Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1,3
1. Eine Analyse der vorherrschenden Bedingungen
1.1 Entwicklung und aktueller Stand des Pflegepersonals
1.2 Die Entwicklung in den Krankenhäusern
1.3 Die demographische Entwicklung in Deutschland
2. Qualitätsverluste in der Pflege
2.1 Der Begriff Qualität im Kontext des Gesundheitssystems
2.2 Auftretende Qualitätsverluste
3. Entstehende Kosten
3.1 Folgeerkrankungen von Patienten am Beispiel MRSA
3.2 Kosten von berufsbedingten Erkrankungen am Beispiel Burnout
3.3 Kosten durch unternehmerischen Imageschaden
4. Die Auswirkungen auf die Krankenpflege
4.1 Imageschaden der Pflege
4.2 Erhöhte Arbeitsbelastung und mehr Berufsaussteiger
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die ökonomischen und qualitativen Folgen des Pflegepersonalabbaus in deutschen Krankenhäusern. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich ein verringerter Personalschlüssel auf die Versorgungsqualität, das Image des Pflegeberufs und die finanzielle Situation der Kliniken auswirkt, um zu klären, ob der Rationalisierungsdruck tatsächlich zu den angestrebten Kosteneinsparungen führt.
3.1 Folgeerkrankungen von Patienten am Beispiel MRSA
Die Studie RN4CAST gibt Hinweise darauf, dass ein Personalmangel auch im Zusammenhang mit Hygienemängeln und daraus resultierend mit Folgeerkrankungen der Patienten/Patientinnen steht. Auch Habermann und Cramer (2010) kommen in ihrer Prävalenzstudie zu dem Ergebnis, dass, nach Meinung des befragten Pflegepersonals, zu wenig Personal eine der größten Ursachen für Pflegefehler ist. Darüber hinaus gaben die befragten Pflegekräfte am vierthäufigsten an, bei sich selbst Hygienefehler beobachtet zu haben. Für den Begriff Pflegefehler gibt es, je nach Fokus, viele Definitionen. Conzen et al. (2009) legen bspw. ihren Schwerpunkt dabei auf den aktuellen und fachübergreifenden Wissensstand: „Ein Pflegefehler liegt vor, wenn die pflegerische Maßnahme nicht dem Stand des aktuellen Wissens und der aktuellen Erkenntnis bzw. der Pflegewissenschaft sowie dem Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht.“
Um einen Einblick in die möglichen finanziellen Folgen von Pflegefehlern zu geben, sollen in diesem Kapitel exemplarisch die nosokomialen Infektionen MRSA und MSSA auf ihre Kosten untersucht werden. Unter Nosokomialinfektionen versteht man:
„Infektionen mit lokalen oder systemischen Infektionszeichen als Reaktion auf das Vorhandensein von Erregern oder deren Toxine, die in zeitlichen Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt oder einer ambulanten medizinischen Maßnahme stehen, soweit die Infektionen nicht bereits vorher bestanden“ (Pschyrembelredaktion, 2001).
MRSA ist die Abkürzung für Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus, welcher infolge eines Penicillin-bindenden Proteins resistent gegenüber bestimmte Antibiotika ist. Man spricht hier auch von einer Oxacillinresistenz. Zumeist ist bei den betroffenen Patienten/Patientinnen und dem Personal die Nasenschleimhaut besiedelt (Pschyrembelredaktion, 2001).
1. Eine Analyse der vorherrschenden Bedingungen: Dieses Kapitel untersucht die Entwicklung des Pflegepersonals in den letzten Jahren und ordnet den Personalabbau in den Kontext der Krankenhausfinanzierung und des demografischen Wandels ein.
2. Qualitätsverluste in der Pflege: Hier wird der Qualitätsbegriff definiert und anhand der RN4CAST-Studie aufgezeigt, wie Personalmangel zu messbaren Einbußen in der pflegerischen Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität führt.
3. Entstehende Kosten: Dieses Kapitel analysiert die finanziellen Folgen des Personalabbaus, insbesondere durch nosokomiale Infektionen, Burnout-Erkrankungen des Personals und einen drohenden Imageschaden für die Kliniken.
4. Die Auswirkungen auf die Krankenpflege: Der letzte Teil befasst sich mit der Attraktivität des Pflegeberufs für den Nachwuchs und analysiert die erhöhte Arbeitsbelastung sowie die steigende Tendenz zum Berufsausstieg unter den Beschäftigten.
Pflegepersonalabbau, Krankenhaus, Versorgungsqualität, Pflegefehler, MRSA, Burnout, Image, Arbeitsbelastung, Berufsausstieg, Ökonomisierung, Strukturqualität, demografischer Wandel, Personalmangel, nosokomiale Infektionen, Gesundheitsmanagement.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des zunehmenden Personalabbaus im pflegerischen Dienst deutscher Krankenhäuser auf die Qualität der Patientenversorgung, die Kostenstruktur der Kliniken und die psychische Belastung des Pflegepersonals.
Die Untersuchung konzentriert sich auf drei Säulen: die Qualität der Pflege, die finanziellen Folgen für das Krankenhaus (direkte und indirekte Kosten) und die Auswirkungen auf die Profession Pflege selbst.
Das Hauptziel besteht darin, die negativen Folgen des Personalabbaus aufzuzeigen und zu hinterfragen, ob die durch den Abbau angestrebte Wirtschaftlichkeit tatsächlich zu Kosteneinsparungen führt oder durch Folgekosten, wie etwa Hygienemängel oder Personalfluktuation, konterkariert wird.
Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturbasierte Recherche, bei der Fachliteratur, nationale und internationale Internetquellen sowie wissenschaftliche Datenbanken wie Medline ausgewertet werden, um die Thematik empirisch zu fundieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Rahmenbedingungen, eine Untersuchung von Qualitätsverlusten anhand der RN4CAST-Studie, eine Kosten-Nutzen-Betrachtung von Folgeerkrankungen sowie eine Untersuchung des Images und der Arbeitsbelastung des Pflegeberufs.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Pflegepersonalabbau, Krankenhaus, Versorgungsqualität, Ökonomisierung, Burnout, nosokomiale Infektionen und Arbeitsbelastung.
Das G-DRG-System erzeugt laut der Arbeit einen enormen wirtschaftlichen Druck auf die Kliniken, der zur Verkürzung der Patientenverweildauer und zur internen Umverteilung von Finanzmitteln führt, was den Abbau von Pflegepersonal seit 2004 teilweise erklärt.
Ein Imageschaden, beispielsweise durch Keimausbrüche, kann bei Kliniken zu signifikanten Rückgängen der Patientenzahlen und somit zu hohen finanziellen Verlusten führen, wodurch der vermeintlich eingesparte Betrag durch den Personalabbau schnell wieder verloren geht.
Der Begriff beschreibt das Phänomen, dass die Rationalisierung durch Personalabbau in der Pflege am Ende höhere Kosten verursacht, als sie einspart, da Komplikationen und Folgebelastungen das ökonomische Defizit weiter vergrößern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

