen und Akteure.
III. Die gesellschaftliche Stellung des Boxsports: Der Fokus liegt hier auf der Akzeptanz des Boxens durch verschiedene gesellschaftliche Schichten, der Rolle von Befürwortern und Kritikern sowie den zahlreichen gesetzlichen Versuchen, den Sport zu beschränken.
IV. Der Einfluss des Geldes auf den Boxsport des 18. Jahrhunderts: Hier wird der Zusammenhang zwischen Glücksspiel, Preisgeldern und der ökonomischen Etablierung des Boxens als Profession sowie deren Einfluss auf die Professionalisierung untersucht.
V. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zur Institutionalisierung und Professionalisierung zusammen und bewertet die Bedeutung der Entwicklungen im 18. Jahrhundert für den modernen Boxsport.
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Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung des Boxsports in England im 18. Jahrhundert, insbesondere im Hinblick auf Professionalisierung und Institutionalisierung.
Zentrale Themen sind die Entwicklung von Regelkodizes, die gesellschaftliche Akzeptanz, die Rolle von Finanzen und Wettspielen sowie die gesetzliche Reglementierung des Sports.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Boxsport im 18. Jahrhundert von einer ungeordneten Freizeitaktivität zu einer organisierten sportlichen Disziplin wandelte.
Es handelt sich um eine historische Untersuchung, die primär auf der Auswertung von zeitgenössischen Quellen wie Sportberichten, Fachbüchern und historischen Aufzeichnungen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Professionalisierung des Sports (inkl. Regelwerke), die gesellschaftliche Stellung (Akzeptanz und Kritik) sowie den ökonomischen Einfluss (Geld und Wetten).
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Boxsport, 18. Jahrhundert, Professionalisierung, Institutionalisierung und Sportgeschichte einordnen.
Jack Broughton war ein dominierender Akteur, der mit den "Broughton Rules" das erste formalisierte Regelwerk schuf und damit einen entscheidenden Grundstein für die Organisation des Boxsports legte.
Wetten waren fester Bestandteil der damaligen Sportkultur und dienten sowohl als Zerstreuung für alle Schichten als auch als lukrative Einnahmequelle, die den Sport mitfinanzierte und dessen Popularität steigerte.
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