Bachelorarbeit, 2013
37 Seiten, Note: 1.7
1 Einleitung
2 Notwendigkeit der Haushaltsreform und Grundlagen der Rechnungslegung
3 Arten der Rechnungslegung
3.1 Reine Kameralistik
3.2 Erweiterte Kameralistik
3.3 Doppik
4 Haushaltsreformen der einzelnen Staatsebenen
4.1 Bundesebene
4.2 Länderebene
4.3 Kommunale Ebene
5 Harmonisierung der öffentlichen Rechnungslegung
5.1 IPSAS
5.2 EPSAS
6 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den fundamentalen Umbruch im öffentlichen Rechnungs- und Haushaltswesen in Deutschland. Ziel ist es, die Notwendigkeit von Haushaltsreformen aufzuzeigen, verschiedene Rechnungslegungssysteme wie die Kameralistik und die Doppik zu analysieren und die Bestrebungen zur Harmonisierung auf nationaler und europäischer Ebene durch Standards wie IPSAS und EPSAS kritisch zu bewerten.
3.1 Reine Kameralistik
Der Begriff Kameralistik wird vom lateinischen Wort “camera“ abgeleitet und bedeutet sowohl “fürstliche Schatzkammer“ als auch “Kämmerer“, also Jemand der für den Fürsten die Größe seinen Schatzes bestimmt hat (Dannemann, 2007 S. 28) (Hurlebaus, 2013 S. 65). Die Notwendigkeit eines Rechnungssystems entsprang im Kameralismus (ca. 1500 bis ca. 1750) als der Reichtum des Fürstentums bemessen wurde (Witte, et al., 2009 S. 13). Steigende Staatsverpflichtungen und höhere Ausgaben z. B. für militärische Zwecke, sollten durch Steuern und Abgaben gedeckt werden (Gröpl, 2001 S. 14). Durch die Einnahmen und Ausgaben der Finanzmittel konnte der aktuelle Geldbestand ermittelt werden (Witte, et al., 2009 S. 14). Im Jahre 1762 ist das kamerale Rechnungswesen um die Soll- und Ist- Verrechnung weiter entwickelt worden, diese stellen Plan- und Ist-Zahlen dar. Die Planzahlen werden für einzelne Leistungsbereiche erstellt und stellen zugleich ein Ausgaben- und Einnahmenbudget dar. Wird das Budget nicht aufgebraucht, so plant man mit einer geringeren Budgethöhe für die nächsten Perioden.
Plan- und Istzahlen werden im Vermögens- und Verwaltungshaushalt erfasst, wobei nur Vermögenshaushalt investive Zahlungsströme beinhaltet (Dannemann, 2007 S. 28) (Raupach/ Stangenberger, 2009 S. 15). Das heute noch angewandte kameralistische Haushalts- und Rechnungswesen findet nach denselben Prinzipien statt, wie sie vor rund 300 Jahren angewendet wurden (Brixner, et al., 2003 S. 6). Kameralistik lässt sich als ein System beschreiben, welches erlaubt, in der Regel jährlichen Haushaltsperiode, alle Einnahmen und Ausgaben zu planen, steuern und dokumentieren (Witte, et al., 2009 S. 13).
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet den Reformbedarf im öffentlichen Finanzwesen angesichts wachsender Staatsverschuldung und der Notwendigkeit für Good Governance.
2 Notwendigkeit der Haushaltsreform und Grundlagen der Rechnungslegung: Es werden die finanzpolitischen Rahmenbedingungen sowie der Zweck der öffentlichen Rechnungslegung zur Sicherung intergenerativer Gerechtigkeit dargestellt.
3 Arten der Rechnungslegung: Das Kapitel vergleicht die klassische Kameralistik, die erweiterte Kameralistik und die Doppik hinsichtlich ihrer Funktionsweise und Transparenz.
4 Haushaltsreformen der einzelnen Staatsebenen: Die Umsetzung von Reformen wird differenziert für den Bund, die Bundesländer und die Kommunen analysiert und bewertet.
5 Harmonisierung der öffentlichen Rechnungslegung: Hier werden internationale Ansätze wie die IPSAS sowie das europäische Projekt der EPSAS zur Standardisierung des Haushaltswesens diskutiert.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit moderner Steuerungssysteme zusammen und betont die Bedeutung von Transparenz trotz der hohen Kostenbelastung.
Haushaltsreform, Kameralistik, Doppik, Öffentliche Verwaltung, Rechnungswesen, Good Governance, IPSAS, EPSAS, Staatsverschuldung, Haushaltssteuerung, Generationengerechtigkeit, Finanzberichterstattung, Modernisierung, Ressourcenverbrauch, Integrierte Verbundrechnung
Die Arbeit analysiert den Modernisierungsprozess des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens in Deutschland, wobei der Fokus auf dem Übergang von kameralen zu doppischen Buchführungssystemen liegt.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Reform der verschiedenen Staatsebenen (Bund, Länder, Kommunen) sowie der internationalen Harmonisierung durch Rechnungslegungsstandards.
Die Arbeit untersucht, wie Haushaltsreformen zur Modernisierung der öffentlichen Verwaltung beitragen können, um eine effektive, effiziente und generationengerechte Haushaltsführung zu gewährleisten.
Die Arbeit nutzt eine umfassende Literaturanalyse sowie die Auswertung von Studien und Berichten zur Haushaltsreform, um den aktuellen Status Quo und die Notwendigkeit von Veränderungen zu belegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Rechnungslegungsarten, die konkreten Reformfortschritte auf den staatlichen Ebenen und die kritische Auseinandersetzung mit internationalen Harmonisierungsbestrebungen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Haushaltsreform, Doppik, Kameralistik, IPSAS, EPSAS und öffentliche Haushaltssteuerung definieren.
Die Doppik ermöglicht durch ein Ressourcenverbrauchskonzept eine transparentere Darstellung der Finanzlage, erfordert jedoch eine komplexe Umstellung der Verwaltungsprozesse und IT-Systeme.
Da IPSAS auf betriebswirtschaftlichen Standards für Unternehmen basieren, werden ihre direkte Übertragbarkeit auf den öffentlichen Sektor sowie ihre fehlende Passgenauigkeit für spezifische deutsche Rechtsbesonderheiten kritisiert.
Das Optionsmodell führt zu einer heterogenen Rechnungslegungslandschaft, die den direkten Vergleich zwischen den Bundesländern erschwert und einheitliche Transparenz teilweise behindert.
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