Bachelorarbeit, 2014
68 Seiten, Note: 1,8
1. Einleitung
1.1. Problemstellung
1.2. Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2. Energiepolitische Ausgangsbedingungen in Europa und Asien
2.1. Energiepolitische Situation in Europa
2.1.1. Die europäische Energiestrategie 2020
2.2. Energiepolitische Situation in Russland
2.2.1. Gazprom
2.3. Energiepolitische Kooperation zwischen der EU und Russland
2.3.1. Der Ukrainekonflikt und dessen Auswirkungen
2.4. Energiepolitische Kooperation zwischen der EU und mittel- und zentralasiatischen Ländern
3. Geostrategische Lage der Türkei
3.1. Die Rohstoffpotenziale der Region
3.2. Transportinfrastruktur für Erdöl und Erdgas
3.2.1. Geplante bzw. betriebene Erdölpipelines
3.2.1.1. Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC)
3.2.1.2. Kirkuk-Ceyhan-Pipeline (KCP)
3.2.1.3. Autonomieregion Kurdistan/Irak-Türkei-Pipeline
3.2.1.4. Ceyhan-Kirikkale-Pipeline
3.2.1.5. Batman-Dörtyol-Pipeline
3.2.1.6. Trans Anatolian Pipeline (TAP)
3.2.2. Geplante bzw. betriebene Erdgaspipelines
3.2.2.1. Blue-Stream-Pipeline
3.2.2.2. Baku-Tiflis-Erzurum-Pipeline (BTE)
3.2.2.3. Tabriz-Dogubayazit-Pipeline (TDP)
3.2.2.4. Bulgarien-Türkei-Pipeline (West Stream)
3.2.2.5. Interconnector Türkei-Griechenland-Pipeline (ITG)
3.2.2.6. Iran-Türkei-Europa (ITE)
3.2.2.7. Iraq-Turkey Gas Export Pipeline (ITGEP)
3.2.2.8. Israel-Turkey Natural Gas Pipeline
3.2.2.9. Egypt-Turkey Natural Gas Pipeline
3.2.2.10. Trans Anatolian Natural Gas Pipeline (TANAP)
3.3. Die nationale Energielage der Türkei
4. Energieaußenpolitik der Türkei
4.1. Außenpolitik der Türkei
4.2. Energieaußenpolitik mit den Ländern im Südkaukasus
4.3. Energieaußenpolitik mit dem Nahen und Mittleren Osten
4.4. Energieaußenpolitik mit Russland
4.5. Energieaußenpolitik mit den Ländern Zentralasiens
5. Wirtschaftspolitische Optionen der Türkei
5.1. Die nah-/mittelöstliche Option
5.2. Die kaspische Option
5.3. Das Potenzial der Türkei zur Energiedrehscheibe
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die geostrategische Rolle der Türkei in der internationalen Energiepolitik. Ziel ist es zu analysieren, ob die Türkei das Potenzial besitzt, als alternative Energiedrehscheibe zwischen dem Nahen Osten, der kaspischen Region und Europa eine zentrale Rolle bei der Diversifizierung der europäischen Energieversorgung einzunehmen.
1.1. Problemstellung
Fossile Energieträger sind grundlegende Bestandteile der heutigen und der zukünftigen Gesellschaft. Insbesondere die Bedeutung von Erdöl und Erdgas rückt immer mehr in den Vordergrund. Erstmals kam die Bedeutung von fossilen Energieträgern in der Ölkrise von 1973 zum Vorschein. Damals wurde schnell klar, wie wichtig die Versorgungssicherheit mit fossilen Energieträgern ist und welcher gewaltige Nachteil eine Nation treffen kann, wenn eine so hohe Abhängigkeit von Energieträgern besteht. Die Europäische Union (EU) hat im Jahr 2010 ihren Erdölverbrauch zu 83 % und ihren Erdgasverbrauch zu 76,8 % aus nicht europäischen Ländern gedeckt. Größter Energielieferant der EU ist Russland. Ein Drittel der fossilen Energieträger wird nur von Russland geliefert. Besonders Erdgas wird in der Zukunft ein ernst zu nehmender Abhängigkeitsfaktor werden. Die zukünftigen Erdgasproduktionen in der EU werden durch den bereits erreichten Höhepunkt im Verbrauch von Jahr zu Jahr sinken, was zu einer noch voluminöseren Importabhängigkeit führt. Die EU spricht von Unsicherheiten bei der zukünftigen Versorgungssicherheit von Europa. Das Bestreben der EU, zu einer Diversifizierung der Erdgasimporte zu gelangen, wird immer offensichtlicher. Europa plant deshalb die Verbindung zu Ländern mit reichen Erdgasressourcen im Mittleren Osten und am Kaspischen Meer.
Erst nach dem eskalierenden Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2009 wurde die Energieversorgung Europas zur Debatte gestellt. Es wurden Strategien entwickelt, welche die Gasimporte der EU diversifizieren sollen. Neue internationale Pipelines sollen die Infrastruktur der Gaseinfuhren der EU erweitern und alternative Energiequellen zu Russlands Lieferungen erschließen. Die dünne Besiedlung und die großen Energieressourcen eröffnen den Ländern der kaspischen Region ein großes Exportpotenzial, weshalb das bevorzugte Interesse der EU auch auf diese Region gerichtet ist.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der globalen Energieabhängigkeit ein und erläutert die Zielsetzung sowie den Aufbau der Untersuchung.
2. Energiepolitische Ausgangsbedingungen in Europa und Asien: Dieses Kapitel analysiert die Abhängigkeit der EU von fossilen Energieträgern sowie die energiepolitischen Beziehungen zwischen der EU, Russland und Zentralasien.
3. Geostrategische Lage der Türkei: Hier werden die geographische Brückenfunktion der Türkei, ihre Rohstoffpotenziale und das umfassende Netz an existierenden sowie geplanten Öl- und Erdgaspipelines detailliert dargestellt.
4. Energieaußenpolitik der Türkei: Dieses Kapitel untersucht die Neuausrichtung der türkischen Außenpolitik unter der AK-Partei und deren spezifische energiepolitische Beziehungen zu den Nachbarregionen.
5. Wirtschaftspolitische Optionen der Türkei: Es werden verschiedene strategische Optionen (nah-/mittelöstliche und kaspische Option) bewertet, um das Potenzial der Türkei als Energiedrehscheibe zu definieren.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Die Arbeit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und gibt eine Prognose über die zukünftige Rolle der Türkei als Akteur im Energiesektor ab.
Energiepolitik, Türkei, Erdgas, Erdöl, Diversifizierung, Versorgungssicherheit, Pipelines, Europa, Russland, Kaspisches Meer, Naher Osten, Geostrategie, Energiedrehscheibe, Außenpolitik, Infrastruktur
Die Arbeit analysiert die geostrategische Energiepolitik der Türkei und deren Ambitionen, als bedeutende Energiedrehscheibe zwischen den rohstoffreichen Regionen im Osten und dem europäischen Absatzmarkt zu fungieren.
Die Schwerpunkte liegen auf der europäischen Importabhängigkeit, der Analyse der türkischen Infrastrukturprojekte, der außenpolitischen Strategie Ankaras und den geopolitischen Beziehungen zu Nachbarstaaten wie Russland, dem Iran und Aserbaidschan.
Das Ziel ist die Prüfung, ob die Türkei die notwendigen Voraussetzungen und das Potenzial besitzt, als verlässlicher alternativer Energielieferant und Transitland die Energieversorgungssicherheit der Europäischen Union nachhaltig zu unterstützen.
Die Arbeit stützt sich auf eine deskriptive und analytische Literatur- und Datenanalyse, in der aktuelle Pipelineprojekte, Handelsdaten und politische Entwicklungen (wie die "Strategische Tiefe") ausgewertet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme der globalen Energieabhängigkeit, eine detaillierte Auflistung der Pipelineinfrastruktur der Türkei und eine Untersuchung der energiepolitischen Außenbeziehungen zur Region Südkaukasus, Russland und Zentralasien.
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Geostrategie, Energiedrehscheibe, Pipeline-Infrastruktur, Versorgungssicherheit, Diversifizierung und Energieaußenpolitik.
Der Autor ordnet das Scheitern als einen Prozess ein, bei dem sich andere Projekte, insbesondere die TANAP-Pipeline in Kooperation mit Aserbaidschan, als effizientere oder politisch realisierbarere Alternativen für den "südlichen Gaskorridor" durchgesetzt haben.
Dieses Konzept ist zentral für das Verständnis der türkischen Außenpolitik, da es den Wandel von einer einseitigen Westorientierung hin zu einer aktiven, multidimensionalen Diplomatie beschreibt, die die Türkei als unverzichtbaren Akteur in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft positioniert.
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