Magisterarbeit, 2011
98 Seiten, Note: 1,0
Einleitendes Vorwort
1. „Also sprach Zarathustra“: Ein Überblick
1.1 Der sonnengleich verschenkende Zarathustra
1.2 „Gott ist tot“: Voraussetzung des „Übermenschen“
1.3 „Drei Verwandlungen des Geistes“
1.4 Der Mensch: Zu Überwindendes
1.5 Wegmarken zum „Übermenschen“
2. „Du-sollst“ versus „ich will“: Das Kind unter natürlichen Mächten
2.1 „Du-sollst“ der primären Bindungen
2.1.1 Abhängigkeit von den Eltern
2.1.2 Der gebende Blick
2.1.3 Verwirklichtes „Du-sollst“
2.2 „Du-sollst“ der Gesellschaft
2.2.1 Notwendige Gesellschaft
2.2.2 Notwendiges „Du-sollst“
3. Angst des „ich will“: Flucht in das „Du-sollst“
3.1 Flucht in das „Du-sollst“
3.1.1 Die Angst des „letzten verächtlichsten Menschen“
3.1.2 Primäre Beziehungen
3.1.3 Sekundäre Bindungen
3.2 Der „hässlichste Mensch“: Befreiung zum „ich will“
3.2.1 Im Angesicht der Angst
3.2.2 Notwendiges Schwergewicht des Lebens
3.2.3 Die ewige Wiederkehr des Gleichen
4. „Du-sollst“ für das „ich will“: Notwendende Erziehung und Bildung
4.1 Erzieher und Erziehung zum „ich will“
4.1.1 Erzieher als Befreier des Wesens
4.1.2 Die Berufung des Erziehers
4.2 Rationale Autorität des „Du-sollst“
4.3 „Du-sollst“ von Bildung und Erziehung
5. „Adler- und Schlangenweisheit“: Erkenntnisse des „ich will“
5.1 „Du-sollst“ gegen Erkenntnis
5.2 Erkenntnis aus der Vogelperspektive
5.3 Befreiende Erkenntnis
5.3.1 „Ekel“ der Einsicht
5.3.2 Bildung zur Einsicht
5.3.3 Brechen „alter Tafeln“
6. Zwischen „Du-sollst“ und „ich will“: Raum des „ich bin“
6.1 Notwendigkeit eines Freiraums
6.2 „Ich bin“ im „potentiellen Raum“
6.2.1 Der „potentielle Raum“
6.2.2 Spielendes Schaffen
6.2.3 Potentieller Selbst-Bildungs-Raum
Schlusswort
Ziel dieser Arbeit ist die Entdeckung der Nietzsche-Pädagogik, indem der Weg zum „Übermenschen“ nachempfunden und in einen pädagogischen Zusammenhang gebracht wird, um dessen Potential für die Erziehungstheorie aufzuzeigen.
1.1 Der sonnengleich verschenkende Zarathustra
Nachdem er zehn Jahre lang seinen Geist und seine Einsamkeit im Gebirge „genossen“ hat, entscheidet sich der mittlerweile vierzigjährige Zarathustra zu einem Lebenswandel (vgl. KSA 4, S. 12). Ausgerechnet die Sonne inspirierte ihn dazu.
So sprach Zarathustra: „Du grosses Gestirn! Was wäre dein Glück, wenn du nicht Die hättest, welchen du leuchtest!“ (KSA 4, S. 11).
Unermüdlich geht die angesprochene Sonne jeden Tag auf, verschenkt verschwenderisch ihre Wärme und ihr Licht, bevor sie wieder untergeht. Als Teil des ewigen Kreislaufs der Welt, geht sie auf und unter (zumindest aus der Sicht des Menschen), weil ebendies die Art und Weise ihrer Existenz ausmacht. Laut Zarathustra reicht dies offenbar nicht aus. Es genügt nicht, dass die Sonne tut, was sie in ihrer Funktion oder Eigenschaft als Sonne tut. Es genügt nicht, dass sie bloß scheint. Sie benötigt darüber hinaus einen externen Zweck: Etwas, das sie bescheinen kann. Erst dieses Wozu, das von ihr Beschienene, gibt ihr die tiefere Bedeutung ihres Seins und Scheinens. Sie wärmt und beleuchtet die Erde für die auf ihr lebenden Tiere und Menschen. Diese (wir) sind auf ihr Licht und ihre Wärme angewiesen, für sie (uns) ist die Sonne Lebens-Not-wendend. So schließt sich der Kreis der Notwendigkeiten: Sonne und Lebewesen sind wechselseitig voneinander abhängig. Dadurch geben sie sich gegenseitig einen Sinn, denn was wäre ein Geschenk, ohne einen zu-Beschenkenden und dieser ohne jenes?
1. „Also sprach Zarathustra“: Ein Überblick: Einleitende Analyse von Nietzsches Werk, wobei das Sonnengleichnis und der „Übermensch“ als pädagogisches Ziel eingeführt werden.
2. „Du-sollst“ versus „ich will“: Das Kind unter natürlichen Mächten: Untersuchung der primären Bindungen und der elterlichen Macht, unter denen das Kind zunächst aufwächst.
3. Angst des „ich will“: Flucht in das „Du-sollst“: Betrachtung der Angst vor der Freiheit und wie das Individuum versucht, dieser durch Flucht in gesellschaftliche Konventionen („Man“) zu entkommen.
4. „Du-sollst“ für das „ich will“: Notwendende Erziehung und Bildung: Analyse der Rolle von Erziehern als Befreier des kindlichen Wesens und der rationalen Autorität.
5. „Adler- und Schlangenweisheit“: Erkenntnisse des „ich will“: Untersuchung der befreienden Erkenntnis und der Notwendigkeit, „alte Tafeln“ bzw. alte Werte zu zerbrechen.
6. Zwischen „Du-sollst“ und „ich will“: Raum des „ich bin“: Diskussion über den „potentiellen Raum“ und die Notwendigkeit eines Freiraums für die Selbstbildung des Individuums.
Nietzsche, Übermensch, Erziehung, Bildung, Mündigkeit, Du-sollst, Ich-will, Selbstbestimmung, Freiheit, Abhängigkeit, Psychologie, Pädagogik, Selbsterkenntnis, Nihilismus, Identität.
Die Arbeit untersucht Nietzsches Philosophie unter pädagogischen Gesichtspunkten, insbesondere den Prozess, wie der Mensch vom fremdbestimmten Wesen zum mündigen „Übermenschen“ reift.
Die Spannung zwischen Fremdbestimmung (Du-sollst) und Selbstbestimmung (Ich-will), die Rolle von Erziehung und Bildung bei der Individuation sowie die Bedeutung von Freiheit und Angst.
Wie lässt sich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ als pädagogisches Modell für die Erziehung zum mündigen, selbstbestimmten Individuum interpretieren und in ein pädagogisches Konzept überführen?
Es handelt sich um eine philosophisch-pädagogische Analyse, die Nietzsches Denken mit existentiellen und gestalttheoretischen Ansätzen (u.a. von Fromm, Heidegger, Winnicott, Sartre) in Verbindung setzt.
Der Hauptteil gliedert den Weg zur Mündigkeit in Stufen: von den primären Bindungen und dem gesellschaftlichen Druck bis hin zur Überwindung des Nihilismus und dem Schaffen eines „potentiellen Raums“ zur Selbstentfaltung.
Übermensch, Mündigkeit, Pädagogik, Du-sollst, Ich-will, Individuation, Bildung, Selbstbestimmung.
Es wird nicht rein negativ als Zwang gesehen, sondern als notwendige, wenn auch oft hemmende Struktur der Gesellschaft, der Familie und der Erziehung, die für die Integration unverzichtbar ist, aber überwunden werden muss.
Der „Ekel“ ist die notwendige, oft schmerzhafte Erkenntnis der Falschheit gesellschaftlicher Normen, die als Geburtsstunde der echten Selbstsuche und der Befreiung zum eigenen Willen dient.
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