Diplomarbeit, 2004
92 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Einordnung der Thematik
1.2 Prämissen und Ziele der Untersuchung
1.3 Vorgehensweise und Aufbau
2 Konzeptionelle Grundlagen der Konzernsteuerquote
2.1 Definition der Konzernsteuerquote
2.1.1 Komponenten des Quotienten Konzernsteuerquote
2.1.1.1 Zähler: Steueraufwand
2.1.1.1.1 Laufender bzw. zahlungswirksamer Steueraufwand
2.1.1.1.2 Latenter bzw. zukünftiger Steueraufwand
2.1.1.2 Nenner: Konzernjahresüberschuss vor Ertragsteuern
2.1.2 Kennzahl zur Messung der betrieblichen Steuerbelastung
2.2 Eignung der Konzernsteuerquote als steuerliches Partialziel
2.2.1 Ableitung steuerlicher Partialziele aus den Unternehmenszielen
2.2.2 Konzernsteuerquote versus relative Steuerbarwertminimierung
2.3 Funktionen der Konzernsteuerquote
2.3.1 Kommunikation der betrieblichen Steuerpolitik gegenüber externen Interessengruppen
2.3.2 Konzernsteuerquote als Kontrollinstrument der Unternehmensleitung
2.3.3 Management der Konzernsteuerquote und Steuercontrolling mit Hilfe der Konzernsteuerquote
2.3.3.1 Vergütung in Abhängigkeit von der Konzernsteuerquote
2.3.3.2 Voraussetzungen für den Einsatz von Anreizsystemen
2.3.3.3 Controllability und Pareto-Effizienz als Kriterien für Anreizsysteme
2.3.3.4 Zwischenfazit
2.4 Bedeutende Änderungen der Konzernrechnungslegung im Bereich latenter Steuern durch DRS 10
2.4.1 Mischform zwischen timing und temporary concept
2.4.2 Aktivierungspflicht und Einschränkung der Saldierungsfähigkeit latenter Steuern
2.4.3 Bilanzierung aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge
2.4.4 Zusätzliche Anhangangaben: Steuerliche Überleitungsrechnung
3 Bestimmungsfaktoren der Konzernsteuerquote
3.1 Einflüsse auf die Konzernsteuerquote
3.1.1 Einfluss latenter Steuern
3.1.1.1 Kompensationseffekt latenter Steuern
3.1.1.2 Sensibilität latenter Steuern für Änderungen des Steuerrechts und der Ertragserwartungen
3.1.2 Abhängigkeit der Konzernsteuerquote vom Konzernergebnis vor Steuern
3.1.3 Zwischenfazit
3.2 Beeinflussbare Treiber der Konzernsteuerquote
3.2.1 Steuerbilanzpolitik i. e. S.
3.2.2 Nicht abziehbare Aufwendungen und steuerfreie Erträge
3.2.3 Gestaltung der Verrechnungspreispolitik
3.2.4 Gestaltung der Konzernfinanzierung
3.2.5 Rechtsformwahl und Rechtsformwechsel
3.2.6 Funktions- und Risikoverlagerung
3.2.7 Verlegung des Konzernsitzes
4 Einsatzmöglichkeiten der Konzernsteuerquote
4.1 Konzernsteuerquote und Bilanzanalyse
4.1.1 Informationsgehalt und Aussagekraft der Konzernsteuerquote
4.1.2 Vergleichbarkeit der Konzernsteuerquote
4.1.3 Informationswert der steuerlichen Überleitungsrechnung
4.1.4 Zwischenfazit
4.2 Konzernsteuerquote als Kern einer Steuercontrolling-Konzeption
4.2.1 Neugestaltung der Berichterstattung über Steuern als Grundlage für ein Steuercontrolling mit Hilfe der Konzernsteuerquote
4.2.2 Allgemeine Informationsfunktion der Kennzahl Konzernsteuerquote
4.2.3 Konzernsteuerquote als Instrument der sachlichen Führung
4.2.4 Konzernsteuerquote als Instrument der organisatorischen Führung
5 Thesenförmige Zusammenfassung
6 Bewertung der Ergebnisse und Ausblick
Die Arbeit untersucht die Aussagekraft und die Bestimmungsfaktoren der Konzernsteuerquote von börsennotierten Aktiengesellschaften, die nach deutschem Handelsrecht bilanzieren. Das primäre Ziel besteht darin, die Einflussfaktoren der Kennzahl offenzulegen, ihre Eignung als Steuerungsinstrument im Rahmen eines Steuercontrollings zu evaluieren und praktische Anwendungsmöglichkeiten zur Optimierung der Steuerquote aufzuzeigen.
3.1.1.1 Kompensationseffekt latenter Steuern
Latente Steuern machen die Konzernsteuerquote unabhängig vom Zeitpunkt der Entstehung einer steuerlichen Bemessungsgrundlage. Durch sie wird verhindert, dass die Schwankungsbreite der Konzernsteuerquote nur aufgrund rechentechnischer, nicht-materieller und temporärer Steuerbelastungsänderungen sehr stark ausfällt.
Im Beispiel unterscheiden sich die handelsrechtliche und die steuerrechtliche Nutzungsdauer eines Wirtschaftsgutes. Dies hat einen unterschiedlichen Abschreibungsverlauf zur Folge. In der Steuerbilanz wird schneller abgeschrieben als in der Handelsbilanz. Diese Differenz gleicht sich jedoch bis zum Ende der längeren, handelsrechtlichen Nutzungsdauer wieder aus, es liegt eine temporäre Differenz vor. Deshalb ist in jeder Periode, in Höhe der Ergebnisdifferenz multipliziert mit dem Steuersatz, eine passive latente Steuer zu bilden bzw. aufzulösen. Zwar ergeben sich in den Perioden höherer steuerrechtlicher Abschreibungen niedrigere tatsächliche Steuerzahlungen, als wenn das handelsrechtliche Ergebnis Besteuerungsgrundlage wäre. Die latenten Steueraufwendungen und -erträge sorgen aber für eine Nivellierung der gesamten anfallenden Steueraufwendungen jeder Periode.
Der im handelsrechtlichen Jahresabschluss ausgewiesene Steueraufwand entspricht damit genau dem Steueraufwand, der sich aus einer Multiplikation des Jahresabschlusses mit dem anzuwendenden Steuersatz ergeben würde. Damit wird der Zusammenhang zwischen Jahresüberschuss vor Steuern und Steueraufwand gestärkt. Die Folge dieses kompensatorischen Effekts latenter Steuern ist, dass durch Steuerbilanzpolitik i. e. S. keine Verbesserung der Konzernsteuerquote erreicht werden kann, solange latente Steuern nicht abgezinst werden. Die Konzernsteuerquote ist über die Perioden geglättet, ihre Vergleichbarkeit und die Aussagekraft steigen.
1 Einführung: Das Kapitel führt in die Thematik der Konzernsteuerquote ein, definiert die Ziele der Arbeit und skizziert den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 Konzeptionelle Grundlagen der Konzernsteuerquote: Hier werden die Definition der Kennzahl, ihre Bestandteile sowie ihre Rolle als steuerliches Partialziel und ihre Funktionen innerhalb des Unternehmens detailliert erörtert.
3 Bestimmungsfaktoren der Konzernsteuerquote: Dieser Abschnitt analysiert die Einflüsse latenter Steuern, die Abhängigkeit vom Konzernergebnis sowie verschiedene steuerlich beeinflussbare Treiber wie Verrechnungspreise und Rechtsformwahl.
4 Einsatzmöglichkeiten der Konzernsteuerquote: Das Kapitel beleuchtet die Anwendung der Kennzahl in der Bilanzanalyse und ihre praktische Implementierung als Kern einer Steuercontrolling-Konzeption.
5 Thesenförmige Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Untersuchung prägnant in Thesenform zusammen.
6 Bewertung der Ergebnisse und Ausblick: Hier werden die Resultate kritisch gewürdigt und ein Ausblick auf den künftigen Stellenwert der Konzernsteuerquote gegeben.
Konzernsteuerquote, Steuercontrolling, Latente Steuern, Steuerbilanzpolitik, DRS 10, Steuerplanung, Ertragsteuern, Unternehmensbesteuerung, Verrechnungspreise, Konzernfinanzierung, Steuerbelastung, Steuerüberleitungsrechnung, Bilanzanalyse, Anreizsysteme, Konzernrechnungslegung.
Die Arbeit befasst sich mit der Konzernsteuerquote als einer zentralen Kennzahl zur Messung der effektiven Steuerbelastung einer Unternehmensgruppe und deren Anwendung in der Unternehmenspraxis.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und konzeptionellen Grundlagen der Quote, die Auswirkungen latenter Steuern, Methoden der Steuerplanung sowie den Einsatz der Kennzahl für Controlling-Zwecke.
Das Ziel ist es, die Aussagekraft der Konzernsteuerquote zu beurteilen, ihre maßgeblichen Einflussfaktoren zu identifizieren und aufzuzeigen, wie sie als Instrument für ein effektives Steuercontrolling genutzt werden kann.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, kombiniert mit der Untersuchung gesetzlicher Regelungen (insbesondere DRS 10 und HGB) und der Durchführung von Fallbeispielen zur Veranschaulichung der Wirkungsweisen.
Der Hauptteil analysiert, wie latente Steuern die Quote beeinflussen, welche steuerlichen Gestaltungsspielräume (wie Verrechnungspreise) existieren und wie die Kennzahl in die Unternehmensführung und Vergütungssysteme integriert werden kann.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Konzernsteuerquote, Steuercontrolling, latente Steuern, Steuerbilanzpolitik, DRS 10, Verrechnungspreise und Ertragsteuerbelastung.
DRS 10 ist von zentraler Bedeutung, da der Standard die Bilanzierung latenter Steuern im Konzernabschluss konkretisiert und maßgeblich zur Vergleichbarkeit und Transparenz der Konzernsteuerquote beiträgt.
Die Überleitungsrechnung ist entscheidend, um die Diskrepanz zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgewiesenen Steueraufwand zu erklären und damit die zugrunde liegenden Treiber der Konzernsteuerquote transparent zu machen.
Nein, die Arbeit stellt dar, dass die Optimierung der Konzernsteuerquote nicht als Selbstzweck dienen sollte, sondern stets mit dem übergeordneten Ziel der relativen Steuerbarwertminimierung abgestimmt werden muss.
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