Bachelorarbeit, 2013
119 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Forschungsgeschichte
3 Bildträger
3.1 Trachtbestandteile
3.2 Runensteine
3.3 Schiffe
3.4 Architektur
3.5 wikingerzeitliche Mähnenstühle
4 Kunststile der Wikingerzeit
4.1 Broastil
4.2 Osebergstil
4.3 Borrestil
4.4 Jellingstil
4.5 Mammenstil
4.6 Ringerikestil
4.7 Urnesstil
4.8 Übergang zur Romanik
5 Einflüsse
5.1 germanische Tierornamentik
5.2 Kulturaustausch und –beeinflussung mit fremden Ländern
5.2.1 Ostseehandel
5.2.2 Wikinger in Großbritannien und Irland
5.2.3 Kontakte zwischen dem Fränkischen Reich und Skandinavien
6 Ikonographische Bedeutung
7 Fertigungstechnische Grundlagen
7.1 Die Künstler
7.2 Die Werkzeugausstattung
7.3 Das Gussverfahren
7.4 Veredelungstechniken
8 Fazit
Diese Arbeit widmet sich der systematischen Erforschung des wikingerzeitlichen Kunsthandwerks mit dem Ziel, einen umfassenden Überblick über dessen Entwicklung, die verwendeten Bildträger, die spezifischen Kunststile sowie die kulturellen Einflüsse zu geben, die das Schaffen dieser Epoche maßgeblich prägten.
3 Bildträger
Das Kunsthandwerk der Wikinger war sehr vielseitig, sowohl in der Wahl der Motive und deren stilistischer Ausgestaltung, als auch die Verwendung verschiedenster Bildträger. Die skandinavische Tierstilornamentik war demnach nicht ausgewählten Einzelobjekten vorbehalten oder an exquisite Materialien gebunden, sondern verzierte eine Vielzahl an Bildträgern. So fand sich die wikingerzeitliche Kunst auf Gegenständen aus Holz oder Leder, auf silbertauchierten Waffen, hochwertigen Materialien für Schmuckgegenstände und außerdem auf Runensteinen, Schiffen und norwegischen Stabkirchen. Allerdings waren die wikingerzeitlichen Motive anfangs trotzdem eher auf statusanzeigende Repräsentationsobjekte, wie das Osebergschiff (Abb. 1) oder die hochwertige Zaumzeuggarnitur aus dem gotländischen Broa (Abb. 2) beschränkt. Erst ab dem mittleren 10. Jahrhundert folgte die Ausgestaltung anderer, weniger rangbetonender Objekte. In der späten Wikingerzeit überwog dann die Dekoration von Gedenksteinen und Architektur.
Zusammenfassend kann man daraus schließen, dass die Ornamentik zunächst im weltlich herrschaftlichen, später vor allem im liturgisch-religiösen Bereich angewandt wurde. Der Wandel in der Wahl der Bildträger ist allerdings stark mit den Überlieferungsbedingungen der archäologischen Funde verknüpft. So sind uns, abhängig vom Herstellungsmaterial und von den Überlieferungsbedingungen, für verschiedene Abschnitte der Wikingerzeit, unterschiedliche Objektträger erhalten. Die Erforschung der verschiedenen Objektträger wird dadurch erschwert, dass bereits zur Wikingerzeit bestimmte Materialen zur Wiederverarbeitung erneut eingeschmolzen wurden und somit die ehemalige Gesamtzahl bzw. einzelne Objektträger nicht in vollem Umfang erfasst werden können. Im Folgenden werden die wichtigsten Objektträger im Detail näher erläutert.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die weitreichende Kultur der Wikinger ein, korrigiert das einseitige Bild der plündernden Krieger und legt den Fokus auf die beeindruckende Vielfalt ihres Kunsthandwerks.
2 Forschungsgeschichte: Dieser Abschnitt bietet einen chronologischen Überblick über die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit wikingerzeitlichen Kunststilen seit 1880 bis hin zu modernen Erkenntnissen.
3 Bildträger: Hier werden die verschiedenen Medien untersucht, auf denen sich die wikingerzeitliche Ornamentik manifestierte, von Trachtbestandteilen über Runensteine bis hin zu architektonischen Elementen.
4 Kunststile der Wikingerzeit: Dieses zentrale Kapitel analysiert detailliert die verschiedenen, historisch aufeinanderfolgenden Kunststile wie Broa-, Borre-, Jelling- und Mammenstil sowie deren spezifische Merkmale.
5 Einflüsse: Dieser Teil beleuchtet die Entstehung und Entwicklung der Kunststile im Kontext von kulturellem Austausch, Handelsbeziehungen und äußeren Einflüssen auf die skandinavische Kunst.
6 Ikonographische Bedeutung: Hier wird der inhaltliche Gehalt der Motive diskutiert, wobei zwischen ornamentalen Mustern und erzählerischen Darstellungen unterschieden wird.
7 Fertigungstechnische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das handwerkliche Know-how, die Werkzeugausstattung sowie die spezifischen Guss- und Veredelungstechniken, die zur Herstellung der Kunstobjekte genutzt wurden.
8 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die noch offenen Fragen in der kunsthistorischen Forschung zu diesem Thema.
Wikinger, Kunsthandwerk, Tierornamentik, Bildträger, Kunststile, Borrestil, Jellingstil, Mammenstil, Archäologie, Skandinavien, Runensteine, Metallarbeiten, Kulturtransfer, Ikonographie, Fertigungstechnik
Die Arbeit befasst sich mit dem Kunsthandwerk der Wikinger im Zeitraum des 8. bis 12. Jahrhunderts und untersucht, wie sich künstlerische Stile und Techniken in dieser Ära entwickelt haben.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Entwicklung verschiedener Kunststile, der Bedeutung unterschiedlicher Bildträger, dem kulturellen Austausch mit anderen Regionen sowie den handwerklichen Fertigungsprozessen.
Das primäre Ziel ist es, einen umfassenden und fundierten Überblick über die wikingerzeitliche Kunstproduktion zu bieten, indem Motive, Kompositionen und historische Einflüsse systematisch zusammengeführt werden.
Es wird eine archäologische und kunsthistorische Analyse verwendet, die auf der Auswertung archäologischer Funde, Vergleichen von Stilmerkmalen und der Einbeziehung der bisherigen Forschungsgeschichte basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der verschiedenen Bildträger, eine detaillierte Stilgeschichte der Wikingerzeit, eine Diskussion der äußeren kulturellen Einflüsse sowie eine technische Betrachtung der Metallverarbeitung.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Tierornamentik, Kunststile, skandinavische Archäologie, Metallhandwerk und kultureller Austausch geprägt.
Der Mammenstil zeichnet sich insbesondere durch die Kombination von halbnaturalistischen Tieren mit florale Ornamentik aus, wobei die Tierdarstellungen oft symbolhaften Charakter tragen.
Runensteine dienen nicht nur als bildliche Dokumente für die Entwicklung von Kunststilen, sondern liefern auch als literarische Quelle wichtige Einblicke in die Sozialstruktur und die Christianisierung der Wikingerzeit.
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