Examensarbeit, 2004
39 Seiten, Note: 1,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung / Einleitende Darstellung des Problems
2. Darstellung der Thematik in einem Cluster
3. Ist-Stand-Analyse
3.1 Lese – und Schreiblernvoraussetzungen
3.2 Schülerpersönlichkeit
3.2.1 Selbstkonzept und soziales Verhalten
3.2.2 Lernmotivation, Aufmerksamkeit und Konzentration
3.3 Kurze Darstellung der Klassensituation / Lernumfeld
3.4 Aus den Beobachtungen resultierende Überlegungen
3.4.1 Spracherwerb und Sprachentwicklung bei Kindern
3.4.2 Phonologische Bewusstheit und Schriftspracherwerb
3.4.3 Grundprinzipien ganzheitlicher Sprachförderung
3.5 Lehrerkompetenzen
4. Schwerpunktsetzung und Darstellung der Leitziele
4.1 Zur Wahl der Evaluationsinstrumente
5. Entwicklung des Förderkonzeptes
5.1 Ort - Zeit - Dauer
5.2 Die Übungen
5.3 Durchführung / Aufbau der Förderung
6. Die Durchführung
6.1. Ort - Zeit - Dauer
6.2 Die Übungen
7. Evaluation des Konzeptes
7.1 Lese- und Schreiblernvoraussetzungen
7.2 Sprachschwierigkeiten
7.3 Schülerpersönlichkeit
7.3.1 Selbstkonzept, Lernmotivation und soziales Verhalten
7.3.2 Konzentrationsfähigkeit
7.4 Lehrerkompetenzen
8. Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der Entwicklung, Durchführung und Evaluation eines individuellen Förderkonzepts für einen Erstklässler mit Defiziten in der Sprech- und Sprachkompetenz, um dadurch seine Schreibfähigkeit zu verbessern und eine positive Lernstruktur zu etablieren. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf eine ganzheitliche Förderung, die dem Schüler hilft, seine negativen Lernmuster aufzubrechen und ein positiveres Selbstkonzept aufzubauen.
3.4.1 Spracherwerb und Sprachentwicklung bei Kindern
Um ein effektives Förderkonzept entwickeln zu können, ist es notwendig, über den Spracherwerb und die Sprachentwicklung von Kindern informiert zu sein. Wie also erwerben Kinder das komplexe System Sprache und welche Faktoren fördern die Sprachentwicklung?
Kognitive, emotive, soziale und sprachliche Komponenten stehen bei der Entwicklung eines Kindes in engem Zusammenhang. Bei der Durchsicht entsprechender Literatur findet man verschiedene Vertreter mit zum Teil gegensätzlichen Ansätzen wie dem behavioristischen nach Skinner oder dem nativistischen nach Chomsky oder Lenneberg. Doch diese zwei entgegengesetzten Ansätze können für sich gesehen den Spracherwerb nicht eindeutig klären. Meines Erachtens ist es sinnvoller, sich den Spracherwerb als ein Zusammenwirken von Aspekten aus beiden Ansätzen zu erklären. Dies wird z. B. auch in der Konvergenztheorie von William Stern versucht, der den Spracherwerb als eine Verbindung aus inneren, intentionalen Motiven, den angeborenen Eigenschaften und Einwirkungen aus der Umwelt des Kindes darstellt.
Die Umwelt des Kindes, also auch die Schule, spielt demnach eine tragende Rolle beim Spracherwerb. Indem das Kind in Interaktion mit anderen Menschen tritt, lernt es die Sprache immer besser zu beherrschen und die Welt zu verstehen. Spracherwerb ist auch ein soziales Phänomen. Zuwendung und emotionale Nähe sind für die kindliche Sprachentwicklung mit entscheidend. Auf Grund dieser Tatsache sollte es also möglich sein, Kinder mit einer verzögerten Sprachentwicklung durch viele Erzählanlässe und gezielte Hilfestellungen zu fördern.
Erzählen als kommunikatives Mittel kann aber nur dann erfolgreich ablaufen, wenn es neben dem Erzähler auch mindestens einen Zuhörer gibt, der sich diesem aufmerksam zuwendet und signalisiert, dass er an der Erzählung interessiert ist. Der Zuhörer sollte nicht nur passiv dem Geschehen folgen, sondern durch aktives Zuhören seinem Gegenüber immer wieder Rückmeldungen geben.
1. Einleitung / Einleitende Darstellung des Problems: Diese Einleitung beschreibt die Ausgangslage eines Erstklässlers mit sprachlichen Defiziten und skizziert die Notwendigkeit einer individuellen Förderung im schulischen Kontext.
2. Darstellung der Thematik in einem Cluster: Dieses Kapitel visualisiert die zentralen Aspekte der geplanten Sprech- und Sprachförderung in einer übersichtlichen grafischen Darstellung.
3. Ist-Stand-Analyse: Hier wird der aktuelle Leistungsstand des Schülers durch Beobachtungen, Diagnosegespräche und die Analyse schriftlicher Arbeiten eingehend untersucht.
4. Schwerpunktsetzung und Darstellung der Leitziele: Dieses Kapitel definiert auf Basis der Diagnose konkrete pädagogische Ziele und wählt geeignete Evaluationsinstrumente für die Förderung aus.
5. Entwicklung des Förderkonzeptes: Hier wird das methodische Design der Förderung festgelegt, inklusive organisatorischer Rahmenbedingungen und der Auswahl spielerischer Übungsbereiche.
6. Die Durchführung: Dieses Kapitel beschreibt kurz und prägnant den tatsächlichen Verlauf und die organisatorische Umsetzung der geplanten Förderstunden.
7. Evaluation des Konzeptes: Hier werden die Ergebnisse der Förderung analysiert, der Lernfortschritt des Schülers reflektiert und die Wirksamkeit der gewählten Methoden kritisch bewertet.
8. Ausblick: Das Fazit stellt die Notwendigkeit einer weiteren Förderung heraus und diskutiert die strukturellen Herausforderungen für Schulen bei der individuellen Sprachbegleitung.
Sprachförderung, Schriftspracherwerb, Erstklässler, Phonologische Bewusstheit, Selbstkonzept, Einzelförderung, Lernstruktur, Sprachstörungen, Diagnose, Sprechkompetenz, Schulanfang, Lernmotivation, Ganzheitlichkeit, Artikulation, Förderkonzept.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Erprobung eines individuellen Förderkonzepts für einen Erstklässler, der aufgrund von Sprachdefiziten Schwierigkeiten beim Erwerb der Schreibfähigkeit zeigt.
Im Mittelpunkt stehen die Diagnose von Sprach- und Sprechproblemen, die Förderung der phonologischen Bewusstheit sowie die positiven Auswirkungen einer ganzheitlichen Einzelförderung auf das Selbstkonzept und die Lernmotivation des Kindes.
Das primäre Ziel ist es, durch gezielte, spielerische Einzelförderung die Sprachkompetenz des Schülers so zu steigern, dass er Lernhemmnisse abbaut und einen erfolgreichen Schriftspracherwerb bewältigen kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Ist-Stand-Analyse mittels standardisierter Diagnoseverfahren, die kontinuierliche Beobachtung in Unterrichts- und Fördersituationen sowie die Analyse von Tonbandaufnahmen und schriftlichen Arbeitsergebnissen des Schülers.
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Ist-Stand-Analyse, die Herleitung von Leitzielen, die theoretische Begründung der Übungsauswahl, die praktische Durchführung der Einzelförderung sowie die abschließende Evaluation der erzielten Fortschritte.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachförderung, Schriftspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Einzelförderung und Lernstruktur geprägt.
Der Schüler zeigte anfangs ein aggressives Durchsetzungsverhalten. Im Verlauf der Förderung reduzierte sich dieses Fehlverhalten deutlich, und der Schüler agierte zunehmend selbstbewusster und offener gegenüber Mitschülern und Lehrkräften.
Die Autorin argumentiert, dass aufgrund der steigenden Anzahl förderbedürftiger Kinder und mangelnder Ressourcen die Schulen zeitliche und personelle Freiräume benötigen, um unbedingt notwendige, nicht aufschiebbare Sprachfördermaßnahmen sicherzustellen.
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