Bachelorarbeit, 2011
52 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Gewalt als lebensweltliches Phänomen
2.1 Gewaltdiskurse des 20. Jahrhunderts
2.2 Allgemeine Definition des Begriffs „violencia“ im Spanischen
2.3 Gewaltarten – Sexuelle Gewalt – Gewalt und Macht der Männer in der patriarchalen Gesellschaft
3. Die Darstellung von Gewalt in Pedro Almodóvars Film Volver am Beispiel einiger künstlerischer und filmästhetischer Gestaltungsmittel
3.1 Über Regisseur und Werk im historischen und kulturellen Kontext
3.2 Analyse und Interpretation der Gestaltungsmittel zur Gewaltdarstellung in Volver
3.2.1 Zur Theorie der Filmsprache
3.2.1.1 Die explizite Darstellung struktureller sexueller Gewalt sowie implizite Darstellung dieser durch rote Farbsymbolik
3.2.1.2 Die Funktion der Vogelperspektive und des kodierten künstlerischen Raums zur impliziten Darstellung psychischer Gewalt
3.2.1.3 Symbol, Index und Metonymie zur impliziten Darstellung der Gegengewalt
3.2.1.4 Monolog, Nahaufnahme und Elemente der Tragödie zur Thematisierung sexueller Gewalt
3.2.1.5 Wasser- und Feuermetaphorik und die kreisförmige Narration zur Darstellung der Katharsis der Figuren
4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert die Darstellung von psychischer und physischer sexueller Gewalt im Film "Volver" von Pedro Almodóvar und untersucht, wie diese durch künstlerische und filmästhetische Mittel, insbesondere Farbsymbolik und Kameraperspektiven, vermittelt wird. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, auf welche Weise der Regisseur diese tabuisierten Themen ohne explizite Visualisierung der Taten für das Publikum erfahrbar macht und wie sich die Protagonistinnen innerhalb patriarchaler Strukturen emanzipieren.
3.2.1.1 Die explizite Darstellung struktureller sexueller Gewalt sowie implizite Darstellung dieser durch rote Farbsymbolik
Bei der Analyse der Gewalt gegenüber Paula und Raimunda und des daraus resultierenden Totschlags Pacos, der im Gegensatz zu Mord als ungeplant und im Affekt zu klassifizieren ist (cf. Dinkelacker / Moser 1996: A21), soll der Symbolcharakter der Farbe Rot vor allem auf Grundlage der Forschungen von Eva Heller (cf. 122004: 51-64) untersucht werden. Diese Farbe dominiert in Volver, aber auch in fast allen anderen Filmen Almodóvars (cf. Schmidt-Glenewinkel 2007: 59). Sei es, weil er es liebt, mit ihr Akzente zu setzen, da sie wie Heller (cf. 122004: 62) festhält, Aufmerksamkeit erregt oder sei es wegen ihrer reichen kulturell geprägten Symbolik, die Rudolf Gross (cf. 1981: 11) anspricht. Die Farbe kann deswegen nach den Regeln der Filmsprache Monacos (cf. 1997: 165) als Zeichen betrachtet werden, welches eine Referenz zu den zentralen Thematiken des Films herstellt. Sexualität, Gewalt, Blut, Leidenschaft, Feuer, das Verbotene, Freiheit und Liebe werden nach Heller (cf. 122004: 51-63) mit Rot assoziiert. Die Farbe ist zweifelsohne eines der typischsten Merkmale der Ästhetik Almodóvars und passt analog dazu zur extremen Leidenschaft und dem extremen Leiden der ProtagonistInnen, die nach Schmidt-Glenewinkel (cf. 2007: 38) typische Themen seiner Filme darstellen.
1. Einleitung: Die Einleitung legt das Forschungsinteresse fest, Gewalt von Männern gegen Frauen in Pedro Almodóvars "Volver" mittels soziologischer und filmwissenschaftlicher Theorien zu analysieren.
2. Gewalt als lebensweltliches Phänomen: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff soziologisch und feministisch und untersucht die Ursachen von Gewalt innerhalb asymmetrischer, patriarchaler Machtstrukturen.
3. Die Darstellung von Gewalt in Pedro Almodóvars Film Volver am Beispiel einiger künstlerischer und filmästhetischer Gestaltungsmittel: Der Hauptteil analysiert Almodóvars künstlerische Mittel zur Gewaltdarstellung im Film, beginnend mit dem historischen Kontext, gefolgt von der spezifischen filmischen Analyse von Farbsymbolik, Perspektive und Montage.
4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert, dass Almodóvar Gewalt nicht explizit visualisiert, sondern sie durch ästhetische Codes, Symbolik und die reinigende Katharsis der Figuren in den Kontext einer Befreiung von patriarchalen Strukturen setzt.
Pedro Almodóvar, Volver, sexuelle Gewalt, Patriarchat, Farbsymbolik, Filmsprache, Katharsis, strukturelle Gewalt, Emanzipation, Filmanalyse, Körperlichkeit, Rollenbilder, Gewaltprävention, spanischer Film, Geschlechterrollen
Die Arbeit untersucht die Darstellung von psychischer und physischer sexueller Gewalt im Film "Volver" von Pedro Almodóvar.
Zentrale Felder sind die filmästhetische Umsetzung von Gewalt, die patriarchale Gesellschaftsstruktur und die Emanzipation der weiblichen Protagonistinnen.
Ziel ist es zu zeigen, wie Almodóvar Gewalt durch künstlerische Mittel wie Farbsymbolik und Kameratechnik für das Publikum implizit erfahrbar macht, ohne die Taten explizit zu zeigen.
Es wird eine film- und literaturwissenschaftliche Filmanalyse angewandt, die durch soziologische und feministische Theorien unterstützt wird.
Der Hauptteil analysiert zunächst den historischen Kontext von Regisseur und Werk, gefolgt von einer detaillierten Analyse filmischer Gestaltungsmittel wie die Bedeutung der Farbe Rot oder die Funktion der Vogelperspektive.
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen Almodóvar, Gewalt, Patriarchat, Symbolik, Filmanalyse, Katharsis und Emanzipation.
Rot fungiert als Symbol für Leidenschaft, Blut, Gefahr und Tod, aber auch als Indikator für das Leid der Frauen und ihre Verbindung zu unterdrückenden Machtverhältnissen.
Die Küche wird als "künstlerischer Raum" interpretiert, der die traditionelle Rolle der Hausfrau kodiert, aber im Film zum Ort der Befreiung und der Reinigung von patriarchaler Unterdrückung wird.
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