Bachelorarbeit, 2013
53 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung und Zielsetzung
2. Zur Bedeutung von Bildern
2.1 Abbild und Perspektive
2.2 ‚pictorial turn‘
2.3 Leidensbilder
3. Geschichte der visuellen Kriegsberichterstattung
3.1 Kriegsberichterstattung im industrialisierten Krieg
3.2 Die Pluralisierung der Bilder mit dem Vietnamkrieg
3.3 Die „neuen“ Kriege im Zeichen der Digitalisierung
4. Formen der Bildmanipulation
4.1 Stilmittel und Gestaltung
4.1.1 inhaltliche Gestaltungselemente
4.1.2 optische Gestaltungselemente
4.1.3 Perspektive
4.2 Nachbearbeitung und Platzierung
5. Ikone als Kriegsrepräsentant am Beispiel des Napalm-Girls
5.1 Produktionskontext
5.2 Die Momentaufnahme als historisches Referenzbild
5.3 Bildauswahl und –bearbeitung
5.4 Formal-ästhetische Analyse
5.5 Die Veröffentlichung
5.6 Die personale Überführung Kim Phucs in den Mythos
6. Embedded journalism, militainment, infotainment – „Hybridisierungstendenzen“ in der Kriegsberichterstattung
6.1 embedded journalism
6.2 Formale und ästhetische Hybridisierungstendenzen
6.3 Bildgestaltung und Dramaturgie des Krieges
7. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Rolle der Bildmedien in der modernen Kriegsberichterstattung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit Bildmedien objektiv über das Kriegsgeschehen berichten oder durch Manipulation und Inszenierung die Realität verzerrt wiedergeben, um gesellschaftliche und politische Wirkungen zu erzielen.
2.1 Abbild und Perspektive
Abgeleitet aus dem althochdeutschen, bedeutet Bild so viel wie Nachbildung, aber auch Wunder oder Omen. Der Betrachter nimmt bei der Wirkung des Bildes jedoch eine entscheidende Rolle ein. „Die Bilderfindung, die wir Perspektive nennen, […] verwandelte die Welt erstmals in einen Blick auf die Welt“ (Hans Belting 2009: 9).
Als Narziss sein Spiegelbild im Wasser erblickte, verliebte er sich in sich selbst. „Der dort bin ich“ rief er¸ gefesselt von seiner Schönheit. Natürlich sah er sich nicht selbst, sondern nur sein Abbild. Auch die Bewohner in Platons Höhle sehen die Welt hinter ihnen vor sich auf die Wand projiziert. Für sie scheinen die Figuren real. Der Hund aus der Fabel von Äsop sieht sein Spiegelbild im Fluss und denkt, ein anderer Hund hielte dort ein Stück Fleisch im Maul und springt ins Wasser. Das Tier kann nicht zwischen Wirklichkeit und Bild unterscheiden. Der Blick auf die Welt ist also immer abhängig vom Betrachter, bzw. seiner Perspektive.
1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in das Thema der medialen Kriegsinszenierung und Formulierung der leitenden Forschungsfrage bezüglich der Objektivität von Bildmedien.
2. Zur Bedeutung von Bildern: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Bildbegriff, der Rolle des Betrachters und der philosophischen sowie psychologischen Bedeutung von Leidensbildern.
3. Geschichte der visuellen Kriegsberichterstattung: Historischer Abriss, der die Entwicklung von der frühen Kriegsfotografie über den Vietnamkrieg bis hin zur digitalen Kriegsberichterstattung nachzeichnet.
4. Formen der Bildmanipulation: Analyse technischer und inhaltlicher Strategien, mit denen Bilder bewusst beeinflusst werden, um politische oder dramaturgische Ziele zu erreichen.
5. Ikone als Kriegsrepräsentant am Beispiel des Napalm-Girls: Detaillierte Untersuchung der Entstehung, medialen Verbreitung und mythologischen Überhöhung eines der bekanntesten Kriegsfotos der Geschichte.
6. Embedded journalism, militainment, infotainment – „Hybridisierungstendenzen“ in der Kriegsberichterstattung: Untersuchung der aktuellen Fernsehberichterstattung, insbesondere der Verschmelzung von Information und Unterhaltung durch neue Nachrichtenformate.
7. Fazit: Zusammenfassende kritische Reflexion über die Macht der Bilder und die Notwendigkeit einer bewussten Rezeption durch den Betrachter.
Kriegsberichterstattung, Bildmanipulation, Mediale Inszenierung, Fotografie, Fernsehen, Ikonografie, Bilderkrieg, Embedded Journalism, Hybridisierung, Napalm-Girl, Authentizität, Bildgedächtnis, Kriegsikonen, Infotainment, Rezipientenkompetenz.
Die Arbeit analysiert kritisch, wie Kriege in den Medien dargestellt werden und inwiefern dabei Bilder genutzt werden, um Realitäten zu konstruieren, zu manipulieren oder zu inszenieren.
Die zentralen Felder umfassen die medientheoretische Bedeutung von Bildern, die Geschichte der visuellen Kriegsberichterstattung, Techniken der Bildmanipulation und die moderne Verschmelzung von Information und Unterhaltung.
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Bildmedien objektiv über Kriege informieren oder durch gezielte Manipulation eine verzerrte Realität schaffen, die politisch oder kommerziell instrumentalisierbar ist.
Die Arbeit nutzt eine bildwissenschaftliche und medienkritische Analyse. Dies beinhaltet die theoretische Erörterung sowie die exemplarische Bildanalyse anhand historischer und aktueller Fallbeispiele.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Kriegsberichterstattung, die Darstellung von Manipulationsformen, eine detaillierte Fallstudie zur Ikone "Napalm-Girl" sowie die Untersuchung neuer Sendeformate wie "Embedded Journalism" und "Infotainment".
Wichtige Begriffe sind unter anderem Kriegsberichterstattung, Bildmanipulation, Mediale Inszenierung, Ikonografie, Bilderkrieg und Hybridisierung.
Das Napalm-Girl dient als Paradebeispiel für den gesamten Prozess: von der Entstehung des Fotos über die mediale Auswahl und Bearbeitung bis hin zur langfristigen Instrumentalisierung als globale Anti-Kriegs-Ikone.
Die Digitalisierung ermöglicht eine immer schnellere Verbreitung von Bildern (oft auch durch Laien), was einerseits zu einer Demokratisierung beiträgt, andererseits aber die Überprüfung von Quellen erschwert und die Manipulation durch schnelle Inszenierung begünstigt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

