Doktorarbeit / Dissertation, 2009
156 Seiten, Note: Befriedigend
1 EINLEITUNG
2 REZEPTION DER PHILOSOPHIE BRUNOS
2.1 BRUNOS REZEPTION IM DEUTSCHEN IDEALISMUS
2.2 DIE REZEPTION BRUNOS IM 20. JAHRHUNDERT
3 DIE RENAISSANCEPHILOSOPHIE UND GESCHICHTLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE PHILOSOPHIE GIORDANO BRUNOS
3.1 NIKOLAUS VON KUES (CUSANUS)
3.2 PICO DELLA MIRANDOLA
3.3 CORNELIUS AGRIPPA VON NETTESHEIM
3.4 THOEOPHRASTUS PARACELSUS
4 DIE METAPHYSIK BEI GIORDANO BRUNO
4.1 DIE METAPHYSIK IN „ÜBER DIE URSACHE, DAS PRINZIP UND DAS EINE“ (1584)
4.2 DIE METAPHYSIK IN „ÜBER DAS UNENDLICHE, DAS UNIVERSUM UND DIE WELTEN“ (1584)
4.3 DIE METAPHYSIK IN „DIE HEROISCHEN LEIDENSCHAFTEN“ (1585)
4.4 DIE METAPHYSIK IN DEN LATEINISCHEN SCHRIFTEN
4.5 DIE METAPHYSIK IN DEN INQUISITIONSAKTEN
4.6 BRUNOS METAPHYSIK ALS SYNTHESIS ZWISCHEN ARISTOTELISCHER UND PLATONISCHER METAPHYSIK
4.6.1 PARALLELEN UND DIFFERENZEN ZWISCHEN DER METAPHYSIK BEI ARISTOTELES UND BRUNO
4.6.2 PARALLELEN UND DIFFERENZEN ZWISCHEN DER METAPHYSIK BEI PLATON UND BRUNO
4.6.3 GIORDANO BRUNO UND DIE NEUPLATONISCHE METAPHYSIK
4.6.4 GIORDANO BRUNO UND DIE HERMETISCHE METAPHYSIK
5 DIE METAPHYSIK DER SEELE BEI BRUNO
5.1 DER BEGRIFF DER WELTSEELE IM WERK VON BRUNO
5.2 DIE WELTSEELE BEI PLATON
5.3 DIE WELTSEELE IN DER STOISCHEN PHILOSOPHIE
5.4 DIE INDIVIDUELLE SEELE BEI GIORDANO BRUNO
5.4.1 AUFSTIEG UND ABSTIEG DER SEELE
5.4.2 DAS VERHÄLTNIS VON SEELE UND KÖRPER
5.4.3 DIE SEELE ALS SICH BEWEGENDE ZAHL
5.4.4 DIE INDIVIDUELLE SEELE UND DIE ASTROLOGIE
5.4.5 FAZIT
6 DER MATERIEBEGRIFF IN BRUNOS PHILOSOPHIE
6.1 DER BEGRIFF DER MATERIE BEI PLATON UND PLOTIN
6.2 DER BEGRIFF DER MATERIE BEI ARISTOTELES
6.3 DER BEGRIFF DER MATERIE BEI BRUNO
7 SCHLUSSBEMERKUNGEN UND ABSCHLIESSENDE THESEN
Die vorliegende Arbeit untersucht die Philosophie Giordano Brunos unter der zentralen Fragestellung, wie Gott in seinem Werk gedacht wird, und arbeitet dabei insbesondere das Spannungsfeld zwischen Transzendenz und Immanenz heraus, um die gängige Einordnung als Pantheist kritisch zu hinterfragen.
4.1 DIE METAPHYSIK IN „ÜBER DIE URSACHE, DAS PRINZIP UND DAS EINE“ (1584)
Von den meisten Interpreten, die bei Brunos Metaphysik von einem Pantheismus ausgehen, wird die Schrift „Über die Ursache, das Prinzip und das Eine“ als wichtigste Quelle für diese These herangezogen. Hirschberger bezieht sich auf den fünften Dialog dieses Buches, wo er deutlich erkennen will, dass für Bruno Gott und die Welt identisch sind. Das unendliche Universum ist bereits das Letztwirkliche und somit Gott. 130 Wenn man dieser These von Hirschberger auf den Grund geht, so kommt man jedoch eindeutig zur Auffassung, dass Gott bei Bruno „über den Dingen“ und somit „über dem unendlichen Universum“ steht.
Das Buch teilt sich in fünf Dialoge, ab dem zweiten sind vier Personen in das Gespräch verwickelt. Den ersten Dialog verwendet Bruno zur Verteidigung seiner eben erst erschienenen Schrift „Das Aschermittwochsmahl (1584)“. Im ersten Dialog nehmen Elitorpio, Filoteo und Armesio teil. Im zweiten Dialog wird dann nur mehr Filoteo wiederkehren, der sich dann Teofilo nennt und mit dessen Namen Gottesfreund sich Bruno selbst benennt.131 Die anderen Gesprächsteilnehmer sind ab dem zweiten Dialog der „kultivierte Freund“ von Teofilo Dicsono, der philosophisch ungeschulte, aber durchaus verständige Gervasio und der „gottverlassene Pedant“ Polihimnio.132
Bereits zu Beginn des zweiten Dialoges ist eine Schlüsselstelle in Bezug auf den Gottesbegriff zu finden. Teofilo behauptet, dass, alles, was nicht sich selbst erstes Prinzip und erste Ursache ist, ein Prinzip und eine Ursache habe.133 Was ist aber dieses erste Prinzip? Teofilo (durch ihn spricht Bruno) weist auf die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit dieses ersten Prinzips hin: „Weil wir, ausgehend von der Erkenntnis aller abhängigen Dinge, bestenfalls auf die Spur der Erkenntnis des ersten Prinzips und der ersten Ursache kommen können. Entspringt doch das All Seinem Willen und Seiner Güte, die das Prinzip Seiner Tätigkeit, Seiner alles umfassenden Schöpfung, bildet.... Die Erkenntnis des Universums bedeutet also nicht, etwas über das Wesen und die Substanz des ersten Prinzips zu wissen, sondern nur die Akzidentien der Akzidentien zu kennen.“134
1 EINLEITUNG: Definiert die Ambivalenz der Rezeption Brunos und führt in die zentrale Forschungsfrage der Arbeit ein.
2 REZEPTION DER PHILOSOPHIE BRUNOS: Zeichnet die verschiedenen Interpretationslinien von der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert nach.
3 DIE RENAISSANCEPHILOSOPHIE UND GESCHICHTLICHE VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE PHILOSOPHIE GIORDANO BRUNOS: Analysiert die philosophischen Einflüsse von Cusanus, Pico della Mirandola, Agrippa von Nettesheim und Paracelsus.
4 DIE METAPHYSIK BEI GIORDANO BRUNO: Untersucht systematisch Brunos Schriften auf den Gottesbegriff und stellt seine Metaphysik in einen Zusammenhang mit Aristoteles und Platon.
5 DIE METAPHYSIK DER SEELE BEI BRUNO: Beleuchtet den Begriff der Weltseele und der individuellen Seele sowie deren Verhältnis zum Körper.
6 DER MATERIEBEGRIFF IN BRUNOS PHILOSOPHIE: Analysiert Brunos Materiekonzeption im Vergleich zu seinen philosophischen Vorgängern.
7 SCHLUSSBEMERKUNGEN UND ABSCHLIESSENDE THESEN: Fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und verwirft die pantheistische Deutung zugunsten eines neuplatonisch geprägten Verständnisses.
Giordano Bruno, Metaphysik, Transzendenz, Immanenz, Pantheismus, Neuplatonismus, Weltseele, Materiebegriff, Renaissancephilosophie, Gottesbegriff, Idealismus, Hermetik, Kabbala, Individualseele, Monade
Die Arbeit untersucht die philosophische Metaphysik Giordano Brunos, insbesondere sein Verständnis von Gott, Materie und Seele.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Transzendenz und Immanenz Gottes bei Bruno, dem neuplatonischen Einfluss auf sein Werk und der kritischen Auseinandersetzung mit dem Vorwurf des Pantheismus.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie Gott in der Philosophie Brunos gedacht wird, wobei die Ambivalenz der Sekundärliteratur zwischen pantheistischer und neuplatonischer Interpretation aufgeklärt werden soll.
Es handelt sich um eine systematische Text- und Werkinterpretation, die Brunos Schriften chronologisch analysiert und mit den philosophischen Traditionen von Platon, Aristoteles und den Renaissance-Neuplatonikern vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Metaphysik in Brunos zentralen Werken, die Analyse des Seelenbegriffs und der Weltseele sowie die detaillierte Betrachtung des Materiebegriffs.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Metaphysik, Neuplatonismus, Weltseele, Materie, Transzendenz, Immanenz und Pantheismus.
Im Gegensatz zu den Vorsokratikern, die Materie oft als konkrete stoffliche Bausteine deuteten, begreift Bruno die Materie als ein ontologisches Prinzip, das durch die "Form" oder "Seele" geordnet wird.
Die Fehlinterpretation beruht auf Brunos Aufwertung der Materie als etwas „Göttliches“ und seiner These, dass Gott in der Welt präsent ist, was oft als vollständige Identität von Gott und Welt (Pantheismus) missverstanden wurde.
Die Monade bezeichnet bei Bruno die absolute Einheit und ist ein zentraler Begriff zur Systematisierung seines Gottesbildes, bei dem das erste Prinzip alle Dinge in sich vereint.
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