Bachelorarbeit, 2014
42 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Staatliche und gesellschaftliche Organisationen des Leistungssports
2.1 Bedeutung des Sports für die SED
2.1.1 Die führende Rolle der Partei
2.2 Das Staatsekretariat für Körperkultur und Sport
2.3 Die Zentrale Leistungssportkommission (LSK)
2.4 Vom Deutschen Sportausschuss zum Deutschen Turn- und Sportbund
3 Stellenwert des Sports im System der DDR
3.1 Gesellschaftliche Funktion
3.2 Politische Instrumentalisierung
4 Die Stufen der Nachwuchsförderung
4.1 Die Einheitliche Sichtung und Auswahl für die Trainingszentren des DTSB
4.2 Die Spartakiadebewegung
4.3 Die drei Förderstufen
4.3.1 Förderstufe 1: Die Trainingszentren
4.3.2 Förderstufe 2: Die Kinder- und Jugendsportschulen
4.3.3 Förderstufe 3: Die Sportclubs
5 Ideologie der Jugendförderung
5.1 Erziehungs- und Bildungsziele des Sportunterrichts
5.3 Die Verwirklichung ausgewählter Ziele im Sportunterricht
5.4 Das Sportabzeichen im Dienste der Politik
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über das komplexe Fördersystem des Leistungssports in der DDR, mit einem speziellen Fokus auf die Nachwuchsförderung. Ziel ist es, die staatliche Struktur, die ideologische Einbettung sowie die Instrumentalisierung des Sports zur politischen Selbstdarstellung zu analysieren.
2.1 Bedeutung des Sports für die SED
Die Parteiführung ließ der Körperkultur in der DDR eine immer größer werdende Bedeutung zukommen, was sich spätestens mit der neuen Verfassung der DDR von 1968 deutlich widerspiegelte, in der der Sport erstmals in einer deutschen Verfassung als fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens festgelegt wurde. 4 Außerdem wurde bereits 1949 vom stellvertretenden Ministerpräsidenten Walter Ulbricht ein ausführliches Programm der Regierung zur Förderung des Sports - mit den Schwerpunkten der finanziellen Unterstützung und dem Sportunterricht an den Schulen - dargelegt. 5 Zusätzlich wurde Kontakt zu sowjetischen Sportwissenschaftlern, Trainern und Athleten aufgenommen, was auch die Entwicklung des DDR-Leistungssports beachtlich prägte.
In den fünfziger und sechziger Jahren, als die DDR und die BRD noch mit einer gesamtdeutschen Mannschaft bei Olympia starteten, war das Ziel, die westdeutschen Sportler in internationalen Wettkämpfen zu übertreffen, um somit den weiteren Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik zu verhindern. 1968 starteten die Sportler der DDR dann erstmals mit einer eigenen Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen in Grenoble und den Sommerspielen in Mexiko-City. Die ersten staatlichen Vorgaben erreichte man dann bereits vier Jahre später mit dem zweiten (Winterspiele) und dem dritten (Sommerspiele) Rang in der Nationenwertung.6
„Die Zielsetzung für die Olympischen Spiele 1972 in München besteht darin, in der Nationenwertung […] den Platz von 1968 zu bestätigen und eine Platzierung vor Westdeutschland zu erreichen. (zitiert nach: Beschluß des Präsidiums des DTSB vom 22.04.1969 in Frost, Heise, Liebold u.a. (HG), 1991, S.170)“7
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Fokus auf die Nachwuchsförderung und der Begrenzung der Arbeit auf die generelle Struktur des DDR-Sports.
2 Staatliche und gesellschaftliche Organisationen des Leistungssports: Analyse der Gremien wie ZK der SED, Staatsekretariat für Körperkultur und Sport sowie die Gründung und Rolle des DTSB.
3 Stellenwert des Sports im System der DDR: Untersuchung der gesellschaftlichen Funktionen des Sports sowie dessen Nutzung als politisches Instrument zur internationalen Anerkennung.
4 Die Stufen der Nachwuchsförderung: Detaillierte Darstellung des Fördersystems von der ESA über die Spartakiadebewegung bis hin zu Trainingszentren, KJS und Sportclubs.
5 Ideologie der Jugendförderung: Beschreibung der Erziehungsziele im Sportunterricht und der politisch-ideologischen Lenkung über das Sportabzeichen.
6 Fazit: Resümee über die Leistungsstärke des DDR-Systems, die Rolle der Ideologie und die kritische Bewertung der Trainingserfolge im Kontext des Gesamtstaates.
DDR, Leistungssport, Nachwuchsförderung, SED, DTSB, Spartakiade, Trainingszentren, Kinder- und Jugendsportschulen, KJS, Sportabzeichen, Ideologie, Körperkultur, Talentförderung, politische Instrumentalisierung, Sportclub.
Die Arbeit analysiert das komplexe Leistungssportsystem der ehemaligen DDR und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die staatlich gesteuerte Förderung des Sportnachwuchses.
Die zentralen Felder sind die Organisationsstruktur des DDR-Sports, die ideologische Erziehung durch Sport, das dreistufige Fördersystem für junge Athleten und die politische Instrumentalisierung von Erfolgen.
Das Ziel ist es, die Strukturen und Mechanismen aufzuzeigen, mit denen die DDR erfolgreich ein System schuf, das Talente frühzeitig sichtete und zu internationalem Erfolg führte.
Der Verfasser nutzt eine strukturierte Analyse von Dokumenten, Beschlüssen und Fachliteratur, um die historische Entwicklung und Funktion des DDR-Sportsystems darzulegen.
Der Hauptteil gliedert sich in die politische Organisation (SED/DTSB), die Stufen der Nachwuchsförderung (ESA, Spartakiaden, KJS, Sportclubs) sowie die ideologischen Zielsetzungen innerhalb des Sportunterrichts.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leistungssport, DDR, Nachwuchsförderung, SED, DTSB und Spartakiade charakterisiert.
Die ESA ermöglichte es dem Staat, flächendeckend nahezu alle Kinder zu erfassen, um Talente frühzeitig für die leistungssportliche Förderung in Trainingszentren zu identifizieren.
Das Sportabzeichen wurde als politisches Instrument genutzt, um die Bevölkerung massensportlich zu mobilisieren und eine ideologische Bindung an das sozialistische System zu fördern.
Die Sportorganisationen, allen voran der DTSB, waren in hohem Maße von der Parteiführung abhängig und dienten als Instrumente zur Umsetzung der politischen Ziele der SED.
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