Bachelorarbeit, 2012
62 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zum Begriff Culture Jamming
2.1 Begriff nach Kalle Lasn
Exkurs: Copyright
2.2 Gesellschaftskritik nach Debord
2.3 Öffentlichkeitsbegriff nach Habermas
2.4 Medienkritik nach Baudrillard
3. Das Projekt „Nikeplatz“ in Wien
3.1 Beschreibung des Projektes „Nikeplatz“
3.2 Künstlerische Strategien der subversiven Affirmation
3.2.1 Installation
3.2.2 Guerilla-Marketing
3.2.3 „Unsichtbares Theater“/ Performance
3.2.4 Subversive Affirmation versus Fake
4. Kritische Bewertung des Projekts
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Projekt „Nikeplatz“ des Künstlerduos 0100101110101101.org als ein Beispiel für künstlerische Praxis im Kontext des Culture Jammings. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse der angewandten künstlerischen Strategien sowie der kritischen Auseinandersetzung mit der zunehmenden Privatisierung des öffentlichen Raums durch kommerzielle Interessen und Markenpolitik.
3.2.2 Guerilla-Marketing
Nike ist ein international tätiger, US-amerikanischer Sportartikelanbieter, der 1972 gegründet wurde und sich seitdem zu einem 20,9 Milliarden Dollar umsatzstarken Unternehmen mit mehr als 35.000 Mitarbeitern und geschätzten einer Million Menschen, die weltweit für Nike produzieren, entwickelt hat. Nikes Markenzeichen, der Swoosh bzw. „Nike-Haken“, ist eines der bekanntesten Logos der Welt. Mit ihrem „Just do it!“-Slogan ist der Aufruf zu einem neuen Selbstverständnis und Lebensstil verbunden: breche aus dem Alltag aus und tue das, was du möchtest. Friedrich von Borries geht sogar soweit, den Einfluss Nike’s auf die Alltagskultur mit dem Einfluss politischer und religiöser Bewegungen zu vergleichen.
Die Künstlergruppe 0100101110101101.org nutzt diese Bekanntheit und den Wiedererkennungswert der Marke, indem sie im Namen von Nike eine Werbekampagne durchführt. Dass es sich dabei um keine klassische Produktwerbung handelt, wird schnell klar. Die auffällige Nike-Infobox, die auf dem stark frequentierten Wiener Karlsplatz, umgeben von großen Kulturinstitutionen wie der Kunsthalle, dem Künstlerhaus, dem Wien Museum, der Secession und der Technischen Universität, platziert wurde, zog von Anfang an die Aufmerksamkeit der Bürger Wiens auf sich. 0100101110101101.org setzten auf den Überraschungseffekt, der durch das sogenannte „Guerilla Marketing“ hervorgerufen wird. Der Begriff vereint Werbeinstrumente, die unkonventionell, innovativ, ausgefallen, originell, provokativ, dynamisch, flexibel und kreativ sind, also Merkmale, die auch den Guerilla-Kampf prägen. Ursprünglich hatten kleinere und mittlere Unternehmen Guerilla-Marketing genutzt um mit einem kleinen Budget eine große Wirkung zu erzielen; heutzutage greifen auch Großunternehmen im Rahmen von Werbekampagnen darauf zurück. Ziel der Maßnahmen ist es die Konsumenten und/oder die Medien so zu stimulieren, dass diese die Werbenachricht verbreiten, was mit dem sogenannten „diffusion effect“ bzw. „Verbreitungseffekt“ beschrieben wird.
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der zunehmenden kommerziellen Vereinnahmung städtischer Räume am Beispiel von Projekten wie dem Flughafen BER und dem Bahnhof Alexanderplatz sowie Vorstellung des „Nikeplatz“-Projekts.
2. Zum Begriff Culture Jamming: Theoretische Fundierung des Begriffs durch Kalle Lasn und Naomi Klein sowie Einordnung in einen historischen Kontext durch Referenzen zu Debord, Habermas und Baudrillard.
3. Das Projekt „Nikeplatz“ in Wien: Detaillierte Darstellung des Nikeplatz-Projekts, von der Identität der Künstler über die Installation der Infobox bis hin zur medialen Performance und den rechtlichen Konsequenzen.
4. Kritische Bewertung des Projekts: Analyse der künstlerischen Wirksamkeit des Projekts und Abgrenzung sowie Verbindung der Strategien von 0100101110101101.org zur Praxis des Culture Jamming.
5. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Bedeutung des Projekts als medienreflexive Arbeit, die Gesellschafts- und Medienkritik vereint.
Culture Jamming, Nikeplatz, 0100101110101101.org, Privatisierung, Öffentlicher Raum, Subversive Affirmation, Guerilla-Marketing, Medienkritik, Guy Debord, Jürgen Habermas, Jean Baudrillard, Überidentifizierung, Fake, Markenpolitik, Kommunikation.
Die Arbeit analysiert das Kunstprojekt „Nikeplatz“ des Künstlerduos 0100101110101101.org, welches sich kritisch mit der schleichenden Privatisierung und Kommerzialisierung des öffentlichen Raums auseinandersetzt.
Zentrale Themen sind die Praxis des Culture Jammings, die Medientheorien von Debord, Habermas und Baudrillard sowie die Untersuchung von Guerilla-Marketing und subversiver Affirmation als künstlerische Interventionsstrategien.
Ziel ist es zu untersuchen, mit welchen künstlerischen Mitteln die Künstler das Projekt umsetzen, wie diese Strategien theoretisch beim Culture Jamming verortet werden können und ob das Konzept einer kritischen Intervention im Sinne der Künstler aufgeht.
Die Arbeit kombiniert eine theoretische Definition und Fundierung des Begriffs Culture Jamming mit einer detaillierten Beschreibung und anschließenden kritischen Bewertung des ausgewählten Beispiels „Nikeplatz“.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Culture Jamming und relevante Medientheorien, eine ausführliche Dokumentation und Analyse des Projekts „Nikeplatz“ und eine kritische Auseinandersetzung mit der Effektivität dieser Kunstpraxis.
Wichtige Begriffe sind Culture Jamming, Privatisierung des öffentlichen Raums, Subversive Affirmation, Guerilla-Marketing, Markenpolitik und Medienreflexion.
Der Begriff wird diskutiert, da das Projekt die Sprache und Mittel von Nike imitiert, um eine falsche Realität zu erzeugen, die jedoch das Ziel hat, die Machtmechanismen des Konzerns aufzudecken, statt lediglich zu täuschen.
Während klassisches Culture Jamming oft durch Verfremdung eine Distanz zum bestehenden Werbematerial herstellt, verzichtet die subversive Affirmation auf diese Distanz, indem sie das System des Gegners vollständig bejaht und imitiert, um es so von innen heraus zu entlarven.
Die Bürgerinitiative, die von der Netzplattform „Public Netbase“ gegründet wurde, fungierte als Teil der Inszenierung, um Protest zu simulieren und so die mediale Aufmerksamkeit und den „Verbreitungseffekt“ zu maximieren.
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