Magisterarbeit, 2014
96 Seiten, Note: 1
1. Einführung
2. Das Leben Thomas Manns
2.1. Beginn der Wagner-Faszination
2.2. Wagner-Mann-Relation
3. Adolf Hitler und die Kunst
3.1. Hitlers Wagner-Faszination
4. Adolf Hitler und die Nachkommen Richard Wagners
4.1. Geschichte der Wagner-Familie
4.1.1. Der Meister ist tot… es lebe der Meister!
4.1.2. Die neue „Herrin des Hügels“
4.2. Wagner-Nachkommen im Dienste der Nazis
2.3. Hitler in Bayreuth
4.2.1. „Mein Kampf“ hat „Mein Leben“ verdrängt
5. Thomas Mann als Kritiker und Bewunderer Richard Wagners
5.1. Der Mensch im Genie
5.2. Ewiger Zauber der Wagnerschen Musik
5.3. Richard Wagner in den Werken Thomas Manns
6. Thomas Mann über Wagner im Nazi-Deutschland
7. Ideologische Ähnlichkeiten und Unterschiede bei Richard Wagner und Adolf Hitler
7.1. Richard Wagner als Hofkomponist der Nazis
7.2. Ideologische Ansätze
7.3. Die ‘Bayreuther Blätter’
8. Schlussfolgerungen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Analyse des Verhältnisses von Thomas Mann und Adolf Hitler zu Richard Wagner, wobei untersucht wird, wie der Komponist sowohl vom NS-Regime vereinnahmt wurde als auch eine zentrale Rolle in der Exil-Literatur und Aufarbeitung Thomas Manns einnahm.
2.1. Beginn der Wagner-Faszination
Thomas Mann war seit seiner Kindheit von Musik umgeben, seine Mutter sang ihm Lieder von Schubert und Brahms, aber sie war auch eine begeisterte Opern-Gängerin und Wagner-Verehrerin. Es scheint, als hätten sich im Leben Manns alle Mächte dazu verschworen ihm den Komponisten Wagner näher zu bringen, denn sein ganzes Leben ist – angefangen bei seiner Wagner verehrenden Mutter – durchzogen von der Anwesenheit von Menschen, die diese Verehrung mit ihr teilten und den, anfangs noch sehr jungen, Mann mit dieser ansteckten. Mit acht Jahren nahm der kleine Thomas seinen Unterricht im Violinspielen auf. Sein Lehrer war ein Violinist des Lübecker Stadttheaters - Ludwig Winkelmann, dessen Bruder der Tenor Hermann Winkelmann – Wagners erster Parsifal, war. Auch die Schule bot ihrem jungen Schüler Thomas, z.B. mit Franz Sucher, durch den Mann auch wieder mit Wagner in Berührung kam, Suchers Eltern – Rosa und Franz waren nämlich in Bayreuth bekannte und geschätzte Künstler, sie war Sängerin und spielte Sieglinde und Isolde in Wagners Opern, er war wiederum Hofkapellmeister in Berlin und Probendirigent bei Wagner-Festspielen, Kameraden, die seine Wagner-Begeisterung förderten.
Durch diese Freundschaft wurde Mann auf Bayreuth aufmerksam, das er seit seinem Umzug nach München, im Jahre 1894, wird besuchen wollen, was ihm jedoch aus verschiedenen Gründen erst 15 Jahre später gelingt. Auf diese Weise, scheinbar von allen erdenklichen Seiten darauf vorbereitet, geht Mann 1893 in die `Lohengrin`-Vorstellung in Lübeck, über die er sich Jahre später so äußert:
Später war es ein künstlerisches Kapital-Ereignis meines Lebens, die Begegnung mit der Kunst Richard Wagners, die das Theater meiner Heimatstadt mir vermittelte, - eine Begegnung, von derer entscheidender, prägender Wirkung auf meinen Kunstbegriff ich jedes Mal gesprochen habe, wenn es Erläuterungen zur geistigen Geschichte meiner Bücher zu sagen galt.
1. Einführung: Darstellung der Problemstellung und Zielsetzung der Untersuchung im Kontext von Thomas Mann, Adolf Hitler und Richard Wagner.
2. Das Leben Thomas Manns: Biografischer Überblick mit Fokus auf die prägenden Jahre und den Beginn seiner lebenslangen Wagner-Faszination.
3. Adolf Hitler und die Kunst: Analyse der künstlerischen Ambitionen Hitlers und seiner Instrumentalisierung von Kunst für politische Ziele.
4. Adolf Hitler und die Nachkommen Richard Wagners: Untersuchung der Rolle der Familie Wagner, insbesondere Winifred Wagner, bei der Annäherung an Hitler.
5. Thomas Mann als Kritiker und Bewunderer Richard Wagners: Differenzierte Betrachtung der ambivalenten Haltung Manns zu Wagner als Mensch und Künstler.
6. Thomas Mann über Wagner im Nazi-Deutschland: Analyse der kritischen Auseinandersetzung Manns mit der Vereinnahmung Wagners im NS-Staat.
7. Ideologische Ähnlichkeiten und Unterschiede bei Richard Wagner und Adolf Hitler: Vergleich der ideologischen Verflechtungen und der Rolle der ‘Bayreuther Blätter’.
8. Schlussfolgerungen: Synthese der Ergebnisse und Reflexion über die heutige Bedeutung des Wagner-Diskurses.
Richard Wagner, Thomas Mann, Adolf Hitler, Bayreuther Festspiele, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Wagner-Rezeption, Exil, Musikästhetik, Winifred Wagner, Ideologie, Kulturpolitik, Geniebegriff, Wahnfried, Bayreuther Blätter
Die Arbeit beleuchtet das spannungsreiche Verhältnis von Thomas Mann und Adolf Hitler zu Richard Wagner und untersucht, wie Wagner als Bezugspunkt für beide Männer fungierte.
Im Zentrum stehen die Wagner-Rezeption des Schriftstellers Mann sowie die Instrumentalisierung Wagners durch den Politiker Hitler und die Rolle der Wagner-Nachkommen in Bayreuth.
Das Ziel ist die Erforschung der charakteristischen Punkte dieser Konstellation sowie der Entstehungsgründe für das moderne, oft problematische Wagner-Bild.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Analyse, die Schriften, Tagebücher und Briefe von Thomas Mann sowie zeitgenössische Zeugnisse und Forschungsliteratur auswertet.
Der Hauptteil analysiert die Lebenswege von Mann und Hitler, ihre Faszination für Wagner, die Rolle der Familie Wagner im Dritten Reich und die ideologische Debatte um Antisemitismus.
Die wichtigsten Begriffe sind Richard Wagner, Thomas Mann, Adolf Hitler, Bayreuther Festspiele, Nationalsozialismus und Wagner-Rezeption.
Manns Ansatz war von einer kritischen, analytischen "Passion" geprägt, während Hitler Wagner als Mittel zur Selbstinszenierung und Propaganda nutzte.
Winifred Wagner fungierte als wichtiges Bindeglied, das Hitler den Zugang nach Bayreuth und damit Macht und kulturelle Legitimation verschaffte.
Sie dienten insbesondere unter Hans von Wolzogen als Sprachrohr, um die Wagner-Ideologie mit nationalsozialistischem Gedankengut zu verknüpfen.
Die Arbeit legt dar, dass die Debatte unter Wagner-Forschern sehr gespalten ist und beleuchtet sowohl die Leugnung als auch die Bestätigung antisemitischer Tendenzen in Wagners Werk.
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