Masterarbeit, 2014
162 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zur Situation pflegender Angehöriger in Deutschland
2.1. Pflegende Angehörige in Deutschland
2.1.1. Belastungen
2.1.2. Geschlecht und Alter
2.1.3. Erwerbstätigkeit
2.2. Implikationen für Arbeitgeber
2.3. Pflegeberatung nach SGB XI
2.4. Kritik an den bestehenden Beratungsangeboten
3. Darstellung des Modellprojektes
4. Theoretische Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige
4.1. Telefonberatung
4.2. Dienstleistungsorientierung
4.2.1. Der mikrosoziologische Dienstleistungsdiskurs
4.2.2. Die ökonomische Dienstleistungsdiskurs
4.3. Lebensweltorientierung
5. Konzeptionelle Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige
5.1. Case Management
5.1.1. Grundlagen und Prinzipien
5.1.2. Ablauf
5.2. Beratungsmodell zum erfolgreichen Altern
5.3. Qualifikationen der BeraterInnen
5.3.1. Wissen
5.3.2. Können
5.3.3. Haltung
5.4. Qualitätsdimensionen
5.5. Zusammenfassung
6. Methodendarstellung
7. Darstellung der Interviews
7.1. Die AnruferInnen
7.2. Die Beraterinnen
7.3. Die Beratung
7.4. Das Medium Telefon
7.5. Zur Zukunft des Angebotes
8. Ergebnisdarstellung
8.1. Die AnruferInnen
8.2. Zu Theorie und Konzeption der Beratung
8.3. Standardisierung der Beratung und Einsatz fachfremden Personals
8.4. Das Medium Telefon
9. Diskussion
9.1. Entwicklungsempfehlungen
9.2. Forschungsbedarf
9.3. Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht ein innovatives, telefonisches Modellprojekt zur Pflegeberatung der famPlus GmbH. Ziel ist es, auf Basis der Erfahrungen und Einschätzungen der Beratungskräfte zu analysieren, wie ein solches Angebot gestaltet sein muss, um berufstätige pflegende Angehörige effektiv bei der Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zu unterstützen, und welche Anforderungen an Theorie, Konzeption und Personalqualität dabei bestehen.
4.1. Telefonberatung
In Bezug auf die charakteristischen Merkmale einer Telefonberatung findet sich derzeit, im Gegensatz zur Beratung im Internet via Chats oder Onlineforen, kaum aktuelle Literatur. Deshalb muss an dieser Stelle auf ältere Werke rekurriert werden, die sich primär mit den Eigenheiten der Telefonseelsorge als Mutter der heutigen Telefonberatung auseinander setzen. Dabei gilt zu beachten, dass aufgrund der technischen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten einzelne Aspekte heute anders bewertet werden müssen. Während z. B. in den frühen 1990er Jahren das Preissystem der Bundespost limitierte Freieinheiten für Anrufe bei der Telefonseelsorge vorsah und somit ausführliche Gespräche kostspielig werden konnten – Genth und Hoppe sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Zwang zur Ökonomisierung der Worte“ (Genth/ Hoppe zit. nach Hornschuh 1990, S. 338; vgl. dazu auch Strauß 1990, S. 343) – kann in Zeiten von Flatrate-Angeboten der Kostenaspekt nicht mehr als limitierender Faktor angesehen werden. Andere Erkenntnisse zur Nutzung des Telefons als Medium in der Beratung besitzen allerdings bis heute ihre Gültigkeit.
So dient Telefonseelsorge in der Regel insbesondere der Klärung von Problemlagen; sie war und ist nicht gedacht als ein Angebot, dass ohne die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Hilfestellungen anbietet, sondern übernimmt in der Regel eine Koordinations- und Vermittlungsfunktion innerhalb des Versorgungssystems. Damit betrachtet sie den Kontakt mit den AdressatInnen von vorneherein als zeitlich begrenzt (vgl. von Brachel 1989, S. 15f). Die Kontaktaufnahme ist dabei im Gegensatz zu klassischen Beratungsangeboten sehr niedrigschwellig angelegt. Nahezu jedem steht heute ein Telefon zur Verfügung, der/ die AdressatIn kann den Ort an dem er/sie telefoniert selbst bestimmen und hat insofern keinen Anfahrtsweg, wenn er/sie die Beratung in Anspruch nehmen will. Je nach Konzeption des Beratungsangebotes müssen auch keine Öffnungs- oder Wartezeiten oder eine Terminvereinbarung in Kauf genommen werden (vgl. a. a. O., S. 14; Hornschuh 1990, S. 335).
1. Einleitung: Beschreibt die Relevanz der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf im Kontext des demografischen Wandels und stellt die Problemstellung des Modellprojektes vor.
2. Zur Situation pflegender Angehöriger in Deutschland: Erörtert die soziologischen und ökonomischen Herausforderungen sowie die Rahmenbedingungen und Kritikpunkte bestehender Pflegeberatung.
3. Darstellung des Modellprojektes: Beschreibt den Ablauf und die Zielsetzung der telefonischen Pflegeberatung der famPlus GmbH.
4. Theoretische Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige: Beleuchtet Telefonberatung, Dienstleistungsorientierung und Lebensweltorientierung als theoretische Basis.
5. Konzeptionelle Grundlagen einer Pflegeberatung für berufstätige Angehörige: Definiert die konzeptionellen Pfeiler Case Management, Beratungsmodell zum erfolgreichen Altern sowie Anforderungen an Qualifikation und Qualität.
6. Methodendarstellung: Legt das methodische Vorgehen der Untersuchung, insbesondere die Experteninterviews mit dem Beratungsteam, dar.
7. Darstellung der Interviews: Präsentiert die empirischen Erkenntnisse zu den AnruferInnen, Beraterinnen und der praktischen Umsetzung der Beratung.
8. Ergebnisdarstellung: Interpretiert die Ergebnisse im Vergleich zu Studien und theoretischen Modellen.
9. Diskussion: Formuliert Entwicklungsempfehlungen, identifiziert Forschungsbedarf und zieht ein abschließendes Fazit.
Pflegeberatung, Berufstätige Angehörige, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Telefonberatung, Case Management, Lebensweltorientierung, Soziale Dienstleistung, Modellprojekt, Qualitätsmanagement, Beratungskompetenz, Pflegebedürftigkeit, Eldercare, Arbeitswelt, Beratungsqualität, Experteninterviews.
Die Arbeit untersucht ein innovatives, telefonisches Beratungsprojekt zur Entlastung berufstätiger Menschen, die pflegebedürftige Angehörige betreuen.
Zentral sind die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, die theoretische und konzeptionelle Gestaltung sozialer telefonischer Beratungsdienste sowie deren Qualitätssicherung.
Das Ziel ist die Ableitung von Empfehlungen für die Verstetigung und Weiterentwicklung des untersuchten Beratungsangebotes auf Basis von Experteninterviews mit den BeraterInnen.
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsansatz mit Experteninterviews, die nach der Grounded Theory ausgewertet wurden.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen und konzeptionellen Grundlagen, die Methodendarstellung, die Auswertung der Interviews sowie eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Die zentralen Schlagworte sind Pflegeberatung, Vereinbarkeit von Beruf und Pflege, Case Management, Telefonberatung und Lebensweltorientierung.
Die Persönlichkeit der BeraterInnen beeinflusst den Beratungsprozess maßgeblich; daher sind Selbstreflexion und fachliche Klarheit über die eigene Rolle essenziell.
Da Beratung im Moment der Interaktion produziert und konsumiert wird, sind Fehler im Prozess schwer korrigierbar, weshalb eine hohe Beratungsqualität von Beginn an entscheidend ist.
Das Modellprojekt ist telefonisch, zeitlich flexibler, bundesweit erreichbar und spezifisch auf die Bedürfnisse berufstätiger Angehöriger zugeschnitten.
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