Bachelorarbeit, 2010
62 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1. Gegenstand der Arbeit und Motivation
1.2. Methoden und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Vorüberlegungen und Hintergründe
2.1. Die Rolle der Medien in den deutsch-deutschen Beziehungen
2.1.1. Rolle der ostdeutschen Medien
2.1.2. Rolle der westdeutschen Medien
2.2. Stereotypen - und Perzeptionstheorie
2.2.1. Nationenbild – nationales Selbstbild – nationales Fremdbild
2.2.2. Nationalstereotypen
2.2.3. Zur Konstruktion von Nationenbildern und Verwendung von Stereotypen in den Medien
2.3. Kurzporträts der ausgewählten DDR- und BRD- Zeitungen
2.3.1. Neues Deutschland und Berliner Zeitung
2.3.2. Frankfurter Allgemeine Zeitung und Tagesspiegel
3. DDR – Berichterstattung 1989: Vergleich ostdeutscher Artikel des ND und der BZ mit westdeutschen Artikeln der FAZ und des Tagesspiegels
3.1. Der letzte Wahlbetrug der SED
3.1.1. Historischer Kontext
3.1.2. Vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattungen
3.1.3. Das Bild der BRD und der DDR in den Berichterstattungen
3.2. Das erste Loch im „Eisernen Vorhang“
3.2.1. Historischer Kontext
3.2.2. Vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattungen
3.2.3. Das Bild der BRD und der DDR in den Berichterstattungen
3.3. Machtwechsel von Honecker zu Krenz
3.3.1. Historischer Kontext
3.3.2. Vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattungen
3.3.3. Das Bild der BRD und der DDR in den Berichterstattungen
3.4. Der Fall der Mauer
3.4.1. Historischer Kontext
3.4.2. Vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattungen
3.4.3. Das Bild der BRD und der DDR in den Berichterstattungen
4. Zusammenfassung der deutsch-deutschen Berichterstattung
4.1. Berichterstattung aus der BRD - Perspektive
4.2. Berichterstattung aus der DDR - Perspektive
5. Fazit
Die Arbeit untersucht vergleichend die mediale Berichterstattung über zentrale historische Ereignisse der DDR im Jahr 1989 in ausgewählten ost- und westdeutschen Printmedien. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie dieselben Ereignisse in beiden Mediensystemen dargestellt wurden, welche Unterschiede in der Wahrnehmung bestanden und welche Feindbilder oder Stereotypen zur gegenseitigen Charakterisierung eingesetzt wurden.
3.1.2. Vergleichende Inhaltsanalyse der Berichterstattungen
Einen Tag nach den Kommunalwahlen in der DDR verkündete das ND den Triumph der SED bei den Kommunalwahlen („Eindrucksvolles Bekenntnis zu unserer Politik des Friedens und des Sozialismus“, 8.5.: 1). Allerdings druckte man anstatt eines Berichtes lediglich die Bekanntgabe der Wahlergebnisse von Egon Krenz ab, die schon am Vorabend im DDR-Fernsehen veröffentlicht wurde. Darin war die detaillierte Auflistung aller Ergebnisse enthalten sowie die Danksagung an alle Wahlbeteiligten und der Glückwunsch an die Wahlgewinner. Der SED-Politiker selbst betitelte das Resultat als ein „eindrucksvolle[s] Votum für die Kandidaten der Nationalen Front“. Keine Rede war dagegen von den Vorwürfen des Wahlbetrugs oder den diesbezüglichen Protesten.
Ebenso verhielt es sich mit einem weiteren Bericht („Der Wahlsonntag in der Republik“, 8.5.: 3), in dem man genauso wenig Hinweise auf die Anschuldigungen fand. Auch hier wurden lediglich positive Aspekte hervorgehoben und negative Ereignisse ausgeblendet. Man stellte den 7. Mai als einen gelungenen Wahltag dar, an dem ein Großteil der Bevölkerung aller Bevölkerungsschichten die Wahllokale aufsuchte und vollkommen überzeugt der Nationalen Front die Stimme gab. Zudem fand die Tatsache, dass das Wahlergebnis von 98,85 Prozent für die Nationale Front das schlechteste Resultat seit der Gründung der DDR war, keinerlei Erwähnung.
Gleiches konnte man in dem vier Tage später erschienenen Artikel über die Kommunalwahlen feststellen (ND: „Überzeugendes Bekenntnis zu unserem bewährten Kurs“, 12.5.: 1). Dieser behandelte den Bericht der Wahlkommission über die Erfüllung ihrer Aufgaben, die zuvor in der Staatratssitzung unter Leitung von Erich Honecker erörtert wurde. Darin verdeutlichte Krenz, dass es sich bei der Abstimmung um ein ordnungsgemäßes Votum handelte und noch einmal wurde auf den überaus positiven Ausgang dieser Wahl hingewiesen. Im vollkommenen Bewusstsein darüber, dass Oppositionelle die Wahlergebnisse als Betrug ansahen, diesen nicht dulden wollten und versuchten dagegen anzugehen, konzentrierte sich der Bericht lediglich auf die von Krenz und Honecker sowie von anderen Beteiligten der Wahlkommission getroffenen Aussagen. Somit wurden nur Äußerungen anderer wiedergegeben und eine eigene Analyse der Geschehnisse aus Perspektive des Redakteurs erfolgte nicht.
1. Einleitung: Beschreibt den Gegenstand, die Motivation der Arbeit und die methodische Vorgehensweise zur Auswahl der Zeitungen.
2. Theoretische Vorüberlegungen und Hintergründe: Erläutert die Rolle der Mediensysteme in beiden deutschen Staaten sowie die theoretischen Grundlagen der Perzeption und der Verwendung von Nationenbildern und Stereotypen.
3. DDR – Berichterstattung 1989: Vergleich ostdeutscher Artikel des ND und der BZ mit westdeutschen Artikeln der FAZ und des Tagesspiegels: Analysiert detailliert die Berichterstattung über vier zentrale Ereignisse (Wahlbetrug, Grenzöffnung, Machtwechsel, Mauerfall) und kontrastiert die jeweiligen Sichtweisen.
4. Zusammenfassung der deutsch-deutschen Berichterstattung: Synthetisiert die Ergebnisse der Analyse, indem die Berichterstattung aus BRD- und DDR-Perspektive gegenübergestellt und bewertet wird.
5. Fazit: Zieht ein abschließendes Resümee über die Unterschiede in der Berichterstattung und die instrumentelle Rolle der Medien in beiden Staaten.
Mauerfall, DDR-Berichterstattung, BRD-Medien, SED, Egon Krenz, Erich Honecker, Kommunalwahlen 1989, Nationenbild, Stereotypen, Politische Propaganda, Friedliche Revolution, Medienanalyse, DDR, Bundesrepublik Deutschland, Pressefreiheit.
Die Bachelor-Thesis analysiert, wie ost- und westdeutsche Printmedien im Jahr 1989 über zentrale politische Ereignisse des Umbruchs in der DDR berichtet haben.
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Darstellung von Wahlfälschungen, die Öffnung der ungarischen Grenze, den Machtwechsel von Honecker zu Krenz und den Fall der Mauer.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie sich die Berichterstattung in beiden Systemen unterschied und welche Nationenbilder oder Stereotypen genutzt wurden, um den jeweils anderen Staat als Feindbild darzustellen.
Es wird eine vergleichende Inhaltsanalyse von 40 ausgewählten Zeitungsartikeln (ND, Berliner Zeitung, FAZ, Tagesspiegel) angewendet, um inhaltliche Differenzen und bildgebende Prozesse zu identifizieren.
Der Hauptteil gliedert sich in vier chronologische Analysekapitel, die jeweils den historischen Kontext sowie eine vergleichende Inhaltsanalyse der Berichte zu den spezifischen Ereignissen von Mai bis November 1989 beinhalten.
Wichtige Begriffe sind Friedliche Revolution, systembedingte Propaganda, Nationenbild, politische Kommunikation im Umbruchjahr 1989 und die Rolle der Journalisten als Akteure in einem ideologisch gespaltenen Mediensystem.
Während die DDR-Medien versuchten, den Abgang von Honecker als gesundheitlich bedingt und freiwillig darzustellen, um die Partei zu stabilisieren, interpretierten die westdeutschen Zeitungen den Wechsel als erzwungene Reaktion auf den Machtverfall der SED.
Die Medien fungierten primär als Propagandainstrument der SED, das gezielt Informationen ausblendete oder uminterpretierte, um die DDR als stabilen, erfolgreichen Staat zu präsentieren, während der Westen diffamiert wurde.
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