Masterarbeit, 2014
53 Seiten, Note: 1,0
1. TENDENZEN DES WANDELS VON ARBEIT
1.1 SUBJEKTIVIERUNGSTENDENZEN IN DER INDUSTRIEARBEIT
1.2. WANDEL DER ARBEIT DURCH TERTIARISIERUNG
1.3. DER ARBEITSKRAFTUNTERNEHMER, SUBJEKTIVIERTER TYPUS DER ARBEITSKRAFT
2. GRUNDZÜGE DES LERNENS IN DER BERUFLICHEN ERSTAUSBILDUNG IN DEUTSCHLAND
2.1. DAS DUALE BERUFSBILDUNGSSYSTEM IN DEUTSCHLAND
2.2. SUBJEKTIVIERUNGSTENDENZEN DER BERUFSBILDUNG
2.3. KOMPETENZORIENTIERTE BERUFSBILDUNG
2.3.1. Der Kompetenzbegriff
2.3.2. Operationalisierbarkeit des Kompetenzansatzes
3. DIE NOTWENDIGKEIT NEUER LERNFORMEN IN DER BERUFLICHEN AUSBILDUNG
3.1. PÄDAGOGISCHES HANDELN IM DUALEN AUSBILDUNGSSYSTEM
3.2. BEGRIFFSKLÄRUNG LERNFORMEN
3.3. GRUNDLAGEN EINER SYSTEMISCH-KONSTRUKTIVISTISCHEN DIDAKTIK
4. LERNPROZESSE DURCH REFLEXION IN DER BETRIEBLICHEN ERSTAUSBILDUNG
4.1. BEDEUTUNG UND DEFINITION VON REFLEXION IM KONTEXT VON LERNPROZESSEN
4.1.1. John Dewey: forschendes Lernen und reflektierendes Nachdenken
4.1.2. Modell von Donald A. Schön: „der reflexive Praktiker“
4.1.3. David A. Kolb: Theorie des Erfahrungslernens „experiential learning“
4.1.4. Horst Siebert: Selbstreflexion als Reflexion zweiter Ordnung
4.1.5. Zusammenfassende Arbeitsdefinition
4.2 REFLEXIVE HANDLUNGSFÄHIGKEIT ALS ZIEL IN DER BERUFLICHEN ERSTAUSBILDUNG
4.2.1 Ziel im Sinne von Handlungskompetenz der Auszubildenden
4.2.2 Ziel im Sinne von Lernklima
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz der Reflexion als Lernform innerhalb der betrieblichen Erstausbildung vor dem Hintergrund einer sich wandelnden, entgrenzten Arbeitswelt. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie reflexive Lernprozesse didaktisch begründet und als Zielgröße für die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz etabliert werden können.
4.1.1. John Dewey: forschendes Lernen und reflektierendes Nachdenken
Auf die Modelle von John Dewey bauen weitere theoretische Modelle auf. Der Pädagogik des amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey liegen zwei Formen des forschenden Lernens zu Grunde: a) der praktischen Handlungsbezug und b) die soziale Kommunikation.
Praktische Handlungen befähigen Lernende, primäre Erfahrungen zu machen und diese durch eine Reflexion zu einer sekundären Erfahrung umzudeuten. Nach Dewey muss der Reflexion eine Handlungsblockade vorausgehen, welche den Lernenden zur Lösungsfindung durch Reflexion motiviert. Die Ursachen der im primären Lernprozess vorkommenden Blockaden müssen auf einer Metaebene durch Reflexion einen zweiten Lernprozess auslösen (vgl. Schäfer, 2005, S.160ff.). Dewey stellt für das forschende Lernen fünf Stufen dar:
1) primäre Erfahrung durch praktische Tätigkeit wahrnehmen
2) dabei erfahrene Probleme reflektieren
3) Materialien zur Problemlösung erkunden und in sekundäre Erfahrung übertragen
4) Hypothesenbildung zur Problemlösung
5) Überprüfung durch praktisches Handeln
(vgl. Schäfer, 2005, S.160)
Reflexion hat für Dewey auch die Funktion, die dialektische Beziehung zwischen Wissen und Handeln zu regulieren. Reflektierendes Denken ist ein Kreislauf des wiederholten Nachdenkens über das eigene Denken und Handeln und ein Werkzeug zur Problemlösung. Das reflektierende Nachdenken bewirkt reflektierte Handlungen durch das Manipulieren innerer symbolischer Persönlichkeitsbilder (vgl. Dewey,1910/1951, S. 6).
1. TENDENZEN DES WANDELS VON ARBEIT: Analysiert die ökonomischen Veränderungen, insbesondere die Subjektivierungstendenzen und das Aufkommen des "Arbeitskraftunternehmers" in einer entgrenzten Arbeitswelt.
2. GRUNDZÜGE DES LERNENS IN DER BERUFLICHEN ERSTAUSBILDUNG IN DEUTSCHLAND: Beschreibt das duale System und die Notwendigkeit einer kompetenzorientierten Ausrichtung angesichts neuer beruflicher Anforderungen.
3. DIE NOTWENDIGKEIT NEUER LERNFORMEN IN DER BERUFLICHEN AUSBILDUNG: Diskutiert die Grenzen des traditionellen pädagogischen Handelns und führt die systemisch-konstruktivistische Didaktik als Grundlage für neue Lernformen ein.
4. LERNPROZESSE DURCH REFLEXION IN DER BETRIEBLICHEN ERSTAUSBILDUNG: Beleuchtet theoretische Modelle der Reflexion und leitet daraus die reflexive Handlungsfähigkeit als zentrales Bildungsziel ab.
Reflexion, Berufliche Erstausbildung, Duales System, Kompetenzorientierung, Arbeitskraftunternehmer, Konstruktivismus, Erfahrungslernen, Lernkultur, Handlungskompetenz, Didaktik, Selbstorganisation, Reflexiver Praktiker, Lebenslanges Lernen, Wissenskonstruktion, Problemlöseprozesse
Die Arbeit untersucht, warum Reflexion als Lernform in der betrieblichen Erstausbildung eine entscheidende Bedeutung hat, um Auszubildende auf die komplexen und sich wandelnden Anforderungen der modernen Arbeitswelt vorzubereiten.
Die zentralen Themen sind der Wandel der Arbeitswelt, die Entwicklung der Kompetenzorientierung, die theoretischen Grundlagen der systemisch-konstruktivistischen Didaktik und die methodische Integration von Reflexion in Lernprozesse.
Das Ziel ist es, eine didaktische Begründung für die Etablierung von Reflexion als Lernform zu liefern, damit Auszubildende ihre reflexive Handlungsfähigkeit entwickeln können.
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, indem sie bestehende didaktische Modelle und Theorien (u.a. von Dewey, Schön, Kolb, Siebert) aufbereitet, vergleicht und für den Kontext der betrieblichen Ausbildung nutzbar macht.
Der Hauptteil analysiert die Anforderungen an moderne Arbeitskräfte, erläutert das duale Ausbildungssystem unter dem Aspekt der Kompetenzstärkung und begründet durch konstruktivistische Lernmodelle, warum Reflexion notwendig für den Kompetenzerwerb ist.
Wesentliche Begriffe sind Reflexion, Kompetenzorientierung, Arbeitskraftunternehmer, systemisch-konstruktivistische Didaktik und berufliche Handlungskompetenz.
Da der neue Typus der Arbeitskraft ein hohes Maß an Selbststeuerung und Selbstorganisation verlangt, muss die Erstausbildung weg von reinem Faktenwissen hin zur Förderung der Fähigkeit führen, das eigene Handeln und Lernen reflexiv zu gestalten.
Die Arbeit zeigt auf, dass Reflexion nicht als isolierte "Methode" eingeführt werden kann, sondern eine unterstützende Lernkultur erfordert, die Offenheit, Kommunikation und eine Neubewertung des pädagogischen Handelns von Ausbildern und Lehrern beinhaltet.
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