Examensarbeit, 2011
91 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Theoretische Betrachtungen zum bürgerschaftlichen Engagement
2.1. Zum Begriff des bürgerschaftlichen Engagement
2.2. Die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements für ein demokratisches Ordnungssystem
2.3. Die Lernerwartungen an das bürgerschaftliche Engagement
3. Empirische Ergebnisse zum bürgerschaftlichen Engagement in der Demokratie – zwischen Wunsch und Wirklichkeit?
3.1. Bereiche des Engagements
3.2. Sozio-demographische Bedingungsfaktoren
3.3. Tätigkeitstypen und Organisationsformen in Vereinen
4. Politisches Lernen
4.1. Zum Begriff des Politischen Lernens
4.2. Lernbegriff und -formen
4.3. Der außerschulische Lernort in der politischen Bildung
5. Kompetenzerwerb im bürgerschaftlichen Engagement
5.1. Vorbemerkungen
5.2. Konzeptuelles Deutungswissen
5.3. Sozialwissenschaftliches Analysieren und politische Urteilsfähigkeit
5.4. Partizipationsfähigkeit
5.5. Perspektivenübernahme und Konfliktfähigkeit
5.6. Bewertung der Lernpotentiale auf Grundlage der empirischen Studien
6. Transfer und Reflexion von sozialen und politisches Lernerfahrungen im bürgerschaftlichen Engagement
6.1. Transfermöglichkeiten
6.2. Reflexion
6.3. Sozialität
6.4. Sozialisation versus Selektion
7. Service Learning – „Lernen durch Engagement!“ ?
7.1. Entstehungszusammenhang
7.2. Ziele und Qualitätsstandards
7.3. Projektauswahl
7.3.1. Projekt – „Schüler als Gemeindedetektive“
7.3.2. Projekt – „Santa Cruz River“
7.4. Politische Lerneffekte: Ergebnisse von sozialwissenschaftlichen Studien zum Service Learning
7.5. Ein Zwang zur Freiwilligkeit?
7.6. Eine Bewertung des Service Learning Konzeptes
8. Fazit und Ausblick - Bestimmungsfaktoren für politisches Lernen im bürgerschaftlichen Engagement
9. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Lernpotenzial von bürgerschaftlichem Engagement und analysiert, inwieweit Jugendliche in diesen Settings demokratische Kompetenzen erwerben und auf gesellschaftliche Kontexte transferieren können.
2.1. Zum Begriff des bürgerschaftlichen Engagement
Der Gebrauch des Terminus „bürgerschaftliches Engagement“ ist durch eine ausgesprochene Unschärfe und Vielfältigkeit gekennzeichnet. Dies führt dazu, dass dieser Begriff zwar in einer Vielzahl von Publikationen Verwendung findet, eine genaue Bestimmung des eigentlichen Untersuchungsgegenstandes aufgrund der Offenheit und fehlenden Trennschärfe in der Begriffsverwendung jedoch beeinträchtigt wird. Begriffliche Einheitlichkeit herrscht lediglich in der Verortung des bürgerschaftlichen Engagements innerhalb der Gesellschaft, zwischen den Sphären des Staates, des Marktes und der Privatsphäre.
„Bürgerschaftliches Engagement“ im engeren Sinne meint vor allem gemeinwohl- und diskursorientierte Aktivitäten im Raum zwischen Staat, Markt und Privatheit, die den Bürger als Mitglied des Gemeinwesens unmittelbar definieren. Dies bedeutet für eine repräsentative Demokratie, dass neben den parlamentarischen Verfahren und Formen der politischen Meinungsbildung und Entscheidungsfindung auch die Handlungsmöglichkeiten des Bürgers selbst gestärkt werden. Die Intensität des in dieser Zivilgesellschaft gezeigten Engagements hängt dabei von der Identifikation mit der Gemeinschaft und den individuell vorhanden Bürgerkompetenzen ab. Auf individueller Ebene äußert sich das Bürgerengagement in diesem Zusammenhang im Interesse an und der Artikulation von politischen Belangen, der konventionellen sowie unkonventionellen Partizipation am gesellschaftlichem Leben sowie der Tätigkeit in gemeinwohlorientierten und öffentlichen Gesellschaftsbereichen.
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das bürgerschaftliche Engagement als „Schule der Demokratie“ und führt in die zentralen Forschungsfragen zum politischen Lernen in diesem Kontext ein.
2. Theoretische Betrachtungen zum bürgerschaftlichen Engagement: Dieses Kapitel definiert den Begriff des bürgerschaftlichen Engagements und erörtert seine Bedeutung für ein demokratisches System sowie die damit verknüpften Lernerwartungen.
3. Empirische Ergebnisse zum bürgerschaftlichen Engagement in der Demokratie – zwischen Wunsch und Wirklichkeit?: Es werden aktuelle Daten zur Verbreitung und Ausgestaltung des Engagements sowie sozio-demografische Einflussfaktoren und Tätigkeitstypen dargestellt.
4. Politisches Lernen: Hier werden der Begriff des politischen Lernens geklärt, zentrale Kompetenzmodelle vorgestellt und die Bedeutung des außerschulischen Lernortes diskutiert.
5. Kompetenzerwerb im bürgerschaftlichen Engagement: Das Kapitel analysiert empirisch, welche politischen Teilkompetenzen in verschiedenen Engagementformen erworben werden können, wobei methodische Herausforderungen der Erforschung betont werden.
6. Transfer und Reflexion von sozialen und politisches Lernerfahrungen im bürgerschaftlichen Engagement: Es wird untersucht, wie soziale Lernerfahrungen in den politischen Raum übertragen werden können und welche Rolle Reflexion und Sozialisation dabei spielen.
7. Service Learning – „Lernen durch Engagement!“ ?: Die Möglichkeiten und Grenzen des Service Learning als schulisches bzw. universitäres Konzept zur Förderung politischer Bildung werden kritisch bewertet.
8. Fazit und Ausblick - Bestimmungsfaktoren für politisches Lernen im bürgerschaftlichen Engagement: Die Arbeit fasst die zentralen Bedingungsfaktoren für politisches Lernen zusammen und gibt Ausblicke auf zukünftige Forschungsbedarfe.
9. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Kernergebnisse der Untersuchung zur Wirksamkeit von Engagement als Lernort für politische Mündigkeit.
Bürgerschaftliches Engagement, Politisches Lernen, Demokratiepädagogik, Service Learning, Demokratiefähigkeit, Politische Partizipation, Kompetenzerwerb, Zivilgesellschaft, Sozialkapital, Politische Bildung, Informelles Lernen, Reflexion, Jugend, Ehrenamt, Politische Urteilsfähigkeit.
Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Form bürgerschaftliches Engagement als Lernort für politische Bildung dienen kann und welche Kompetenzen Jugendliche dabei tatsächlich erwerben.
Im Zentrum stehen die Definition von bürgerschaftlichem Engagement, die theoretische Verknüpfung mit politischem Lernen, die empirische Auswertung bisheriger Studien zum Kompetenzerwerb und die Bewertung von "Service Learning"-Konzepten.
Die Hauptfrage ist, ob im bürgerschaftlichen Engagement politisches Lernen stattfindet, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind und ob das Erlernte auf die gesellschaftliche und politische Umwelt transferierbar ist.
Der Autor führt eine explorative Analyse auf Basis existierender empirischer Studien durch, um aus einer politikdidaktischen Perspektive Rückschlüsse auf das Lernpotenzial des bürgerschaftlichen Engagements zu ziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine differenzierte Analyse empirischer Studien zum Kompetenzerwerb (unterteilt in verschiedene Kategorien wie Partizipations- oder Urteilsfähigkeit) sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Service-Learning-Modell.
Zentrale Begriffe sind bürgerschaftliches Engagement, politische Kompetenz, Demokratiefähigkeit, Sozialisation, Transfer, Reflexion und Service Learning.
Nein, der Autor betont, dass dies stark von der Orientierung der Organisation (außen- vs. binnenorientiert), der Art der Tätigkeit und der expliziten Reflexion der politischen Dimension abhängt, die oft erst durch Mediatoren initiiert werden muss.
Obwohl er das Potenzial für einen Lebensweltbezug erkennt, warnt der Autor davor, Service Learning automatisch als politisch bildend zu klassifizieren; die Qualität hänge stark von der inhaltlichen Anreicherung und Reflexion ab, die oft zu kurz komme.
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