Magisterarbeit, 2007
30 Seiten, Note: 1
Einleitung
Personen
Die Legitimität Albrechts als König
Widerstand der Kurfürsten
Zwischenergebnis
Albrechts letzte Jahre
Der Tatablauf
Die Mordmotive
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum
Die Nutznießer
Ergebnis
Die Arbeit untersucht den Mord an König Albrecht I. im Jahr 1308 und analysiert, ob es sich dabei – wie häufig in der Literatur dargestellt – um eine reine Privatsache aufgrund von Rachemotiven des Neffen Johann handelte, oder ob das Attentat im Kontext einer Tyrannenmord-Problematik und politischer Interessenkonflikte verstanden werden muss.
Die Mordmotive
In der Darstellung der Tat als offener Mord vor Zeugen, stimmen die verfügbaren Quellen überein. Bei einem derartigen Ablauf des Verbrechens aber musste den beteiligten Tätern vor und während der Tat darüber bewusst gewesen sein, dass sie als Schuldige in jedem Fall identifiziert werden würden. Unterstellt man, dass die Quellen in diesem Punkt den Tatsachen entsprechen, wird vor diesem Hintergrund die Suche nach plausiblen Motiven insbesondere der Komplizen Johanns, die ja nicht von der durch Albrecht verweigerten Erbschaft betroffen waren, besonders schwierig.
Zu der Frage der Mordmotive nehmen die Quellen uneinheitliche Positionen ein. Hessel hat versucht, die hierfür relevanten Stellen auszuwerten. Demnach lebte Johann, dessen Mutter Agnes die Schwester des Przemysliden König Wenzels II. war, eine zeitlang bei letzterem in Böhmen, wo er unter dem Einfluss des alten "Przemyslidenhasses gegen alles was österreichisch ist" gestanden haben soll. Nach Ausbruch des böhmischen Krieges forderte Albrecht die Zurücksendung Johanns, die auch bei Neuenburg, Ottokar und Viktring belegt ist. Nun wurde er zusammen mit seinen österreichischen Vettern erzogen, erlebte jedoch die ständige Bevorzugung dieser durch Albrecht. Vor der Besetzung Böhmens 1306 habe sich Johann mit der Hoffnung getragen, als nächster Verwandter des Przemyslidenhauses bei der Aufteilung ihres Reiches berücksichtigt zu werden. Stattdessen wurde Albrechts Sohn berücksichtigt. Die Mehrzahl der Quellen betont, dass Johann spätestens ab diesem Zeitpunkt auf die Rechte seines Vaters pochte.
Einleitung: Diese Einleitung stellt den Mord an König Albrecht I. vor und hinterfragt die gängige Einordnung als reines Rachemotiv Johanns gegenüber einer möglichen Tyrannenmord-Problematik.
Personen: Das Kapitel bietet eine biografische Skizze von König Albrecht I., Herzog Johann von Österreich und den weiteren Mitverschworenen.
Die Legitimität Albrechts als König: Es wird die politisch prekäre Ausgangslage Albrechts nach seiner Wahl und der Absetzung seines Vorgängers Adolf von Nassau analysiert.
Widerstand der Kurfürsten: Hier wird der Konflikt zwischen Albrecht und den rheinischen Kurfürsten sowie die päpstliche Rolle in der frühen Phase seiner Herrschaft beleuchtet.
Zwischenergebnis: Dieses Kapitel fasst zusammen, dass Albrecht durch seine problematische Wahl und die Entmachtung der Kurfürsten massiv belastet war.
Albrechts letzte Jahre: Die Darstellung beleuchtet Albrechts gescheiterte Expansionsversuche in Böhmen und Thüringen sowie die wachsende Liste seiner Gegner.
Der Tatablauf: Eine Rekonstruktion des Mordes an Albrecht I. bei Windisch, basierend auf verschiedenen, teils abweichenden Quellen.
Die Mordmotive: Dieses Kapitel untersucht die schwierige Frage, warum Johanns Komplizen das enorme Risiko des Königsmordes eingingen.
Aegidius Tschudis Chronicon Helveticum: Analyse dieser spezifischen Chronik, die Albrecht als Tyrannen darstellt und den Mord als gerechtfertigt legitimiert.
Die Nutznießer: Es wird analysiert, wer nach dem Tod Albrechts politisch profitierte, insbesondere mit Blick auf die Kurfürsten und den neuen König Heinrich VII.
Ergebnis: Das Fazit stellt fest, dass die Tat wohl nicht als geplantes politisches Kalkül zu sehen ist, aber im Kontext einer breiten Ablehnung Albrechts als "Tyrann" stattfand.
König Albrecht I., Herzog Johann, Johann Parricida, Tyrannenmord, Kurfürsten, Legitimität, Reichsacht, Österreichische Reimchronik, Mathias von Neuenburg, Heinrich VII., Königsfelden, Göllheim, Widerstandsrecht, Habsburg, politische Motivation
Die Arbeit befasst sich mit den Hintergründen des Mordes an König Albrecht I. im Jahr 1308 und hinterfragt, ob dieser als rein privater Racheakt oder als politisch motivierter Tyrannenmord zu verstehen ist.
Zentrale Themen sind die Legitimität der Herrschaft Albrechts, die Rolle der Kurfürsten, der Tatablauf, die Motive der Täter sowie die politische Situation im Reich nach dem Attentat.
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob die Tat tatsächlich eine reine Privatsache war oder ob die Möglichkeit eines Tyrannenmordes in Anbetracht der verschiedenen Interessenkonflikte in Betracht gezogen werden muss.
Die Untersuchung basiert auf einer intensiven Auswertung zeitgenössischer Quellen und Chroniken, wie der Österreichischen Reimchronik, der Chronik des Mathias von Neuenburg und Tschudis Chronicon Helveticum.
Der Hauptteil analysiert die Biografie der Beteiligten, die politische Lage im Reich, den konkreten Hergang des Mordes sowie die politischen Folgen und Profiteure des Attentats.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Königsmord, Legitimität, Widerstandsrecht, Habsburger Machtstreben und politisches Kalkül charakterisiert.
Der Autor legt dar, dass Heinrich VII. als Nutznießer des Mordes angesehen werden kann, da er seine Herrschaftsübernahme mit einer frühen, verdächtigen Urkunde vorbereitete und die Täter auffallend milde bestrafte.
Dieses Werk wird gesondert betrachtet, da es Albrecht aus einer stark antihabsburgischen, subjektiven Sichtweise als Tyrannen zeichnet und den Mord legitimiert, was für das Verständnis des zeitgenössischen Diskurses über Albrecht essenziell ist.
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