Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Systeme der Interessenvertretung
2.1 Pluralismus
2.2 Formen des Korporatismus
2.2.1 (staatlich-autoritärer) Korporatismus
2.2.2 Neokorporatismus
3. Deutschland
3.1 Allgemeine Akteure der Wirtschafts- und Arbeitsbeziehungen
3.1.1 Unternehmerverbände
3.1.2 Gewerkschaften
3.2 Der Deutsche Gewerkschaftsbund
3.2.1 Aufbau und Strukturen
3.2.2 Entwicklung nach der Deutschen Einheit
3.3 Phänomene der deutschen Arbeitsbeziehungen
3.3.1 Wichtige korporatistische Muster
3.3.2 Tarifautonomie
3.3.3 Arbeitskampf und Lohnverhandlungen
4. Österreich
4.1 Allgemeine Akteure der Wirtschafts- und Arbeitsbeziehungen
4.1.1 Arbeitgebervertretung
4.1.2 Arbeitnehmervertretung
4.2 Der Österreichische Gewerkschaftsbund
4.2.1 Aufbau und Strukturen
4.2.2 Entwicklung seit den 1990er Jahren
4.3 Phänomene der österreichischen Arbeitsbeziehungen
4.3.1 Sozialpartnerschaft und Paritätische Kommission
4.3.2 Kollektivverträge
4.3.3 Arbeitskampf und Lohnverhandlungen
5. Einordnung der Befunde und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die organisierten Interessenvertretungen im Bereich der Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Österreich, um trotz oberflächlicher Gemeinsamkeiten tiefgreifende institutionelle Unterschiede und Entwicklungen seit 1990 aufzuzeigen.
3.3.1 Wichtige korporatistische Muster
Um die Praxis der Interessenvertretung in Deutschland zu beschreiben macht es Sinn, einige, gerade für die Arbeitsbeziehungen bedeutende korporatistische Muster genauer zu untersuchen, die prägend für die Inkorporation von Verbänden und Vertretern der Gesellschaft in politische Entscheidungen und Entscheidungsfindungsprozesse sind oder waren.
Als bekanntestes Phänomenen steht dabei mit Sicherheit die konzertierte Aktion, die 1967 eingerichtet wurde, um die erste ernsthafte wirtschaftliche Rezession der Bundesrepublik zu überwinden. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Schiller begründete diesen organisierten Informationsaustausch, an dem Gewerkschaften, Unternehmensverbände sowie die Regierung beteiligt waren, um die jeweiligen Aktivitäten in der Konjunkturpolitik aber auch in Tariffragen abzustimmen. Letztendlich war die konzertierte Aktion der Versuch, die im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz (StabG) vorgesehenen Ziele wie Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und Preisstabilität zu erreichen. Die darin inkorporierten Verbände und Akteure konnten ihre Positionen darlegen und verhandeln, verpflichteten sich allerdings selbst auch zur Einhaltung der Vereinbarungen. Die Einbindung von immer mehr Interessengruppen und Teilnehmern ließ den Mitgliederkreis der konzertierten Aktion derart anwachsen, dass konstruktive Verhandlungen stets schwieriger wurden. Als Reaktion auf das vermehrte Nichteinhalten von Verabredungen sowie den Bedeutungsverlust der konzertierten Aktion nach dem Ende der Rezession verließen die Gewerkschaften schließlich 1976 die Runde. Der Austritt besiegelte das Ende der konzertierten Aktion.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Verbändeforschung und Begründung der vergleichenden Analyse der Arbeitsbeziehungen in Deutschland und Österreich.
2. Systeme der Interessenvertretung: Theoretische Grundlagen zu den Modellen des Pluralismus sowie verschiedenen Formen des Korporatismus.
3. Deutschland: Detaillierte Darstellung der deutschen Akteure wie Arbeitgeberverbände und DGB sowie deren Entwicklung nach der Wiedervereinigung.
4. Österreich: Analyse des österreichischen Systems mit Fokus auf die Sozialpartnerschaft, Arbeiterkammern und den ÖGB.
5. Einordnung der Befunde und Fazit: Synthese der Ergebnisse und Gegenüberstellung der spezifischen nationalen Entwicklungen sowie ein Ausblick auf die zukünftige Konvergenz.
Interessenvertretung, Deutschland, Österreich, Verbändeforschung, Pluralismus, Korporatismus, Gewerkschaften, DGB, ÖGB, Tarifautonomie, Sozialpartnerschaft, Arbeitsbeziehungen, Arbeitskampf, Kollektivverträge, Interessenvermittlung
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Entwicklungen der organisierten Interessenvertretung, insbesondere der Gewerkschaften, in Deutschland und Österreich seit 1990.
Im Zentrum stehen die Verbändestrukturen, die Rolle des Staates, korporatistische Institutionen sowie die Praxis von Tarifverhandlungen und Arbeitskämpfen.
Das Ziel ist es, Unterschiede zwischen den scheinbar ähnlichen Systemen der beiden Länder zu identifizieren und die Auswirkungen von institutionellen Rahmenbedingungen zu verstehen.
Die Arbeit basiert auf einer politikwissenschaftlichen vergleichenden Analyse von Verbändesystemen und stützt sich auf theoretische Modelle wie Pluralismus und Neokorporatismus.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Betrachtung der deutschen Verbändelandschaft und der spezifisch österreichischen Ausprägung der Sozialpartnerschaft.
Begriffe wie Korporatismus, Tarifautonomie, Sozialpartnerschaft, DGB und ÖGB sowie die Analyse von Mitgliederbewegungen sind zentral für die Arbeit.
Sie gilt als weltweit einzigartiges korporatistisches Instrument zur informellen Einbindung gesellschaftlicher Interessen in die politische Entscheidungsebene.
Österreich verfügt über eine öffentlich-rechtliche Pflichtorganisation (Arbeiterkammer), die in Deutschland in dieser Form nicht existiert, wodurch der ÖGB eine andere Rolle einnimmt.
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