Bachelorarbeit, 2011
22 Seiten
I. Vorwort
II. Text – Mt 8, 18-27
a. Abgrenzung
b. Übersetzung
c. Gliederung und Strukturanalyse
III. Analyse und Auslegung des Textes
IV. Hauptergebnisse
V. Wirkungsgeschichte
Die Arbeit untersucht die Perikope der Sturmstillung nach Matthäus (Mt 8,18-27) exegetisch. Das primäre Ziel ist es, die narrative Einheit von den vorangehenden Nachfolgeszenen bis zum Staunen der Beobachter herauszuarbeiten und die spezifische matthäische Theologie der Nachfolge sowie das Vertrauen auf die Gegenwart Christi in Krisenzeiten zu beleuchten.
Hauptteil II
Jesus indes schläft und die Jünger betrachten den Meister als abwesend und wecken ihn, obwohl er bei ihnen ist. Es folgt der Tadel des Meisters über die Ängstlichkeit und den Kleinglauben der Jünger. Jesus reagiert nicht sofort, sondern verweist die Jünger zuerst darauf, dass es keinen Grund für sie gäbe, sich zu fürchten und kleingläubig zu sein. Die Mahnung Jesu bezieht sich nicht so sehr auf die Furcht an sich, denn diese ist menschlich, sondern mehr auf die Blindheit der Jünger, die nicht wahrnehmen, dass Jesus mit ihnen im Boot sitzt. Der sprachliche Wechsel ins Präsens will dies verdeutlichen und rückt den Brennpunkt immer mehr auf die Priorität des Glaubens, an die Präsenz und Hilfe durch Jesus und dessen bleibende Gültigkeit. Im Glauben an die Gegenwärtigkeit Jesu liegt auch der Schlüssel zur Überwindung dieser Urangst des Menschen.
Matthäus stellt in seinem Sprachgebrauch die Handlung Jesu nicht in den Rahmen eines Exorzismus, sondern betont seine Vollmacht im Hinblick auf seine Stellung als Kyrios, dem Herrschaft gegeben ist, selbst über die Elemente. Die Handlung ruft starke Erinnerungen wach an die Geschichte von Jona, der ebenfalls Rettung erfährt. Die Perikope unterscheidet sich aber darin, dass die Jünger die Erfahrung machen, dass Jesus mit ihnen im Boot sitzt, deren Angst sieht und ihnen hilft diese zu überwinden. Im Gegensatz zu Jona, erleiden die Jünger keinen Schiffbruch und gehen nicht über Bord. Die Gegenwart Jesu bewahrt sie vor der drohenden Gefahr und lehrt sie auf ihn zu vertrauen, während Jona tatsächlich ins Meer geschmissen wird und erst drei Tage später wieder an Land kommt.
I. Vorwort: Der Autor erläutert den Entstehungskontext der Arbeit im Rahmen eines exegetischen Seminars und benennt die methodische Herangehensweise sowie die primäre Fachliteratur.
II. Text – Mt 8, 18-27: Dieses Kapitel liefert eine philologische Grundlage durch die Abgrenzung, eine vergleichende Übersetzung und eine strukturelle Gliederung der Perikope.
III. Analyse und Auslegung des Textes: Hier erfolgt die tiefgehende exegetische Untersuchung, in der Matthäus' Fokus auf die Jüngerschaft und die Souveränität Jesu im Vergleich zu den anderen Evangelisten herausgearbeitet wird.
IV. Hauptergebnisse: Dieses Kapitel fasst zusammen, dass die Sturmstillung bei Matthäus primär als theologische Lehrerzählung zu verstehen ist, die zur Nachfolge und zum Vertrauen in Krisen aufruft.
V. Wirkungsgeschichte: Die Ausführungen beleuchten die Rezeptionsgeschichte des Armutsgebots und diskutieren, wie biblische Texte historisch oft fehlinterpretiert oder für institutionelle Zwecke instrumentalisiert wurden.
Sturmstillung, Matthäusevangelium, Jüngerschaft, Nachfolge, Menschensohn, Kyrios, Vertrauen, Krisenmanagement, Exegese, Wundererzählung, Armut, Glaube, Bibel, Textanalyse, Christologie
Die Bachelorarbeit behandelt exegetisch die Perikope von der Sturmstillung im Matthäusevangelium (Mt 8,18-27).
Die zentralen Themen sind das Verständnis der Nachfolge Jesu, die Darstellung Jesu als souveräner Kyrios und das menschliche Vertrauen in seine Gegenwart bei existenziellen Krisen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Matthäus durch die Einbettung der Sturmstillung in eine Nachfolge-Rahmenerzählung eine theologische Einordnung von Krisen als Teil des aktiven Glaubenslebens vornimmt.
Es handelt sich um eine exegetische Analyse, die mit dem Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, der strukturellen Gliederung und der Einbeziehung historisch-kritischer Kommentarliteratur arbeitet.
Der Hauptteil analysiert die dramatische Struktur des Textes, die Bedeutung der "Nachfolge"-Episoden als Vorspann und die spezifische matthäische Wortwahl im Vergleich zu Markus und Lukas.
Nachfolge, Sturmstillung, Kyrios, Vertrauen, Krisenmanagement und Menschensohn sind die zentralen Begriffe.
Der Autor nutzt den Jona-Vergleich, um zu zeigen, dass die Jünger bei Matthäus trotz Gefahr nicht Schiffbruch erleiden, weil Jesus physisch bei ihnen im Boot präsent ist.
Der Autor kritisiert die historische Tendenz der Kirche, das radikale Armutsgebot Jesu zu verwässern oder für machtpolitische Zwecke zu uminterpretieren.
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