Magisterarbeit, 2011
118 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
2.1. Presse im Nationalsozialismus
2.2. Kriegsberichterstattung im Zweiten Weltkrieg
2.3. Die „Schlacht von Stalingrad“
2.4. Die Bremervörder Zeitung
3. Methodik
4. Die vier Phasen der Berichterstattung
4.1. Phase 1
4.2. Phase 2
4.3. Phase 3
4.4. Phase 4
5. Die Modifikation des Raumes
6. Der Wandel des Soldatenbildes
7. Die Art und Weise der Berichterstattung
8. Die Funktion der Berichterstattung
9. Fazit
10. Literaturverzeichnis
10.1. Bibliographie der Artikel der Bremervörder Zeitung
10.2. Sekundärliteratur
11. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung über die Schlacht von Stalingrad in der „Bremervörder Zeitung“, um zu analysieren, wie die NS-Propaganda in einer ländlich geprägten Heimatzeitung umgesetzt wurde, welche Phasen sich in der medialen Darstellung identifizieren lassen und inwieweit das Blatt als loyales Medium des NS-Regimes fungierte.
1. Einleitung
Immer wieder wird in der Literatur Stalingrad als Mythos, als Legende, als das prägende Ereignis der Deutschen im Verlauf des Zweiten Weltkrieges dargestellt. Wie kam es dazu, dass dieser Mythos entstand? In der „Schlacht von Stalingrad“ (Kumpfmüller 1995) haben Teile der deutschen Bevölkerung zumindest einen „Wendepunkt des Krieges“ gesehen, wie es die „Meldungen aus dem Reich“ des Sicherheitsdienstes der SS zu Protokoll gaben (vgl. Kaufmann 1996, S. 373). Aus diesem Grund wird Stalingrad als psychologischer Wendepunkt des Krieges, nicht aber zwingend als militärischer angesehen. Es stellte sich in großen Teilen der Bevölkerung das Gefühl ein, dass Stalingrad „der Anfang vom Ende“ sein könnte (Förster 1992, S. 35).
Die „Schlacht von Stalingrad“ gilt in der Forschung als Beispiel für die vernichtende Niederlage im Osten und für einen „missverstandenen Gehorsam“ gegenüber Adolf Hitler (Ueberschär 2003, S. 42). Ueberschär spricht davon, dass Stalingrad „die Unmenschlichkeit und Verantwortungslosigkeit des NS-Regimes bei der Verfolgung der größenwahnsinnigen und verbrecherischen Ziele auch gegenüber den Bürgern des eigenen Landes in aller Deutlichkeit“ offenbarte (ebd.).
Die Frage ist, wie die „Schlacht von Stalingrad“ der Bevölkerung vermittelt wurde und wie die Wirkung entstehen konnte, dass es sich hierbei um den psychologischen Wendepunkt des Krieges handelte. Um diese Frage zu beantworten, hat sich die Forschung bislang überwiegend nur allgemein mit der Vorgehensweise der NS-Propaganda während der Kämpfe befasst. Der Fokus lag dabei nicht auf der konkreten Ausgestaltung der Berichterstattung in Presse und Rundfunk, sondern vielmehr auf den Anweisungen der obersten NS-Führung.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und begründet die Wahl der „Bremervörder Zeitung“ als Untersuchungsobjekt zur Analyse der NS-Propaganda auf lokaler Ebene.
2. Historischer Kontext: Dieses Kapitel erläutert die Pressebedingungen im Nationalsozialismus, die allgemeine Kriegsberichterstattung, den Verlauf der Schlacht von Stalingrad und die Geschichte der „Bremervörder Zeitung“.
3. Methodik: Hier wird der Einsatz der qualitativen Inhaltsanalyse als empirische Methode begründet und das konkrete Vorgehen bei der Auswertung der Zeitungsausgaben dargelegt.
4. Die vier Phasen der Berichterstattung: Dieses zentrale Kapitel gliedert die Berichterstattung in vier zeitliche Phasen und analysiert die quantitativen und qualitativen Veränderungen im Zeitverlauf.
5. Die Modifikation des Raumes: Der Abschnitt untersucht, wie die Darstellung des geografischen Kampfgebietes im Zeitverlauf von einer strategischen Ausrichtung hin zu einer symbolischen Aufladung verändert wurde.
6. Der Wandel des Soldatenbildes: Dieses Kapitel beschreibt, wie sich die Darstellung der kämpfenden Soldaten von Angreifern zu heldenhaften Verteidigern und Vorbildern für die Bevölkerung wandelte.
7. Die Art und Weise der Berichterstattung: Hier werden die rhetorischen Mittel, der Einsatz von Adjektiven und die Emotionalisierung in der Berichterstattung analysiert.
8. Die Funktion der Berichterstattung: Das Kapitel legt dar, wie die Propaganda versuchte, die Niederlage zu instrumentalisieren und die Bevölkerung auf den „totalen Krieg“ einzustimmen.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Rolle der Zeitung als loyales Instrument der NS-Propaganda.
Stalingrad, Bremervörder Zeitung, NS-Propaganda, Kriegsberichterstattung, qualitative Inhaltsanalyse, totale Mobilmachung, totaler Krieg, Soldatenbild, Heimatzeitung, Presse im Nationalsozialismus, Wehrmachtbericht, Heldenepos, Kriegspropaganda, Gleichschaltung.
Die Arbeit untersucht, wie die „Bremervörder Zeitung“ über die Schlacht von Stalingrad berichtete und ob dabei die zentralen Propagandarichtlinien der NS-Führung in einer ländlichen Heimatzeitung umgesetzt wurden.
Die zentralen Themen sind die Presselenkung im Dritten Reich, die Phasen der Berichterstattung über Stalingrad, der Wandel des Soldatenbildes sowie die propagandistische Instrumentalisierung der Niederlage für den totalen Krieg.
Ziel ist es, die konkrete Ausgestaltung der Berichterstattung nachzuweisen und zu analysieren, ob die Zeitung als kritisches Blatt oder als loyales Propagandainstrument fungierte.
Es wurde die Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring gewählt, um systematisch inhaltliche Merkmale und die Strategien der Propaganda zu untersuchen.
Der Hauptteil gliedert sich in vier Phasen der Berichterstattung und analysiert die Modifikation des Raumes, den Wandel des Soldatenbildes sowie die spezifische Art und Weise und Funktion der Berichterstattung.
Die Arbeit wird unter anderem durch Begriffe wie Stalingrad, NS-Propaganda, totaler Krieg, Heldenverehrung und Kriegsberichterstattung charakterisiert.
Die Darstellung wandelte sich von einer anfangs angreifenden Armee hin zu einer stilisierten Gruppe von „Verteidigern“ und „Helden“, die als Vorbilder für die Heimat instrumentalisiert wurden.
Sie wurde gewählt, da sie als bürgerlich-konservative Heimatzeitung im ländlichen Raum ein ideales Objekt darstellt, um die Umsetzung der zentralen NS-Propaganda fernab der großen Städte zu beobachten.
Der Lokalteil nahm eine entscheidende Rolle ein, da er verstärkt genutzt wurde, um die Bevölkerung emotional anzusprechen, die Niederlage zu instrumentalisieren und zum totalen Krieg aufzurufen.
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