Diplomarbeit, 2004
127 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Zur Auswahl des Themas meiner Diplomarbeit
1.2 Zum Inhalt dieser Arbeit
2 Lernbehinderung
2.1 Zur Begriffsbestimmung von Lernbehinderung
2.2. Abgrenzung Lernbehinderung – Lernstörung
2.3 Statistik
2.4 Aspekte und Ursachen von Lernbehinderung
2.4.1 Soziale Aspekte
2.4.2 Medizinische bzw. organische Aspekte
2.4.3 Psychologische Aspekte
2.4.4 Schulpädagogische Aspekte
2.5 Zusammenfassung
3 Die Schule für Lernbehinderte
3.1 Von der Hilfsschule zur Sonderschule
3.2 Die Stellung der Sonderschule im Schulsystem
3.3 Zur Begriffsbestimmung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
3.3.1 Ziele und Aufgaben sonderpädagogischer Förderung
3.3.2 Struktur und Ablauf des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs
3.3.3 Anmerkungen zum VO - SF
3.4 Unterrichtsorganisation und Unterrichtsmethoden in der Schule für Lernbehinderte
3.4.1 Unterrichtsorganisation
3.4.2 Unterrichtsmethoden
3.5 Elternmitwirkung
3.5.1 Elternmitwirkung auf Landesebene
3.5.2 Elternmitwirkung in der Schule
3.5.3 Bedeutung von Elternmitarbeit in Schulen für Lernbehinderte
4 Selbsthilfegruppen
4.1 Definition von Selbsthilfe
4.1.1 Definition von primärer und organisierter Selbsthilfe
4.1.2 Definition von Selbsthilfegruppen
4.2 Gesellschaftliche Ursachen von Selbsthilfe
4.3 Entstehung von Selbsthilfe im historischen Kontext
4.3.1 Die sozialökonomische Selbsthilfe
4.3.2 Die sozialpolitische Selbsthilfe
4.3.3 Die sozialgemeinschaftliche Selbsthilfe
4.4 Individuelle Motive und Voraussetzungen für die Selbsthilfe
4.4.1 Phase der Problemwahrnehmung
4.4.2 Beratungs- bzw. Klärungsphase
4.4.3 Hilfeleistungsphase
4.4.4 Phase der Leistungsstörungen
4.5 Merkmale von Selbsthilfegruppen
4.6 Selbsthilfegruppentypen und Selbsthilfegruppenbereiche
4.6.1 Selbsthilfegruppentypen
4.6.2 Selbsthilfegruppenbereiche
4.7 Rechtliche Grundlagen der Selbsthilfeförderung
4.8 Bedeutung von Eltern- Selbsthilfegruppen
4.9 Zusammenfassung
5 Die Elterninitiative der Sonderschulen in Oberhausen = EidSO
5.1 Die Sonderschulen in Oberhausen
5.2 Entstehung und Arbeitsform der Elterninitiative der Sonderschulen in Oberhausen (= EidSO)
5.3 Arbeitsbereiche und Ziele der EidSO
5.3.1 Kampf gegen Ausfall von Schulstunden wegen VO- SF- Gutachten
5.3.2 Schaffung eines Vertretungspool für Sonderschulen
5.3.3 Kampf für mehr SonderschullehrerInnen an den Schulen
5.3.4 Verringerung der Klassengröße
5.3.5 Bedarf an zusätzlichen Fachkräften und Therapien
5.3.6 Vorbereitung auf das Arbeitsleben
5.3.7 Abbau von Vorurteilen
5.3.8 Kooperationen mit Allgemeinen Schulen
5.4 Aktivitäten der EidSO
5.4.1. Gespräch mit Politikern
5.4.2 EidSO macht Radio
5.4.3 Die EidSO geht ans Netz
5.4.4 Beteiligung am Selbsthilfetag
5.4.5 Aktionstag in Oberhausen - Europäisches Jahr der Menschen mit Behinderung (19.07.2003)
5.4.6. Informationsabend über berufliche Perspektiven für Sonderschüler (02.12.2003)
5.5 Resümee und Ausblick
6 Schlussbemerkungen
Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die Untersuchung der Möglichkeiten von Eltern, deren Kinder Sonderschulen besuchen, aktiv Einfluss auf die schulischen Rahmenbedingungen zu nehmen. Die Autorin analysiert die Rolle von Elterninitiativen als Selbsthilfeorganisationen, um die Qualität der schulischen Förderung und das soziale Umfeld der betroffenen Kinder aktiv mitzugestalten.
2.1 Zur Begriffsbestimmung von Lernbehinderung
Lernbehinderte SchülerInnen stellen die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den schulpflichtigen „Behinderten“ in der Bundesrepublik Deutschland dar (siehe Punkt 2.3). Menschen mit Lernbehinderung sieht man ihre Behinderung nicht an, es gibt keine äußeren Erscheinungsweisen und Merkmale wie etwa bei Menschen mit Körperbehinderungen. Bei Kindern wird nicht bereits ab der Geburt Lernbehinderung diagnostiziert, sondern vielmehr werden die SchülerInnen erst dann als „lernbehindert“ bezeichnet, wenn ihre Leistungen nicht den in der Allgemeinen Schule erwarteten Schulleistungen entsprechen (vgl. Baier/Heil, 1991, 5 f).
Auch Bundschuh weist darauf hin, dass die Lernbehinderung erst auffällig wird, wenn an die betreffenden Kinder schulische Anforderungen gestellt werden und sie diese nicht erfüllen können (vgl. Bundschuh, 1999, 47).
Die Bildungskommission des Deutschen Bildungsrats stellt 1974 in ihren Empfehlungen „Zur pädagogischen Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und Jugendlicher“ den biologischen Aspekt in den Vordergrund, und bezeichnet „als lernbehindert im Schulalter... Kinder und Jugendliche, die infolge mangelnder Entwicklung oder Schädigung des zentralen Nervensystems oder soziokultureller Deprivation bei erheblich verminderten Intelligenzleistungen vornehmlich in ihren schulischen Lernleistungen soweit beeinträchtigt sind, daß die Aufnahme, Speicherung und Verarbeitung von Lerninhalten nicht in altersentsprechender Weise gelingt... Lernbehinderung wird angenommen, sofern die Intelligenzleistung im Bereich zwischen der negativen ersten und dritten Standardabweichung eines validen standardisierten Intelligenzmeßverfahrens liegt und wenn zugleich ein erhebliches Schulversagen gegeben oder zu erwarten ist“ (Deutscher Bildungsrat, 1974).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönlichen Beweggründe der Autorin und erläutert den Inhalt der Arbeit sowie die Fokussierung auf die Situation in Nordrhein-Westfalen.
2 Lernbehinderung: Dieses Kapitel definiert Lernbehinderung aus verschiedenen Perspektiven, grenzt sie von Lernstörungen ab und betrachtet statistische sowie ursächliche Aspekte.
3 Die Schule für Lernbehinderte: Hier wird der historische Weg der Hilfsschule zur heutigen Sonderschule nachgezeichnet und die aktuelle Unterrichtsorganisation sowie die Elternmitwirkung analysiert.
4 Selbsthilfegruppen: Dieses Kapitel befasst sich mit der Definition, den geschichtlichen Hintergründen und den verschiedenen Typen von Selbsthilfegruppen sowie deren Relevanz für Eltern.
5 Die Elterninitiative der Sonderschulen in Oberhausen = EidSO: Das Kapitel stellt die praktische Arbeit der EidSO vor, ihre Entstehung, Ziele, Aktivitäten und die gewonnenen Erfahrungen im politischen und schulischen Raum.
6 Schlussbemerkungen: Die Autorin fasst den Erkenntnisgewinn aus ihrer Diplomarbeit zusammen und reflektiert ihre persönliche Entwicklung und die Bedeutung des Elternengagements.
Lernbehinderung, Sonderschule, Elterninitiative, Selbsthilfe, Elternmitwirkung, EidSO, Oberhausen, Sonderpädagogik, Bildungsbenachteiligung, Schulalltag, Elternarbeit, Förderbedarf, Integration, Partizipation, Interessenvertretung
Die Arbeit untersucht, inwieweit Eltern von Kindern an Sonderschulen durch die Gründung einer Elterninitiative Einfluss auf die schulischen Bedingungen nehmen können.
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Lernbehinderung, das Schulsystem für Lernbehinderte, die Theorie der Selbsthilfe und die praktische Interessenvertretung von Eltern.
Das Ziel ist es, Möglichkeiten der aktiven Gestaltung von Schule durch Eltern aufzuzeigen und dabei den Prozess der Entstehung einer konkreten Selbsthilfegruppe zu dokumentieren.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer praxisorientierten Darstellung der Erfahrungen der Autorin in der Elterninitiative "EidSO".
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Hintergründe zur Lernbehinderung und zum Sonderschulwesen als auch die spezifische Arbeit und Ziele der Elterninitiative EidSO in Oberhausen detailliert ausgeführt.
Wichtige Begriffe sind Sonderschule, Lernbehinderung, Elterninitiative, Selbsthilfe, Elternmitwirkung und Interessenvertretung.
Die Reaktionen waren gemischt: Während einige Schulleitungen die Arbeit unterstützten, gab es bei anderen Befürchtungen hinsichtlich der Offenlegung schulinterner Daten, was zu Spannungen führte.
Die Namensänderung unterstrich die Eigenständigkeit und den Charakter als Eltern-Selbsthilfegruppe, um sich deutlicher von schulorganisatorischen Zusammenschlüssen abzugrenzen.
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