Bachelorarbeit, 2014
52 Seiten, Note: 2,1
1. Einleitung
2. Individualisierung als soziales Phänomen der Moderne
3. Theoretische Einführung in das Phänomen der Individualisierung
3.1 Simmel: Individualisierung durch soziale Differenzierung
3.1.2 Individualität durch die Schneidung von sozialen Kreisen
3.2 Arbeitsteilung und Individualisierung nach Durkheim
4. Individualisierung nach Beck
5. Die Freisetzungsdimensionen
5.1 Herauslösung aus ständisch geprägten sozialen Klassen
5.2 Veränderung der Lage von Frauen und Männer
5.3 Flexibilisierung der Erwerbsarbeitszeit und Dezentralisierung des Arbeitsortes
6. Die Entzauberungsdimension
7. Die Kontroll- bzw. Reintegrationsdimension
8. Auswirkungen auf das Stadtbild der Stadt München
8.1 Überprüfung der Freisetzungsdimensionen
8.2 Überprüfung der Entzauberungsdimension
8.3 Überprüfung der Reintegrationsdimension
9. Auswertung/Ausblick
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Individualisierungsprozesses auf das Stadtbild von München, basierend auf der Individualisierungstheorie von Ulrich Beck. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Becks theoretisches Modell in einer modernen Großstadt wie München empirisch verifiziert oder falsifiziert werden kann.
3.1 Simmel: Individualisierung durch soziale Differenzierung
Georg Simmel sieht die Gesellschaft in seinen Werken als eine Summe von Wechselwirkungen zwischen Individuen an. Hierbei wirken die Individuen gegenseitig auf ihr Handeln ein. Sowohl das Handeln, als auch die Reaktion auf diese, beeinflussen hierbei das weitere Handeln der Individuen (vgl. Simmel 1908,S. 17f).
Mit dieser gegenseitigen Beeinflussung der gesellschaftlichen Elemente im Hinterkopf soll nun auf Simmels Postulationen zur sozialen Differenzierung und Individualisierung eingegangen werden:
Als zeitlich mit der Individualisierung einhergehende Kausalität ist in Simmels Theorie die soziale Differenzierung der Gesellschaft anzusehen. In undifferenzierten Gesellschaften glichen sich die Mitglieder der homogenen Gruppen zunächst durch das Vererbungsprinzip in ihrem Denken und Handeln (vgl. Simmel 1890, S. 22).
Mit zunehmender Differenzierung veränderten sich schließlich die vorher als homogen einzustufenden Gruppierungen zu heterogenen Gruppen, in welchen die einzelnen Mitglieder arbeitsteilig verschiedene Aufgaben übernahmen.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Individualisierung als Prozess der Moderne ein und stellt die Forschungsfrage zur Relevanz der Beck'schen Theorie für das Münchner Stadtbild.
2. Individualisierung als soziales Phänomen der Moderne: Dieses Kapitel verortet Individualisierung als Teil des Modernisierungsprozesses und differenziert zwischen Individualisierung als makrosoziologischem Wandel und Individualismus als persönlicher Haltung.
3. Theoretische Einführung in das Phänomen der Individualisierung: Hier werden die klassischen Ansätze von Simmel zur sozialen Differenzierung und Durkheim zur organischen Solidarität und Arbeitsteilung als Fundament der Individualisierungstheorie dargestellt.
4. Individualisierung nach Beck: Das Kapitel erläutert den Wandel von der Industrie- zur Risikogesellschaft und definiert die Individualisierung als Teil des reflexiven Modernisierungsprozesses.
5. Die Freisetzungsdimensionen: Dieses Kapitel detailliert die Freisetzung aus traditionellen Klassen, die veränderte Rolle der Geschlechter sowie die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -ort als zentrale Indikatoren.
6. Die Entzauberungsdimension: Hier wird der Verlust verbindlicher Sinnsysteme und die daraus resultierende Notwendigkeit der individuellen Lebensgestaltung und Rechtfertigung thematisiert.
7. Die Kontroll- bzw. Reintegrationsdimension: Dieses Kapitel beschreibt die neue Abhängigkeit des Individuums von Institutionen wie dem Arbeitsmarkt und dem Bildungssystem.
8. Auswirkungen auf das Stadtbild der Stadt München: Die empirische Überprüfung der theoretischen Dimensionen erfolgt hier anhand von statistischen Daten zur Bildung, Erwerbstätigkeit, Haushaltsgrößen und Einkommensentwicklung in München.
9. Auswertung/Ausblick: Die Ergebnisse der empirischen Analyse werden zusammengefasst und die Übertragbarkeit der Beck’schen Thesen kritisch reflektiert.
Individualisierung, Ulrich Beck, Risikogesellschaft, Soziale Differenzierung, Freisetzung, Entzauberung, Reintegration, Moderne, München, Arbeitsmarkt, Bildungsexpansion, Erwerbstätigkeit, Geschlechterrollen, Sozialer Wandel, Stadtbild
Die Arbeit untersucht, wie sich die Individualisierungstheorie von Ulrich Beck auf das reale Stadtbild der Stadt München anwenden lässt.
Die zentralen Felder sind der soziologische Wandel der Gesellschaft, die Veränderung von Erwerbsbiografien und die Transformation von sozialen Sicherheiten im urbanen Raum.
Es wird untersucht, welche Auswirkungen der Individualisierung nach Beck im Stadtbild Münchens ablesbar sind und ob sich die Theorie für eine Großstadt wie München bestätigt.
Es handelt sich um eine theoretische Herleitung der Beck'schen Thesen, die anschließend durch eine empirische Überprüfung mittels statistischer Daten des Amtes der Landeshauptstadt München und weiterer Quellen verifiziert wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die soziologischen Grundlagen und eine detaillierte Ausarbeitung der drei Dimensionen der Individualisierung, gefolgt von der empirischen Validierung.
Die Arbeit wird primär durch die Begriffe Individualisierung, Reflexive Moderne, Risikogesellschaft und empirische Stadtsoziologie charakterisiert.
Entgegen der Erwartung konnten die Heimarbeitszahlen die These der Dezentralisierung der Arbeitsplätze für den untersuchten Zeitraum nicht bestätigen, da hier ein rückläufiger Trend zu verzeichnen war.
Der Autor stellt fest, dass durch Bildungsexpansion und rechtliche Änderungen eine Angleichung der Erwerbsbiografien von Frauen an die von Männern stattgefunden hat, was den Freisetzungsprozess aus der traditionellen Hausfrauenexistenz belegt.
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