Masterarbeit, 2014
112 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Der deutsche Strommarkt
3. Diskussion der Regulierungsnotwendigkeit von Stromnetzbetreibern
4. Diskussion ausgewählter Regulierungsansätze
4.1. Grundlagen der Regulierung
4.2. Instrumente zur Regulierung
4.2.1. Kostenbasierte Regulierungsansätze
4.2.1.1. Rate-of-return-Regulierung
4.2.1.2. Mark-up-Regulierung
4.2.1.3. Resümierende Bewertung kostenbasierter Regulierungsansätze
4.2.2. Anreizorientierte Regulierungsansätze
4.2.2.1. Price-cap-Regulierung
4.2.2.2. Revenue-cap-Regulierung
4.2.2.3. Erweiterungen der Anreizregulierung
4.2.2.3.1. Yardstick-Regulierung
4.2.2.3.2. Sliding-scale-Mechanismus
4.2.2.4. Resümierende Bewertung anreizorientierter Regulierungsansätze
4.3. Zusammenfassung der Erkenntnisse zu den vorgestellten Regulierungsinstrumenten
5. Historie der Regulierung des Strompreises in Deutschland
5.1. Regulierung im EnWG von 1935
5.2. Verhandelter Netzzugang im EnWG von 1998
5.3. Regulierter Netzzugang
5.3.1. Kostenorientierte Regulierung
5.3.2. Anreizregulierung
6. Evaluation der Anreizregulierung bezogen auf das EEG
7. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Masterthesis untersucht die Wirksamkeit der Anreizregulierung auf die Netzinfrastruktur in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen durch den Ausbau erneuerbarer Energien. Ziel der Arbeit ist es zu analysieren, ob das aktuelle Regulierungsmodell ausreicht, um notwendige Investitionen anzureizen, oder ob Modifikationen der Regulierungsinstrumente erforderlich sind.
4.1. Grundlagen der Regulierung
Grundsätzlich lassen sich die Regulierungsansätze in normative und positive Regulierungstheorien, als Form der Erklärungsansätze staatlicher Regulierung, diversifizieren. „Die Regulierungstheorie bildet das analytische Fundament der Überlegungen zur De-/Regulierung.“ Regulierungstheorien erheben demnach den Anspruch die Regulierung zu rechtfertigen.
Ausgangspunkt der Regulierung ist das Phänomen der natürlichen Monopole. Die normative Theorie der Regulierung legt auf der Basis des Vorliegens von Marktversagen fest wie reguliert wird. Es werden Kriterien determiniert, um zu ermitteln wie Netzbereiche unter Anwendung spezifischer Regulierungsinstrumente reguliert werden sollen. Die normative Theorie basiert auf dem Aspekt der Wohlfahrtsmaximierung der Gesamtwirtschaft und schließt bei begründetem Vorliegen eines natürlichen Monopols auf einen undifferenzierten Regulierungsbedarf des gesamten tangierten Sektors. Es wird folglich der Frage nachgegangen, anhand welcher Kriterien reguliert werden sollte, um das Ziel der Wohlfahrtsmaximierung, trotz Vorliegen eines natürlichen Monopols, zu erreichen, um so das Marktversagen zu korrigieren. Die normative Theorie der Regulierung hat den Anspruch die ökonomische Notwendigkeit von Regulierung zu begründen.
Im Gegensatz zur normativen Theorie ist die positive Theorie der Regulierung eine ex post Betrachtung, die analysiert, welche Ursachen Regulierungseingriffe haben. Nach KNIEPS geht es bei der positiven Regulierung um die „Entstehung, Veränderung und Abschaffung sowie die institutionelle Umsetzung sektorspezifischer Regulierung.“ Die Begründung der positiven Theorie geht auf STIGLER, PELTZMAN und BECKER zurück; sie haben als Pioniere die politökonomischen Ansätze auf die Regulierungsproblematik angewendet.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Regulierung natürlicher Monopole in der deutschen Energiewirtschaft ein und umreißt die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Der deutsche Strommarkt: Das Kapitel bietet eine historische und strukturelle Analyse des deutschen Strommarktes und stellt die Besonderheiten des Gutes Strom als leitungsgebundene Infrastruktur dar.
3. Diskussion der Regulierungsnotwendigkeit von Stromnetzbetreibern: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Marktversagens bei natürlichen Monopolen und die ökonomischen Gründe für staatliche Regulierungseingriffe diskutiert.
4. Diskussion ausgewählter Regulierungsansätze: Dieses Kapitel vergleicht verschiedene Regulierungsmodelle, von klassischen kostenbasierten Ansätzen (Rate-of-Return) bis zu modernen anreizorientierten Systemen (Price-cap, Yardstick).
5. Historie der Regulierung des Strompreises in Deutschland: Es wird die Entwicklung der regulatorischen Rahmenbedingungen in Deutschland von 1935 bis zur aktuellen Anreizregulierung chronologisch nachgezeichnet.
6. Evaluation der Anreizregulierung bezogen auf das EEG: Eine kritische Untersuchung, wie die Anreizregulierung auf die spezifischen Anforderungen und Herausforderungen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes reagiert.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen an ein investitionsfreundliches Regulierungsdesign.
Anreizregulierung, Stromnetzbetreiber, Natürliches Monopol, Netznutzungsentgelte, EEG, Erneuerbare Energien, Investitionsanreize, Preisobergrenze, Erlösobergrenze, Regulierungstheorie, Effizienzmaßstäbe, Versorgungssicherheit, Netzausbau, Smart Grid, Marktversagen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Regulierung von Stromnetzbetreibern in Deutschland und der Frage, wie diese so gestaltet werden kann, dass sie effizientes Wirtschaften fördert, ohne notwendige Investitionen in die Infrastruktur zu gefährden.
Zu den Schwerpunkten gehören das Marktversagen bei natürlichen Monopolen, die theoretischen Ansätze der Regulierung, die historische Entwicklung der Netzregulierung in Deutschland sowie die spezifischen Anforderungen durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die aktuelle Form der Anreizregulierung in Deutschland ausreichend Anreize für den Ausbau der Netzinfrastruktur setzt, insbesondere vor dem Hintergrund der Energiewende.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen und historischen Analyse wirtschaftswissenschaftlicher Literatur sowie der Auswertung von Gesetzen, Verordnungen und Studien zur Netzregulierung.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen natürlicher Monopole diskutiert. Danach folgt ein intensiver Vergleich von Regulierungsansätzen, von kostenbasierten Methoden bis zur komplexen anreizorientierten Regulierung, gefolgt von einer historischen Aufarbeitung der deutschen Netzregulierung.
Die wichtigsten Begriffe sind Anreizregulierung, natürliche Monopole, Erlösobergrenze, dynamische Effizienz, Netznutzungsentgelte, Versorgungssicherheit und EEG-Herausforderungen.
Der Autor argumentiert, dass die starke Fokussierung auf Kostensenkung innerhalb der Anreizregulierung dazu führen kann, dass Netzbetreiber notwendige, aber kurzfristig kostspielige Investitionen in den Netzausbau aufschieben, um kurzfristige Effizienzziele zu erreichen.
Während statische Effizienz darauf abzielt, vorhandene Ressourcen zum aktuellen Zeitpunkt optimal zu nutzen, betont der Autor die dynamische Effizienz, die langfristige Innovationsfähigkeit und Investitionen in zukünftige Technologien, wie Smart Grids, in den Vordergrund stellt.
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