Diplomarbeit, 2002
89 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die Hypothese effizienter Märkte
2.1 Abgrenzung des Begriffs Informationseffizienz
2.2 Definitionsansätze zur Markteffizienz
2.2.1 Marktgleichgewicht der Wertpapierpreise
2.2.2 Marktgleichgewicht der Wertpapierpreise und -bestände
2.2.3 Nichtbestehen von gewinnträchtigen Handelsstrategien
2.3 Modelle des Preisprozesses auf informationseffizienten Märkten
2.3.1 Fair-Game-Bedingung
2.3.2 Martingale-Modell
2.3.3 Submartingale-Modell
2.3.4 Random Walk-Modell
2.4 Das Konzept der Informationsmengen
2.4.1 Strenge Informationseffizienz
2.4.2 Halbstrenge Informationseffizienz
2.4.3 Schwache Informationseffizienz
2.4.4 Informationsmengen nach Beaver
2.5 Kritische Würdigung der Effizienzmarkthypothese
2.5.1 Informationsparadoxon
2.5.2 Excess Volatility
3 Messkonzepte zur Informationseffizienz
3.1 Vorgehensweise bei Untersuchungen zur Informationseffizienz
3.1.1 Tests auf schwache Informationseffizienz
3.1.2 Tests auf halbstrenge Informationseffizienz
3.1.3 Tests auf strenge Informationseffizienz
3.2 Informationseffizienz versus Informationsgehalt
3.3 Unternehmensspezifische und unternehmensübergreifende Ereignisse
3.4 Modelle zur Renditebereinigung
3.4.1 Faktorlose Modelle
3.4.1.1 Mittelwertbereinigte Renditen
3.4.1.2 Marktbereinigte Renditen
3.4.2 Einfaktorenmodelle
3.4.2.1 Marktmodell
3.4.2.2 Capital Asset Pricing Model
3.4.3 Mehrfaktorenmodelle
3.4.3.1 Arbitrage Pricing Theory
3.4.3.2 Dreifaktorenmodell von Fama/French
3.5 Probleme bei der Ermittlung der Gleichgewichtsrendite
3.5.1 Bestimmung des Ereignis- bzw. Ankündigungszeitpunktes
3.5.2 Überlappende Ereignisse
3.5.3 Antizipation von Ereignissen
3.6 Aggregation der Renditen
3.6.1 Kumulierte Überrendite
3.6.2 Buy & Hold – Überrendite
4 Forschungsergebnisse zur Informationseffizienz
4.1 Schwache Informationseffizienz
4.2 Halbstrenge Informationseffizienz
4.2.1 Pressemeldungen
4.2.2 Ad hoc-Publizität
4.2.3 Analystenmeinungen
4.2.4 Unternehmenskontrolle
4.2.5 Unternehmensstrategie
4.2.6 Gewinne
4.2.7 Dividenden
4.2.8 Kapitalveränderungen
4.2.8.1 Gratisaktien
4.2.8.2 Kapitalerhöhung
4.2.9 Fazit
4.3 Strenge Informationseffizienz
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, empirische Untersuchungen zur Informationseffizienz des deutschen Kapitalmarktes, insbesondere des Aktienmarktes, aufzuzeigen und kritisch zu würdigen. Dabei werden die theoretischen Grundlagen der Effizienzmarkthypothese, verschiedene Messkonzepte (wie Ereignisstudien und Renditebereinigungsmodelle) sowie die Ergebnisse bisheriger Forschungsarbeiten analysiert.
2.2.1 Marktgleichgewicht der Wertpapierpreise
Der Definitionsansatz von Fama (1970) geht allein von einer Informationsfunktion der Wertpapierpreise aus: „A market in which prices always fully reflect all available information is called efficient“.22 Da nicht unmittelbar klar wird, was unter „fully reflected“ and „all available information“ zu verstehen ist, merkt Schmidt (1981) an, dass diese Definition noch operationalisiert werden muss.23 Da sämtliche bewertungsrelevanten Informationen bereits im Wertpapierpreis enthalten sind, entspricht der auf die verfügbare Information Φt konditionierte Erwartungswert des Preises E(Pi,t+1|Φt) eines Wertpapiers i dem unkonditionierten Erwartungswert:
E(Pi,t+1|Φt)= E (Pi,t+1) (2.1)
Zur Konkretisierung der Aussage, dass die Wertpapierpreise die verfügbare, bewertungsrelevante Information widerspiegeln, stellt Fama (1970) folgende hinreichende Bedingungen an einen informationseffizienten Markt:24
(1) Es bestehen keine Transaktionskosten, Steuern oder sonstigen Marktfriktionen.
(2) Den Marktteilnehmern stehen alle (bewertungsrelevanten) Informationen kostenlos zur Verfügung.
(3) Die Marktteilnehmer besitzen homogene Erwartungen über die Bewertungsrelevanz der Informationen für die Wertpapierpreise und deren zukünftige Verteilung.
(4) Die Marktteilnehmer treten als Mengenanpasser auf.
(5) In bezug auf die Verfügbarkeit und Verarbeitung von Informationen wird vollkommene Markttransparenz unterstellt. 25
Die Bedingungen (2), (3), und (5) bewirken, dass alle Marktteilnehmer über die gleichen Informationen verfügen und diese in ihrer Auswirkung auf den Gewinnerwartungswert26 gleich beurteilen. Ist jede Information bereits im Preis enthalten und schlagen sich neue Informationen im Preis nieder, so impliziert dies, dass die Änderung der Wertpapierpreise, gemäß dem zufälligen Informationsauftritt, einem Zufallsprozess folgt.27
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Informationseffizienz an Kapitalmärkten ein und umreißt das Ziel sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Die Hypothese effizienter Märkte: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Markteffizienz, verschiedene Definitionsansätze sowie Modelle des Preisprozesses ausführlich dargelegt.
3 Messkonzepte zur Informationseffizienz: Dieses Kapitel widmet sich der empirischen Testbarkeit der Effizienzhypothese und stellt verschiedene Modelle zur Renditebereinigung sowie methodische Probleme bei Ereignisstudien vor.
4 Forschungsergebnisse zur Informationseffizienz: Dieser Abschnitt bietet einen Überblick über empirische Studien zum deutschen Kapitalmarkt, kategorisiert nach verschiedenen Effizienzformen und Ereignistypen.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und diskutiert die Schwierigkeiten bei der abschließenden Beurteilung der Informationseffizienz.
Informationseffizienz, Kapitalmarkttheorie, Effizienzmarkthypothese, Ereignisstudie, Renditebereinigung, Aktienmarkt, Preisprozess, Marktmodell, Kapitalmarktanomalien, Insiderhandel, Informationsgehalt, Arbitrage Pricing Theory, CAPM, Überrendite, Kursanpassung.
Die Arbeit untersucht die Informationseffizienz des deutschen Kapitalmarktes, analysiert bestehende Messkonzepte und wertet Forschungsergebnisse anhand empirischer Daten aus.
Die zentralen Themen umfassen die Definitionen von Informationseffizienz, die theoretischen Modelle der Preisbildung, Methoden der Renditebereinigung und die Überprüfung dieser Hypothesen an konkreten Ereignissen.
Das Ziel ist es, empirische Untersuchungen zum deutschen Kapitalmarkt aufzuzeigen und hinsichtlich ihrer Aussagen zur Informationseffizienz kritisch zu würdigen.
Die Arbeit konzentriert sich insbesondere auf Ereignisstudien und Renditebereinigungsmodelle, wie das Marktmodell, CAPM und APT, um abnormale Renditen zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Markteffizienz, die Darstellung der Messkonzepte (Testbarkeit) und eine detaillierte Zusammenstellung der Forschungsergebnisse zu verschiedenen Ereigniskategorien.
Wichtige Fachbegriffe sind Informationseffizienz, Effizienzmarkthypothese, abnormale Rendite, Ereignisstudien und Renditebereinigung.
Die Studie zeigt, dass der Kursanpassungsprozess bei weniger gehandelten Nebenwerten häufig verzögert ist, während für marktbreite Standardwerte die halbstrenge Informationseffizienz besser bestätigt werden kann.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Hypothese der strengen Informationseffizienz abzulehnen ist, da das Ausnutzen von nicht öffentlichen Informationen regelmäßig Überrenditen ermöglicht.
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