Bachelorarbeit, 2014
67 Seiten
I. Einleitung
II. Sachverhalt
III. Verfahrensgang
IV. Überblick: Die Beleidigung nach § 185 StGB
V. Die Kunstfreiheit aus Art. 5 III GG als Rechtfertigung der Beleidigung
VI. Kernaussage und Analyse
1. Kernaussage und Folgerung
a) Tatbestand des § 185 StGB
aa) Äußerungen gegen Geißler, Stoiber und Strauß
(1) Ansicht der Gerichte
(2) Aufgabe des Revisionsgericht
(3) Auslegung durch Betrachtung des Gesamtzusammenhangs
bb) Äußerungen über Gauweiler
(1) Satire
(2) Auslegung und Ansicht der Gerichte
cc) Subjektiver Tatbestand
b) Kunstfreiheit und die Abwägung mit dem Persönlichkeitsrecht
aa) Kabarett = Kunst?
bb) Kunstfreiheit oder Meinungsfreiheit
cc) Abwägung zwischen Kunstfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht
(1) „Public figure“
(2) Ansicht der Gerichte
(3) Abwägung
c) Wahrnehmung berechtigter Interesse nach § 193 StGB
2. Äußerungen über. Gauweilers Sexualleben
VII. Resumée
Diese Arbeit analysiert kritisch das Urteil des Bayerischen Oberlandesgerichts vom 15.07.1993 bezüglich des Liedermachers Hans Söllner und untersucht, inwieweit satirische Äußerungen über Politiker von der verfassungsrechtlich geschützten Kunstfreiheit gedeckt sind oder den Tatbestand der Beleidigung erfüllen.
I. Einleitung
Verfahren wegen Beleidigung nach § 185 StGB gehören in der heutigen Zeit zum Alltag eines jeden Rechtsanwalts und Richters. Dieses Delikt kollidiert immer wieder mit der durch die Verfassung geschützten Kunstfreiheit aus Art. 5 III GG. Dabei werden Juristen in vielen Fällen mit der Frage konfrontiert: Wie weit erstreckt sich die künstlerische Freiheit und wo sind ihre Grenzen? Die Auseinandersetzung mit dem problematischen Verhältnis zwischen künstlerischer Freiheit und der durch die §§ 185ff. StGB geschützten Ehre ist schließlich immer eine Einzelfallbetrachtung.
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Urteil des Bayerischen Oberlandesgerichts (BayObLG) vom 15.07.1993 auseinander. Hierin geht es um den bayrischen Liedermacher Hans Söllner und seine auf diversen Veranstaltungen vorgetragenen Äußerungen über die Politiker Peter Gauweiler, Dr. Edmund Stoiber und Dr. Franz Josef Strauß. Hauptproblematik des Urteils ist die Frage, ob es sich bei den Äußerungen um Tatsachenbehauptungen oder Werturteile handelt und ob diese von der Kunstfreiheit nach Art. 5 III GG erfasst sind sowie der Abwägung mit dem von der Verfassung garantierten Persönlichkeitsschutz der Betroffenen.
I. Einleitung: Die Einleitung führt in das Spannungsfeld zwischen der durch Art. 5 III GG geschützten Kunstfreiheit und der Ehre nach § 185 StGB ein und benennt das zentrale Urteil des BayObLG sowie die daraus resultierenden Rechtsfragen.
II. Sachverhalt: Dieser Abschnitt beschreibt die Äußerungen des Liedermachers Hans Söllner über die Politiker Gauweiler, Stoiber und Strauß, die Gegenstand der gerichtlichen Auseinandersetzung waren.
III. Verfahrensgang: Hier wird der Instanzenzug der Strafsache gegen Hans Söllner bis hin zur Entscheidung des BayObLG nachvollzogen.
IV. Überblick: Die Beleidigung nach § 185 StGB: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen des Beleidigungsdelikts und die notwendige Differenzierung zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen.
V. Die Kunstfreiheit aus Art. 5 III GG als Rechtfertigung der Beleidigung: Das Kapitel untersucht die verfassungsrechtlichen Grundlagen und Schranken der Kunstfreiheit im Kontext strafrechtlicher Beleidigungstatbestände.
VI. Kernaussage und Analyse: Der Hauptteil analysiert die juristische Würdigung der Äußerungen durch die Gerichte, prüft das Vorliegen von Tatsachenbehauptungen und Werturteilen und diskutiert die Abwägung zwischen Kunstfreiheit und dem Persönlichkeitsrecht.
VII. Resumée: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Problematik und verweist auf die fortlaufende juristische Relevanz sowie den Wandel in der Rechtsprechung.
Kunstfreiheit, § 185 StGB, Beleidigung, Satire, Tatsachenbehauptung, Werturteil, Persönlichkeitsrecht, Meinungsfreiheit, Kabarett, BayObLG, Schmähkritik, Ehre, Einzelfallabwägung, Verhältnismäßigkeit, Recht des Gegenschlags.
Die Arbeit befasst sich mit der strafrechtlichen Aufarbeitung satirischer Äußerungen über Politiker und der Frage, ob diese als Beleidigungen strafbar sind oder durch die Kunstfreiheit geschützt werden.
Die zentralen Themen umfassen das Verhältnis von Kunstfreiheit und Persönlichkeitsschutz, die juristische Abgrenzung zwischen Tatsachenbehauptungen und Werturteilen sowie die Bewertung von Satire in der Rechtsprechung.
Ziel ist es, die Urteilsgründe des BayObLG aus dem Jahr 1993 kritisch zu analysieren und zu prüfen, ob die Abwägung zwischen der Kunstfreiheit des Künstlers und dem Schutz der Ehre der betroffenen Politiker rechtskonform erfolgte.
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse von Rechtsprechung und Fachliteratur unter Anwendung der üblichen Auslegungsmethoden sowie der Einzelfallabwägung grundrechtlicher Positionen.
Im Hauptteil werden die konkreten Äußerungen Söllners analysiert, die Einordnung als Satire diskutiert und die gerichtliche Begründung zur Einstufung als unwahre Tatsachenbehauptung hinterfragt.
Die wesentlichen Begriffe sind Kunstfreiheit, Beleidigung, Satire, Tatsachenbehauptung, Werturteil und Persönlichkeitsrecht.
Die Gerichte sahen darin überwiegend unwahre Tatsachenbehauptungen und eine Schmähkritik, die nicht von der Kunstfreiheit gedeckt ist, da der Vergleich mit dem Nationalsozialismus die persönliche Würde verletze.
Der Kontext, insbesondere die Aidspolitik und der Umgang mit Homosexualität in den 80er Jahren, wird herangezogen, um zu prüfen, ob Söllners Satire ein echtes politisches Anliegen darstellt oder lediglich der Diffamierung dient.
Satire ist zwar grundsätzlich ein künstlerisches Ausdrucksmittel, unterliegt jedoch – wie andere Äußerungen auch – den Schranken des Persönlichkeitsschutzes und kann bei schwerwiegenden Herabsetzungen ihre Schutzwirkung verlieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

