Masterarbeit, 2013
120 Seiten, Note: 1,3
1 Problemstellung
2 Das Boreout-Syndrom
2.1 Begriff
2.2 Elemente
2.2.1 Unterforderung
2.2.2 Langeweile
2.2.3 Desinteresse
2.3 Entwicklung und Abgrenzung zur inneren Kündigung
2.4 Boreout-Strategien und Boreout-Paradox
2.5 Arbeitszufriedenheit und Qualitativer Lohn
2.6 Betroffene und Symptome
3 Studie
3.1 Forschungsfrage und Hypothesen
3.2 Methode
3.2.1 Beschreibung der Stichprobe
3.2.1 Datenerhebungsmethode
3.2.2 Forschungsinstrument
3.2.2.1 Wahl des Forschungsinstruments
3.2.2.2 Konstruktion
3.2.2.3 Aufbau
3.2.2.4 Durchführung der Untersuchung
3.2.2.5 Methodik der Datenauswertung
3.3 Ergebnisse
3.4 Diskussion der Ergebnisse
4 Schlussfolgerung, Ausblick und praktische Implikationen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Existenz und Verbreitung des sogenannten Boreout-Syndroms zu untersuchen, welches durch Unterforderung, Langeweile und Desinteresse am Arbeitsplatz charakterisiert ist. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich dabei der Bestätigung dieses Phänomens sowie der Analyse, ob bestimmte Berufsgruppen (wie Bürotätigkeiten vs. Berufe mit unmittelbarem Handlungsbedarf) ein höheres Risiko für das Syndrom aufweisen.
2.4 Boreout-Strategien und Boreout-Paradox
Im Allgemeinen reagieren Individuen, die Stress und Belastungen ausgesetzt sind, mit sogenannten Coping- bzw. Bewältigungsstrategien. Folkman & Larzarus (1984, 141) definieren Coping als „sich kontinuierlich verändernde, kognitive und verhaltensbezogene Bemühungen einer Person, um spezifische externe und/oder interne Anforderungen, die als Ressourcen übersteigend und anstrengend bewertet werden, zu bewältigen (Übers. d. Verf.)“. Beim Coping handelt es sich also um einen Prozess der stattfindet, wenn sich die Bedingungen in der Mensch-Umwelt Beziehung verändern und diese Veränderung vom Individuum als belastend empfunden wird (Folkman & Lazarus, 1984, 142).
Grundsätzlich werden zwei Arten von Coping-Strategien unterschieden: Problemorientierte Coping-Strategien (die betroffene Person bemüht sich durch aktives Handeln eine Verbesserung der Situation herbeizuführen) und Emotionsorientierte Coping-Strategien (die betroffene Person versucht seinen negativen Emotionen, die durch die Belastungssituation entstanden sind, entgegenzuwirken).
Wie bereits in den vorherigen Kapiteln dargestellt, handelt es sich bei den Elementen des Boreout-Syndroms ebenfalls um sehr starke Belastungen für die betreffende Person, die zu Motivationsverlust und Arbeitsvermeidung führen. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch bestimmte (Coping-)Strategien integrale Bestandteile des Boreout-Syndroms sind (Rothlin & Werder, 2007, 29). Es gibt eine Vielzahl solcher Strategien, die alle hauptsächlich in den Bereich der kognitiven und behavioralen Vermeidung eingeordnet werden können. Einige der gängigsten werden im Folgenden näher betrachtet.
1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die aktuelle psychische Belastungssituation in der Arbeitswelt ein und grenzt das Boreout-Syndrom als Gegenentwurf zum Burnout-Syndrom ab.
2 Das Boreout-Syndrom: Hier werden die theoretischen Grundlagen, die drei Schlüsselelemente Unterforderung, Langeweile und Desinteresse sowie die Coping-Strategien und das Konzept des qualitativen Lohns detailliert definiert.
3 Studie: Dieses Hauptkapitel beschreibt das methodische Design der empirischen Untersuchung, die Stichprobenauswahl, die Konstruktion des Fragebogens sowie die statistische Auswertung der Ergebnisse.
4 Schlussfolgerung, Ausblick und praktische Implikationen: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothesen zur Existenz des Boreout-Syndroms und gibt einen Ausblick auf notwendige weitere Forschungen sowie praktische Handlungsempfehlungen.
Boreout-Syndrom, Burnout-Syndrom, Unterforderung, Langeweile, Desinteresse, Arbeitszufriedenheit, Qualitativer Lohn, Innere Kündigung, Coping-Strategien, Mitarbeiterbindung, Arbeitspsychologie, Empirische Studie, Fragebogenerhebung, Fehlbeanspruchung, Psychische Gesundheit.
Die Masterarbeit befasst sich mit dem psychischen Phänomen des "Boreout-Syndroms", welches durch chronische Unterforderung und Langeweile am Arbeitsplatz entsteht und damit das Gegenstück zum bekannten Burnout-Syndrom darstellt.
Zentrale Themen sind die psychologischen Aspekte von Unterforderung, die Entwicklung von Bewältigungsstrategien bei der Arbeit, die Definition von Arbeitszufriedenheit und der Einfluss des "qualitativen Lohns" (Sinn, Zeit, Geld) auf die Mitarbeiterbindung.
Das primäre Ziel ist es, die Existenz und Verbreitung des Boreout-Syndroms empirisch zu belegen und zu untersuchen, inwieweit unterschiedliche Berufsfelder (insbesondere Büroberufe gegenüber pflegerischen Berufen) verschieden stark von diesem Syndrom betroffen sind.
Es wurde ein quantitatives Forschungsdesign gewählt, bestehend aus einer schriftlichen Fragebogenerhebung (PAPI - Paper and Pencil Interview) an zwei exemplarischen Unternehmensstandorten, gefolgt von statistischen Analysen mittels SPSS (t-Tests und Mann-Whitney-U-Tests).
Im Hauptteil (Kapitel 2 und 3) werden zunächst die theoretischen Definitionen und Abgrenzungen zu Konzepten wie der "inneren Kündigung" erarbeitet. Anschließend folgt die detaillierte Beschreibung der empirischen Studie, inklusive Stichprobenbeschreibung, Operationalisierung der Konstrukte und Auswertung der Daten.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Boreout-Syndrom, Unterforderung, Arbeitszufriedenheit, qualitative Unterforderung und empirische Arbeitsmarktforschung definieren.
Die Studie konnte zeigen, dass Büroangestellte eine signifikant höhere Tendenz zu Boreout-Symptomen aufweisen als Krankenhausmitarbeiter, bei denen aufgrund der Unmittelbarkeit ihrer Aufgaben kaum Möglichkeiten zur "Arbeitstäuschung" bestehen.
Obwohl Mittelwertunterschiede zwischen Altersgruppen (bis 29 Jahre vs. ab 30 Jahren) erkennbar waren, konnten für den Status als Auszubildender im Vergleich zu Festangestellten keine statistisch signifikanten Unterschiede bezüglich der Anfälligkeit für das Boreout-Syndrom nachgewiesen werden.
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