Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 3,0
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Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die literarische Darstellung der Figur Gâwân als Minneritter in Wolfram von Eschenbachs "Parzivâl" und setzt diese in einen komparativen Kontext zu Chrétien de Troyes "Le Conte du Graal" sowie anderen zeitgenössischen Einflüssen.
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Gâwân ist die wichtigste Figur in diesem Roman nach Parzivâl. Ihm wurden die Bücher 6-14 gewidmet. Sein Name wird zum ersten Mal im zweiten Buch des Romans erwähnt, an der Stelle wo der Dichter ein Turnier beschreibt. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit ist eigentlich sein Vater Lot, der König von Norwegen, über den positiv gesprochen wird („gein valscheit der træge“; „der snelle gein dem prîse“, „der küene degen wîse.“). Als er Gâwân erwähnt, weist Eschenbach darauf hin, dass er zu klein ist, um auf den Turnieren teilzunehmen, was bedeutet, dass er noch ein Kind ist. Es wurde erwähnt, dass er den Kampf wollte, wusste aber, dass er stark genug sein sollte, um die „Speere zu brechen“. Er war ohne Zweifel kämpferisch.
Im sechsten Buch beginnt Eschenbach mit intensivem Aufbau dieses Charakters. In der erstmaligen Beschreibung wird angedeutet, dass er, wie auch Parzivâl, für eine intensive Liebe fähig ist. Auf diese Weise möchte er die Aufmerksamkeit auf die Tatsache lenken, dass die Minnethematik in seinem Fokus ist. Gâwân erscheint zuerst in einer Szene, die durch den hohen Grad der Symbolisierung gekennzeichnet wird. Parzivâl, der sich bei der Jagd verloren hat, befindet sich in einer schneebedeckten Umgebung (es hat viel geschneit, obwohl es Mai war). Im Morgengrauen bummelte er ohne den Weg zu wissen; sein Falke verletzte die Gans, die den Schutz im Stamm eines Baums fand. Aus ihrer Wunde fallen drei Bluttropfen auf den Schnee. Nachdem Parzivâl diese Tropfen sieht, überwindet ihn die Sehnsucht, die das Ergebnis seiner treuen Liebe zu Condwîr âmûrs. Mit dem visuellen Eindruck fasziniert (mit dem Kontrast zwischen dem Knallrot und zärtlicher weißer Farbe), findet er wie sich die Schönheit dieser Szene nur mit der Schönheit seiner Geliebten vergleichen kann.
1.: Einführung in die Literatur des Mittelalters, die Rolle Wolframs von Eschenbach und die Bedeutung des höfischen Romans.
2.: Biografische Informationen zu Wolfram von Eschenbach und eine Einordnung seines Werkes "Parzivâl" in den literarischen Kontext.
3.: Detaillierte Analyse der Figur Gâwân und seiner Entwicklung im Verlauf des Epos, insbesondere seine Interaktion mit verschiedenen Frauenfiguren.
4.: Untersuchung des neuen Minneabenteuers von Gâwân und die literarische Gestaltung der Ereignisse nach dem Verlust seines Pferdes.
5.: Fortsetzung der Analyse von Gâwâns Abenteuern, insbesondere seine Begegnung mit Orgelûse und die symbolische Bedeutung seiner Prüfungen.
6.: Fazit und Zusammenfassung der Bedeutung der Gâwân-Episoden für das Gesamtwerk und die Figur des idealen Ritters.
Gâwân, Wolfram von Eschenbach, Parzivâl, Minneritter, höfischer Roman, Minne, Rittertum, Chrétien de Troyes, Obilôt, Antikonîe, Orgelûse, mittelalterliche Literatur, Artusroman, ritterliche Tugenden, Symbolik.
Die Arbeit analysiert die literarische Figur des Gâwân in Wolfram von Eschenbachs Epos "Parzivâl" und beleuchtet seine Funktion und Entwicklung als ritterlicher Held und Minneritter.
Die zentralen Themen sind das höfische Rittertum, das Konzept der Minne, die psychologische Charakterisierung sowie der komparative Vergleich mit der französischen Quelle "Le Conte du Graal".
Das Ziel ist es, die Entwicklung Gâwâns im "Parzivâl" nachzuvollziehen und aufzuzeigen, wie Wolfram durch diese Figur ritterliche und höfische Ideale verhandelt.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf Textstellen aus dem "Parzivâl" basiert und diese unter Einbeziehung von Sekundärliteratur vergleichend interpretiert.
Im Hauptteil werden die einzelnen Gâwân-Episoden detailliert analysiert, insbesondere seine Begegnungen mit Obilôt, Antikonîe und Orgelûse und wie diese seine ritterliche Entwicklung beeinflussen.
Die wichtigsten Begriffe sind Gâwân, Minne, Rittertum, Wolfram von Eschenbach, Parzivâl, Höfischer Roman und literarische Symbolik.
Wolfram erweitert die Episoden stärker, baut die weiblichen Figuren intensiver aus, nutzt mehr Symbolik und legt einen größeren Fokus auf die psychologische Entwicklung als die oft skizzenhafte Vorlage von Chrétien.
Orgelûse fungiert als zentrale Antriebskraft für Gâwâns spätere Abenteuer; ihre Wandlung von einer fordernden, scheinbar grausamen Figur zu einer Minnedame markiert einen Wendepunkt in Gâwâns Entwicklung.
Die Frauenfiguren dienen als Katalysatoren für Gâwâns Handeln; durch sie werden ritterliche Tugenden wie Treue, Geduld und Zurückhaltung getestet und Gâwâns Status als Minneritter definiert.
Für Gâwân ist Minne kein reiner Selbstzweck, sondern ein stufenweiser Prozess der Bewährung, bei dem er ein Gleichgewicht zwischen ritterlicher Pflicht und dem Dienst an der Dame finden muss.
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