Masterarbeit, 2012
115 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Sind Bilderbücher literarische Werke?
1.1. Definition von Kinderliteratur
1.2. Geschichte des Bilderbuches im französisch- und deutschsprachigen Raum
1.3. Charakteristische Merkmale kinderliterarischer Bilderbücher
2. Translationstheoretische Ansätze in der Untersuchung von Kinderliteratur
2.1. Der übersetzungstheoretische Ansatz von Juliane House
2.2. Göte Klingberg
2.3. Kinderliterarisches Übersetzen aus Sicht der Polysystemtheorie
2.4. Riita Oittinens Konzept des Übersetzens für Kinder
2.5. Emer O’Sullivans Konzept des impliziten Übersetzers
3. Analyse deutscher Übersetzungen von französischen Bilderbüchern
3.1. König Babar – Das Werk von Jean und Laurent de Brunhoff
3.1.1. Die Geschichte von Babar, dem kleinen Elefanten
3.1.2. Übersetzungsanalyse der Bilderbücher von Jean de Brunhoff
3.1.3. Das Wort-Bild Verhältnis im Werk von Jean de Brunhoff
3.1.4. Übersetzungsanalyse der Fortsetzungsgeschichte von Laurent de Brunhoff
3.1.4.1. Babar auf der Vogelinsel
3.1.4.2. Mit Babar im Museum
3.2. Die Bilderbücher von Anne Herbauts
3.2.1. Was macht der Mond in der Nacht?
3.2.2. Die Stunde des Herrn Blau
3.2.3. Das Haus zwischen Himmel und Meer
Die vorliegende Masterarbeit untersucht den Einfluss spezifischer gestalterischer Mittel von Bilderbüchern auf deren Übersetzungsprozess. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Übersetzer mit dem komplexen Zusammenspiel von Bild und Text umgehen und inwieweit formale sowie inhaltliche Entscheidungen von zeitgeschichtlichen Entwicklungen und pädagogischen Vorstellungen geprägt sind.
3.1.3. Das Wort-Bild Verhältnis im Werk von Jean de Brunhoff
Das, was an den Bilderbüchern Jean de Brunhoffs seinerzeit so revolutionär war, war die neue Gestaltung der Verbindung zwischen Text und Illustration. Einem sehr einfachen Text stehen sehr bunte, detailreiche und großflächige Illustrationen gegenüber. Jean de Brunhoff setzt das Verhältnis zwischen Text und Bild jedoch nicht nur als atmosphärisches, sondern auch ganz bewusst als narratives Element ein. Dieses Zusammenspiel von Text und Illustration beschränkt sich nicht ausschließlich auf die einzelne Seite, es erstreckt sich vielmehr auf das Buch im Gesamten.
So nützt Jean de Brunhoff die Tatsache, dass zwar im Buch zuerst die linke Seite gelesen wird, beim Umblättern der Blick jedoch vorher auf die rechte Seite fällt. Zum Beispiel im ersten Buch Histoire de Babar wird auf der linken Seite gezeigt wie Babar glücklich auf dem Rücken seiner Mutter sitzt, während man hinter dem Busch schon den Jäger sieht, der auf die Mutter schießt. Auf der rechten Seite liegt die Mutter dann tot am Boden und Babar weint um sie. Der Tod der Mutter wird dadurch schon vorangekündigt, und die Bilder des einerseits glücklichen Babars auf der linken und andererseits traurigen Babars auf der rechten Seite werden so direkt gegenüber gestellt. Bis ins Detail verfolgt Jean de Brunhoff diese Art der Symmetrie der Bilder und lässt die Vögel und den Affen, die auf der linken Seite den Jäger noch neugierig beobachten, auf der rechten Seite davonfliegen bzw. sich verstecken. Die Hügel, die auf der linken Seite noch rosa leuchten, sind auf der rechten Seite nur mehr grau.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Bilderbüchern als literarische Kunstform und definiert das Forschungsziel der Arbeit hinsichtlich des Einflusses gestalterischer Mittel auf die Übersetzung.
1. Sind Bilderbücher literarische Werke?: Dieses Kapitel erörtert den Status von Kinderliteratur, die historische Entwicklung sowie charakteristische Merkmale von Bilderbüchern.
2. Translationstheoretische Ansätze in der Untersuchung von Kinderliteratur: Hier werden zentrale theoretische Konzepte zur Übersetzung von Kinderliteratur vorgestellt, darunter Ansätze von Juliane House, Göte Klingberg, der Polysystemtheorie, Riita Oittinen und Emer O’Sullivan.
3. Analyse deutscher Übersetzungen von französischen Bilderbüchern: Dieser Hauptteil vergleicht die Übersetzungen der Babar-Reihe und der Werke von Anne Herbauts hinsichtlich ihrer formalen und inhaltlichen Treue zum Original unter Berücksichtigung des Wort-Bild-Verhältnisses.
Bilderbuchübersetzung, Kinderliteratur, Wort-Bild-Verhältnis, Translationstheorie, Jean de Brunhoff, Laurent de Brunhoff, Anne Herbauts, Literaturwissenschaft, Äquivalenz, kindgemäße Sprache, Illustration, Polysystemtheorie, pädagogische Funktion, literarische Adaption.
Die Arbeit analysiert den Einfluss der spezifischen Gestaltung von Bilderbüchern – insbesondere des Verhältnisses von Text und Bild – auf deren Übersetzung ins Deutsche.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Bilderbüchern, verschiedenen translationstheoretischen Ansätzen und einer detaillierten Analyse von Übersetzungen bekannter französischer Bilderbuchautoren.
Ziel ist es zu untersuchen, wie Übersetzer mit den besonderen textuellen und formalen Anforderungen von Bilderbüchern umgehen und inwieweit die Eigenheiten des Originals in der Übersetzung erhalten bleiben.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Einführung in die Translationswissenschaft für Kinderliteratur mit einer vergleichenden, deskriptiven Übersetzungsanalyse spezifischer Bilderbuchreihen.
Der Hauptteil widmet sich der Übersetzungsanalyse der Babar-Bücher von Jean und Laurent de Brunhoff sowie der Werke von Anne Herbauts, wobei ein Fokus auf der Interaktion zwischen Bild und Text liegt.
Wichtige Begriffe sind unter anderem die "doppelte Adressiertheit", der "kinderliterarische Code", "Kindgemäßheit" und die "Polysystemtheorie".
Die Arbeit zeigt, dass die Verfilmung der Babar-Geschichten zu einer plakativeren Gestaltung und vereinfachten Sprache geführt hat, was sich auch auf die Qualität und Art der Neuübersetzungen auswirkte.
Die Personifizierung stellt eine Herausforderung dar, da sich das grammatikalische Geschlecht (Genus) des Mondes zwischen dem Französischen (weiblich) und Deutschen (männlich) unterscheidet, was beim Übersetzen kreative Lösungen erfordert.
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