Bachelorarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Relevanz und Zielsetzung der Arbeit
1.2. Aufbau
2. Begriffsdefinitionen und Erklärungen
2.1. Der Kulturbegriff
2.2. Ebenen und Ausdrucksformen von Kultur
2.3. Verhalten und Werte
3. Kulturstudien
3.1. Kulturstudie nach Hofstede
3.1.1. Konzeption
3.1.2. Dimensionen
3.1.3. Zusammenfassung und Kritik
3.2. Kulturstudie nach GLOBE
3.2.1. Konzeption und Durchführung
3.2.2. Ländercluster in der GLOBE-Studie
3.2.3. Archivierte Daten von GLOBE
3.2.4. Kulturdimensionen
3.2.5. Zusammenfassung und Kritik
4. Empirische Untersuchung
4.1. Fragebogen als Mittel empirischer Forschung
4.1.1. Stichproben
4.1.2. Validität und Reliabilität
4.2. Untersuchte Städte
4.2.1. Stuttgart
4.2.2. Wien
4.2.3. Gegenüberstellung
4.3. Verwendeter Fragebogen & Methodik der Befragung
4.4. Generierung der Hypothesen
4.5. Stichprobenbeschreibung
4.5.1. Grundgesamtheit und Rücklaufquote
4.6. Deskriptive Auswertung der erhobenen demografischen Daten
4.6.1. Studienort
4.6.2. Geschlecht
4.6.3. Alter
4.6.4. Höchste abgeschlossener Schulabschluss
4.6.5. Arbeitserfahrung
4.7. Test der Hypothesen
4.7.1. Unterschiede in der Dimension „Machtdistanz“
4.7.2. Unterschiede in der Dimension „Unsicherheitsvermeidung“
4.7.3. Unterschiede in der Dimension „Humanorientierung“
4.7.4. Unterschiede in der Dimension „Institutioneller Kollektivismus“
4.7.5. Unterschiede in der Dimension „Gruppenkollektivismus“
4.7.6. Unterschiede in der Dimension „Durchsetzungsfähigkeit“
4.7.7. Unterschiede in der Dimension „Geschlechterneutralität“
4.7.8. Unterschiede in der Dimension „Zukunftsorientierung“
4.7.9. Unterschiede in der Dimension „Leistungsorientierung“
4.8. Interpretation der Ergebnisse
4.9. Conclusio & Handlungsempfehlung für Unternehmen
Die Arbeit untersucht kulturelle Unterschiede zwischen den Städten Stuttgart und Wien, um die Validität der Zusammenfassung von Deutschland und Österreich in einem gemeinsamen „Germanischen Cluster“ innerhalb der GLOBE-Studie zu prüfen. Ziel ist es, anhand einer empirischen Erhebung bei Studierenden festzustellen, ob signifikante kulturelle Divergenzen bestehen, die eine differenzierte Betrachtung dieser Länder nahelegen.
2.1. Der Kulturbegriff
Kultur ist nichts Sichtbares, sondern das unsichtbare Band, das die Dinge zusammenhält.
Für den Begriff Kultur gibt es viele unterschiedliche Definitionen. Nahezu jede Person würde behaupten, die Bedeutung des Wortes Kultur zu verstehen, jedoch fiele es der Person eher schwer, diesen auch erklären zu können (vgl. Helgesson 1996, p.7).
Dieser Umstand erschwert eine allumfassende Definition erheblich, nichtsdestotrotz gibt es unzählige Versuche von Autoren, die diese Herausforderungen angenommen haben. Clyde Kluckhohn beispielsweise erarbeitete in den sechziger Jahren eine Sammlung von mehr als 160 Begriffsdefinitionen für das Wort Kultur (vgl. Kluckhohn, C., 1954, S. 921-76). Ein treffender Auszug aus seinen zahlreichen Definition lautet: „Culture is to society what memory is to individuals“(aus Kluckhohn, 1954, S. 29).
Der Begriff Kultur entspringt dem Lateinischen und bedeutet im weitesten Sinne alles, was der Mensch gestaltend hervorbringt, ins Deutsche übersetzt soviel wie: bebauen, pflegen und bestellen, oder als zweite Variante: anbeten (vgl. Hansen, K.P. 2003, S.14.) Als Synonyme werden oft die Wörter Kultiviertheit und Agrarkultur herangezogen. (vgl. Hansen, S.15)
In dieser Arbeit wird der Kulturbegriff aber dazu verwendet, die Art und Weise des Zusammenlebens einer Gesellschaft zu beschreiben. Deshalb wird Kultur wie folgt beschrieben: „The complex world we all encounter and through which we all move“ (aus Edgar, 1999, S.102).
Die Autoren von GLOBE definieren ihrerseits Kultur als: „shared motives, values, beliefs, identities, and interpretations or meanings of significant events that result from common experiences of members of collectives that are transmitted across generations.” (aus House, 2004(a) S. 15)
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die zunehmende Relevanz kultureller Faktoren in einer globalisierten Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, das „Germanische Cluster“ der GLOBE-Studie am Beispiel von Stuttgart und Wien zu untersuchen.
2. Begriffsdefinitionen und Erklärungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Aufarbeitung des Kulturbegriffs, der Ebenen von Kultur und der Bedeutung von Werten für das menschliche Verhalten.
3. Kulturstudien: Hier werden die wegweisenden Kulturstudien von Hofstede und dem GLOBE-Programm detailliert vorgestellt, inklusive ihrer Dimensionen, Methoden und Kritikpunkte.
4. Empirische Untersuchung: Das Hauptkapitel beschreibt die Durchführung der Befragung, die Generierung der Hypothesen sowie die statistische Auswertung und Interpretation der Ergebnisse im Vergleich der beiden Städte.
GLOBE-Studie, Kulturstudien, Ländercluster, Germanisches Cluster, Stuttgart, Wien, Kulturdimensionen, Machtdistanz, Unsicherheitsvermeidung, Leistungsorientierung, Empirische Untersuchung, Interkulturelle Zusammenarbeit, Change Management, Werte, Unternehmensführung.
Die Arbeit analysiert die kulturellen Unterschiede zwischen den Städten Stuttgart und Wien, um die kulturelle Homogenität des „Germanischen Clusters“ der GLOBE-Studie kritisch zu hinterfragen.
Die Themenfelder umfassen die Definition von Kultur, die Analyse der Kulturstudien von Hofstede und GLOBE sowie eine empirische Untersuchung anhand von neun Kulturdimensionen.
Das primäre Ziel ist es, herauszufinden, ob sich messbare kulturelle Unterschiede zwischen den untersuchten Städten Stuttgart und Wien nach dem GLOBE-Modell feststellen lassen, um Rückschlüsse auf die Validität der Ländergruppierung zu ziehen.
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung durchgeführt, bei der ein an das GLOBE-Modell angelehnter Fragebogen online an Studierende in Stuttgart und Wien verteilt wurde. Die Daten wurden anschließend mit dem Statistikprogramm R ausgewertet.
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung der Hypothesen, der Beschreibung der Stichprobe, der deskriptiven Auswertung der demografischen Daten und dem anschließenden Test der Hypothesen mittels T-Tests.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie GLOBE-Studie, Kulturdimensionen, Germanisches Cluster, interkultureller Vergleich und Change Management beschreiben.
Wien dient als österreichischer Vergleichsstandort zum deutschen Standort Stuttgart, wobei spezifische Merkmale wie Familienverbundenheit und akademische Hierarchien in die Hypothesenbildung einfließen.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Zusammenfassung von Deutschland und Österreich in einem gemeinsamen Cluster kritisch zu betrachten ist, da in sechs von neun untersuchten Dimensionen signifikante Unterschiede zwischen den Städten nachgewiesen wurden.
Für international agierende Unternehmen ist das Ergebnis relevant, da es verdeutlicht, dass die pauschale Übertragung von Strategien innerhalb eines Länderclusters aufgrund teils gravierender kultureller Unterschiede zu Konflikten und Krisen führen kann.
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