Examensarbeit, 2004
81 Seiten, Note: 8 Punkte
1. Einleitung
2. Sachanalyse des Themas
2.1. Vom Ereignis bis zur Nachrichtenagentur
2.2. Die Auswahl der Nachrichten in einer Zeitung
2.2.1. Die Nachrichtenfaktoren
2.2.2. Der Zeitungstyp
2.2.3. Persönliche Einstellungen
3. Medien als Informationsquellen im Unterricht
3.1. Politikdidaktische Begründung
3.2. Didaktische Reduktionen des Themas
3.2.1. Die erste Phase- Reduktion bei der inhaltlichen Vorbereitung
3.2.2. Die zweite Phase- Reduktion im Kompaktteil
4. Beschreibung der Unterrichtsreihe
4.1. Lernvoraussetzungen und Klassensituation in der Klasse 9 spezial 2
4.2. Vorbereitung der Kompaktphase
4.2.1. Einstiegsstunde
4.2.2. Nachrichtenfaktoren und Zeitungstypen
4.2.3. Zusammenfassung der Vorbereitungsstunden
4.3. Die Kompaktstunde
4.3.1. Auswahl und Begründung der Ziele
4.3.2. Begründung des didaktisch-methodischen Vorgehens
4.3.3. Tabellarischer Stundenaufriss
5. Reflexion der Unterrichtseinheit
5.1. Reflexion der ersten beiden Stunden
5.2. Reflexion der Kompaktstunden
5.3. Gesamtreflexion
Die vorliegende Hausarbeit untersucht Zeitungen als Informationsquellen für den Sozialkundeunterricht und analysiert den Weg der Nachricht vom Ereignis bis zum Leser. Ziel ist es, Schülern der 9. Klasse durch die selbstständige Erstellung einer eigenen Zeitung aus dpa-Nachrichten ein tieferes Verständnis für den Einfluss von Selektionsprozessen auf politische Informationen zu vermitteln und sie zur kritischen Medienkompetenz zu befähigen.
2.2.1. Die Nachrichtenfaktoren
Mit Hilfe des Nachrichtenfaktorenansatzes versucht man, Eigenschaften von Nachrichten herauszufiltern, die zum Erscheinen der Nachricht in einer Zeitung führen. Dabei ist man von einer wahrnehmungspsychologischen Interpretation journalistischer Erfahrungen ausgegangen. Das bedeutet, dass Journalisten sich bei ihrer Auswahl des Zeitgeschehens an bestimmten Ereignismerkmalen, den Faktoren, orientieren. Galtung und Ruge haben dafür ein Modell entwickelt, das 12 Nachrichtenfaktoren enthält.
Dieses Modell werde ich nicht in allen Einzelheiten beschreiben und erklären, sondern nur an ausgewählten Beispielen Erläuterungen vornehmen.
Einer dieser Faktoren wäre beispielsweise der Bezug auf Elite-Nationen. Das bedeutet, dass Nachrichten aus Ländern mit großem wirtschaftlichem, militärischem und politischem Gewicht bevorzugt in den Zeitungen erscheinen. Ein Journalist, oder gar die gesamte Zeitungsredaktion wählen demnach bevorzugt Nachrichten aus diesen Ländern aus und lassen sie in ihrer Zeitung erscheinen. Demgegenüber werden Nachrichten aus Nichtelite-Ländern benachteiligt und erscheinen häufig gar nicht in Zeitungen oder nur im hinteren Teil, klein und unscheinbar.
Kritisch wäre hier anzumerken, dass beim Leser aufgrund dieser Nachrichtenfaktoren ein verzerrtes Bild der Weltpolitik entstehen kann. Die Konzentration der Nachrichten auf die Elite-Nationen lässt das Geschehen in der übrigen Welt als unwichtiger erscheinen oder es wird gar nicht wahrgenommen.
1. Einleitung: Darstellung der Bedeutung von Informationen in der modernen Gesellschaft und Ableitung der Relevanz für den Sozialkundeunterricht.
2. Sachanalyse des Themas: Wissenschaftliche Untersuchung von Nachrichtenagenturen, der Rolle der Nachrichtenfaktoren und des Einflusses des Zeitungstyps sowie persönlicher Einstellungen.
3. Medien als Informationsquellen im Unterricht: Politikdidaktische Begründung der Unterrichtseinheit und Erläuterung der didaktischen Reduktion zur Planung der Reihe.
4. Beschreibung der Unterrichtsreihe: Detaillierte Darstellung der Lernvoraussetzungen der Klasse 9 sowie der methodischen Planung und Durchführung der Vorbereitungs- und Kompaktstunden.
5. Reflexion der Unterrichtseinheit: Kritische Einschätzung der Zielerreichung, des methodischen Vorgehens und der Ergebnisse der Gruppenarbeit durch den Autor.
Medien, Nachrichtenfaktoren, Sozialkundeunterricht, Nachrichtenagentur, dpa, Medienerziehung, Informationsgesellschaft, Zeitungsredaktion, Nachrichtenselektion, Handlungsorientierung, Politikdidaktik, Nachrichtenwert, Medienkompetenz, Boulevardpresse, politische Partizipation
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Zeitungen als Informationsquellen im Sozialkundeunterricht und wie Nachrichten von der Nachrichtenagentur bis zum Leser gelangen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Arbeitsweise von Redaktionen, dem Verständnis von Nachrichtenfaktoren und der Beeinflussung politischer Informationen durch Medien.
Das Hauptziel ist die Förderung der Medienkompetenz, indem Schüler lernen, Nachrichten kritisch zu hinterfragen und deren Konstruktionscharakter zu erkennen.
Der Autor nutzt einen handlungsorientierten Ansatz, bei dem Schüler selbst als „Redakteure“ agieren und reale dpa-Nachrichten für die Titelseite ihrer eigenen Zeitung auswählen.
Im Hauptteil erfolgt eine wissenschaftliche Sachanalyse der Nachrichtenselektion sowie eine detaillierte Beschreibung und Reflexion der durchgeführten Unterrichtsreihe.
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenfaktoren, dpa, Medienerziehung, Selektionsprozesse und Handlungsorientierung im Sozialkundeunterricht.
Sie ermöglichen den Schülern den direkten Vergleich zwischen dem Rohangebot einer Agentur und der tatsächlichen, selektierten Darstellung in unterschiedlichen Zeitungstypen.
Wie die Gatekeeperforschung zeigt, spielen die persönlichen Vorlieben und Abneigungen der Redakteure eine Rolle bei der Entscheidung, welche Informationen publiziert werden.
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