Examensarbeit, 2013
110 Seiten, Note: 1,5
I. Einleitung
II. Entstehung des Andalusischen und dessen Status heute
1. Zur historischen Entwicklung des Andalusischen
1.1 Auswirkung der geschichtlichen Rahmenbedingungen auf die Sprache
1.2 Sprachwissenschaftliche Annäherung an die hablas andaluzas
2. Sprachwissenschaftliche Betrachtung des Untersuchungsgegenstandes
2.1 Differenz von Sprache, Varietät, Dialekt und habla
2.2 Der Status des Andalusischen in der heutigen Gesellschaft
3. Versuch einer Normierung der Varietät
3.1 Normalisierung des Andalusischen
3.2 Nivellierung des Andalusischen
III. Sprachliche Identität und Sprachbewusstsein in Andalusien
1. Andalusier auf der Suche nach ihrer Identität
1.1 Identität und Sprache
1.2 Sprachliche Identität der Andalusier
2. Entwicklung des Sprachbewusstseins in Andalusien
IV. Soziale Projektion der sprachlichen Identität
1. Stellung einer Varietät im Bildungswesen
1.1 Verwendung der andalusischen Varietät im Bildungswesen
1.2 Sprachpolitische Ziele der autonomen Verfassung im Schulkontext
2. Verwendung der andalusischen Varietät in den Medien
V. Empirische Untersuchung
1. Untersuchungsgegenstand Sprachbewusstsein
2. Auswahl des Untersuchungsinstruments
3. Durchführung der Untersuchung
4. Zusammenfassende Schlussfolgerung aus den Antworten der Befragten
VI. Fazit
VII. Bibliographie
VIII. Anhang
Die vorliegende Arbeit untersucht das Sprachbewusstsein junger Erwachsener in Cádiz sowie deren sprachliche Identität. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der negativen öffentlichen Wahrnehmung des Andalusischen und dem positiven individuellen Identitätsgefühl der Sprecher empirisch zu analysieren und theoretisch zu fundieren.
Soziale Projektion der sprachlichen Identität
Die Soziolinguistik spielt in der Bildung eine wichtige Rolle. Seit Anfang des 21. Jahrhunderts entwickeln Soziolinguisten durch Forschungen neue Methoden, die es erlauben, die komplexen Modelle der Interaktion zwischen Sprache, Kultur und Gesellschaft besser zu verstehen. Dementsprechend können aufkommende Probleme nicht nur im schulischen Kontext, sondern auch in sozialen Kontexten besser gelöst werden.
Im Schulwesen bringt die Anerkennung von Varietäten Probleme mit sich. Für Lehrer und Professoren stellt sich immer öfter die Frage, ob die Modalität im Schulwesen beigebracht werden sollte. Zudem erschweren Dialekte den Lehrenden das Vermitteln von Lesen und Schreiben, denn die Aussprache vieler Schüler und Schülerinnen weicht zum Teil sehr stark vom Schriftbild ab. Sozial gesehen hätte das Unterrichten in der Standardsprache ausschließlich einen Vorteil: Die Schüler würden unter gleichen Bedingungen lernen und somit würden sich auch die durch den Dialekt entstandenen Fehler im Schriftbild besser vermeiden lassen. Doch ist es wirklich so einfach? Würde die Abschaffung von sprachlichen Varietäten nicht eine Form von Diskriminierung darstellen? Dadurch, dass sich die Modalitäten gut etabliert haben, gibt es keinen sprachwissenschaftlichen Grund dafür, von jemandem zu verlangen, die Art und Weise des Sprechens zu ändern.
I. Einleitung: Die Einleitung legt den Fokus auf die Untersuchung des Sprachbewusstseins junger Andalusier in Cádiz und erläutert die Motivation für diese soziolinguistische Studie.
II. Entstehung des Andalusischen und dessen Status heute: Dieses Kapitel betrachtet die historischen Hintergründe der Entstehung der andalusischen Varietät und diskutiert die Konzepte der Normalisierung und Nivellierung.
III. Sprachliche Identität und Sprachbewusstsein in Andalusien: Der Abschnitt befasst sich mit der Konstruktion sprachlicher Identität und der Entwicklung des Sprachbewusstseins unter dem Einfluss historischer und soziokultureller Faktoren.
IV. Soziale Projektion der sprachlichen Identität: Hier wird analysiert, welche Bedeutung der Varietät im Bildungswesen sowie in den Medien zugeschrieben wird und welche sprachpolitischen Rahmenbedingungen existieren.
V. Empirische Untersuchung: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen der Online-Umfrage, die Auswertung der Ergebnisse und zieht Schlussfolgerungen hinsichtlich des Sprachbewusstseins der Befragten.
VI. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bestätigung bzw. Widerlegung der eingangs aufgestellten Hypothesen.
Andalusisch, Sprachbewusstsein, Sprachidentität, Soziolinguistik, Dialekt, Varietät, Cádiz, Identitätsbildung, Sprachwandel, Bildungswesen, Medien, Nivellierung, Normalisierung, Empirische Untersuchung, Hablas andaluzas
Die Arbeit untersucht das Sprachbewusstsein und die Identitätsbildung junger Erwachsener in Cádiz in Bezug auf die andalusische Varietät des Spanischen.
Die Arbeit behandelt historische Ursprünge des Andalusischen, die soziolinguistische Abgrenzung zu Dialekten, die Rolle der Sprache für die kulturelle Identität sowie die öffentliche und schulische Repräsentation der Varietät.
Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Andalusier ihre eigene Sprechweise bewerten und ob sie diese trotz des oft niedrigen Prestiges als zentralen Bestandteil ihrer Identität begreifen.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsmethode und führt eine Online-Umfrage mit 24 jungen Erwachsenen aus Cádiz durch, um subjektive Erfahrungen und Meinungen zu erfassen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Identitätskonstruktion sowie in eine empirische Analyse, die Einstellungen zur Verwendung der Varietät im Bildungssektor und in Medien thematisiert.
Zentrale Begriffe sind Sprachbewusstsein, andalusische Varietät (hablas andaluzas), Identität, Soziolinguistik und Normalisierung.
Der Karneval dient als spezifisches Fallbeispiel, da er als kulturelles Ereignis eng mit der lokalen Identität und der andalusischen Aussprache verknüpft ist und die Teilnehmer dazu bewegt, ihre emotionale Bindung zur Sprache zu offenbaren.
Die meisten Befragten zeigen ein sehr positives Sprachbewusstsein und sind stolz auf ihre andalusische Identität, auch wenn sie sich der sozioökonomischen Vorurteile bewusst sind.
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