Examensarbeit, 2014
62 Seiten, Note: 2,0
I: Vorwort zu dieser wissenschaftlichen Arbeit
II: Quelle A: „Judentum“
II.1: Formales
II.2: Quellenanalyse
II.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
II.4: Quelleninterpretation
III: Quelle B: „Stellungnahme des Gnadauer Verbandes zur GDC“
III.1: Formales
III.2: Quellenanalyse
III.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
III.4: Quelleninterpretation
IV: Quelle C: „Meine Stellungnahme zur GDC“
IV.1: Formales
IV.2: Quellenanalyse
IV.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
IV.4: Quelleninterpretation
V: Quelle D: „Führer oder Hirten?“
V.1: Formales
V.2: Quellenanalyse
V.3: Historischer Hintergrund/Problemhintergrund
V.4: Quelleninterpretation
VI: Das Fazit dieser Untersuchung
Die Arbeit untersucht anhand von vier Primärquellen aus dem Periodikum „Der Evangelist aus dem Siegerland“ die Rolle und die Haltung des Siegerländer Gemeinschaftsverbandes während der Jahre 1933/1934 im Kontext des Nationalsozialismus.
II.2: Quellenanalyse
Michaelis beginnt seinen Beitrag mit einer damals überaus aktuellen Debatte („Ist Deutschtum und Judentum zweierlei Volkstum?“) und führt davon ausgehend seinen Artikel weiter. Zunächst stellt er fest, dass diese Frage die Gemüter sehr bewegt. Anschließend erläutert Michaelis die rechtliche Situation der Juden in der Geschichte Deutschlands und der USA und fügt dann eine theologische Komponente hinzu, auf deren Basis er die verstärkte Sesshaftigkeit der in aller Welt verstreuten Juden kritisiert, nämlich dahingehend, dass die Juden in vielen Ländern in jüngerer Vergangenheit die Staatsbürgerschaft erhalten haben.
Im nächsten Abschnitt erläutert Walter Michaelis seine Vorstellung von Gottes Plan mit den Juden: Die Diaspora Israels sei Gottes Fluch und ihre Sammlung in Kanaan werde wiederum sein Segen für sein auserwähltes Volk sein. Zwischen diesen beiden Zeitpunkten sollen die Juden heimatlos unter den anderen Völkern sein. Er zieht den Schluss daraus, dass die Verleihung der Staatsbürgerrechte diesen Plan eher konterkariert.
I: Vorwort zu dieser wissenschaftlichen Arbeit: Das Vorwort führt in die Zielsetzung ein, vier Primärquellen des Periodikums „Der Evangelist aus dem Siegerland“ in den historischen Kontext des Siegerländer Gemeindeverbandes während des Nationalsozialismus zu setzen.
II: Quelle A: „Judentum“: Dieses Kapitel analysiert einen Artikel von Walter Michaelis aus dem Jahr 1933, der das Verhältnis zum Judentum aus einer theologisch-konservativen, antijudaistischen Perspektive beleuchtet.
III: Quelle B: „Stellungnahme des Gnadauer Verbandes zur GDC“: Das Kapitel untersucht die offizielle Positionierung des Gnadauer Verbandes gegenüber der Glaubensbewegung Deutsche Christen und deren Forderungen.
IV: Quelle C: „Meine Stellungnahme zur GDC“: In diesem Kapitel wird eine persönliche Stellungnahme von Walter Michaelis analysiert, in der er sich kritisch mit dem Totalitätsanspruch der Deutschen Christen auseinandersetzt.
V: Quelle D: „Führer oder Hirten?“: Hier wird ein Artikel von Pastor Heinrich Oltmann betrachtet, der das biblische Hirtenbild dem politischen Führerprinzip gegenüberstellt und die Unvereinbarkeit dieser Konzepte für die Kirche betont.
VI: Das Fazit dieser Untersuchung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Siegerländer Gemeinschaftsverband ein konservativ geprägtes, antisemitisch beeinflusstes Milieu darstellte, das versuchte, seine kirchliche Autonomie gegen nationalsozialistische Übergriffe zu verteidigen.
Nationalsozialismus, Siegerländer Gemeinschaftsverband, Der Evangelist aus dem Siegerland, Walter Michaelis, Judentum, Antijudaismus, Deutsche Christen, Gnadauer Verband, Kirchenkampf, Führerprinzip, Volksmission, Staat-Kirchen-Verhältnis, Pietismus, Heinrich Oltmann, Antisemitismus.
Die Arbeit untersucht die Haltung und Rolle des Siegerländer Gemeinschaftsverbandes in den Jahren 1933 und 1934 anhand von vier zeitgenössischen Primärquellen.
Die zentralen Themen sind der christliche Antijudaismus, das Verhältnis von Kirche und Nationalsozialismus sowie die innerkirchliche Auseinandersetzung mit der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“.
Es soll geklärt werden, wie repräsentativ die politischen und theologischen Haltungen in den untersuchten Quellen für den Siegerländer Gemeindeverband in der frühen NS-Zeit waren.
Die Arbeit nutzt eine exemplarische Quellenanalyse, bei der die Texte zunächst formal eingeordnet, historisch kontextualisiert und anschließend inhaltlich interpretiert werden.
Der Hauptteil analysiert detailliert vier spezifische Artikel aus dem Periodikum „Der Evangelist aus dem Siegerland“ hinsichtlich ihrer theologischen Argumentation und politischen Implikationen.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Gnadauer Verband, Deutsche Christen, Antijudaismus, Volksmission und Führerprinzip.
Michaelis vertritt einen theologisch motivierten Antijudaismus, der Juden als „auserwähltes Volk unter Gottes Fluch“ betrachtet und eine staatliche Eindämmung des jüdischen Einflusses befürwortet, wenngleich er physische Gewalt ablehnt.
Die Autoren kritisieren insbesondere den Totalitätsanspruch der „Deutschen Christen“, die Instrumentalisierung der Kirche für NS-Ziele und die Vermischung von christlicher Lehre mit völkischen Ideologien.
Oltmann betont, dass der Hirte der Gemeinde Jesu nach der göttlichen Regel der Gnade handelt, während der Führer eine staatliche, auf unbedingter Gefolgschaft basierende Rolle innehat, die in der Kirche nichts zu suchen habe.
Die Arbeit verweist auf ein Urteil, wonach die evangelische Presse dem Antisemitismus der Nationalsozialisten größtenteils keinen ernsthaften Widerstand entgegenbrachte, sondern ihn weitgehend akzeptierte.
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