Diplomarbeit, 1992
39 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Finanzpolitik in der Zeit von 1960 - 1965
2.1 Kurzer Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung
2.2 Die Gestaltung der Finanzpolitik im Bundesstaat
2.2.1 Der institutionelle Rahmen und das finanzpolitische Konzept der Bundesregierung
2.2.2 Die Einnahmenpolitik
2.2.3 Die Ausgabenpolitik
2.3 Ansätze eines Wandels in der Finanzpolitik
2.3.1 Die Bedeutung der Planung und die Position der SPD
2.3.2 Gutachten und Stellungnahmen von Wissenschaft und Wirtschaft
2.3.3 Die Reaktionen der Bundesregierung
3. Der Wandel der Finanzpolitik in der Zeit von 1966 - 1969
3.1 Finanzpolitik in der Krise
3.2 Die Neugestaltung der Finanzpolitik
3.2.1 Die Veränderungen des institutionellen Rahmens
3.2.2 Rezession und Hochkonjunktur als Prüfsteine der neuen Finanzpolitik
3.3 Finanzpolitik am Ende der Großen Koalition
Die vorliegende Arbeit analysiert die Wandlungen der bundesdeutschen Finanzpolitik während der 1960er Jahre. Dabei untersucht sie den Übergang von einem traditionellen, fiskalisch orientierten Haushaltsverständnis hin zu einer aktiven, konjunktursteuernden Politik unter dem Einfluss neuer wirtschaftstheoretischer Konzepte wie des Keynesianismus.
2.2.1 Der institutionelle Rahmen und das finanzpolitische Konzept der Bundesregierung
Finanzpolitik kann in der Bundesrepublik Deutschland nur im Rahmen der Finanzverfassung erfolgen. Die Finanzverfassung ist im Grundgesetz verankert. In ihr spiegelt sich der föderative Aufbau des Staatswesens wider. Erinnert man sich der Entstehungsgeschichte des Grundgesetzes, so kann auch im Bereich der Finanzverfassung die Absicht der damaligen Besatzungsmächte wiedererkannt werden, die Bildung eines starken, handlungsfähigen Zentralstaates zu erschweren.
Artikel 30 des Grundgesetzes (GG) gewährt den Ländern die Eigenstaatlichkeit, "soweit dieses Grundgesetz keine andere Regelung trifft oder zuläßt." Der föderative Staatsaufbau reichte zur damaligen Zeit sogar soweit, daß das Grundgesetz ausdrücklich bestimmte, daß Bund und Länder in ihrer Haushaltswirtschaft selbständig und voneinander unabhängig seien. Eine Abstimmung der Haushalte oder eine Rücksichtnahme auf wirtschaftliche Erfordernisse waren nicht vorgesehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die finanzpolitische Situation der frühen 1960er Jahre ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise.
2. Finanzpolitik in der Zeit von 1960 - 1965: Dieses Kapitel untersucht die wirtschaftliche Entwicklung und die Gestaltung der Finanzpolitik im föderativen Rahmen, wobei die Einnahmen- und Ausgabenpolitik kritisch beleuchtet werden.
3. Der Wandel der Finanzpolitik in der Zeit von 1966 - 1969: Hier wird der fundamentale Wandel der Finanzpolitik unter der Großen Koalition beschrieben, insbesondere die Einführung des Stabilitätsgesetzes als Reaktion auf die Rezession.
Finanzpolitik, Bundesrepublik Deutschland, 1960er Jahre, Haushaltsrecht, Stabilitätsgesetz, Globalsteuerung, Keynesianismus, Konjunkturpolitik, Sozial-liberale Koalition, Föderalismus, Rezession, Haushaltsdefizit, Wirtschaftswachstum, öffentliche Ausgaben, Steuerpolitik.
Die Arbeit untersucht die Entwicklung und Transformation der Finanzpolitik in der Bundesrepublik Deutschland während der 1960er Jahre, einem Jahrzehnt, das von einem Wechsel der politischen Führung und wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt war.
Im Fokus stehen die Haushaltsgestaltung, das Spannungsfeld zwischen föderalen Strukturen und der Notwendigkeit einer zentralen Konjunktursteuerung sowie die Rolle des Staates im Wirtschaftsprozess.
Das primäre Ziel ist es, den Wandel von einer traditionellen Finanzpolitik, die nur den Etat ausglich, hin zu einer modernen, konjunkturorientierten Globalsteuerung nach dem Keynesianischen Modell aufzuzeigen.
Es handelt sich um eine historische und wirtschaftspolitische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung zeitgenössischer Dokumente, Gutachten, Gesetze und wissenschaftlicher Literatur basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Periode 1960-1965, die noch stark durch das Erhard-Konzept geprägt war, und die Zeit der Großen Koalition ab 1966, in der fiskalische Reformen wie das Stabilitätsgesetz umgesetzt wurden.
Zentrale Begriffe sind Globalsteuerung, Finanzverfassung, Konjunkturpolitik, Haushaltsreform und die Überwindung des traditionellen fiskalischen Denkens.
Erhard vertrat ein marktliberales Konzept, das staatliche Planung als ordnungswidrig ablehnte, was jedoch den Anforderungen einer modernen Krisenprävention zunehmend entgegenstand.
Es markierte den Wendepunkt zur aktiven Globalsteuerung und ermöglichte dem Bund neue, wirksamere Instrumente zur konjunkturellen Steuerung, indem es den Staat verpflichtete, Vollbeschäftigung und Geldwertstabilität zu sichern.
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