Bachelorarbeit, 2011
38 Seiten, Note: 2,0
1 Staatsverschuldung – Relevanz des Themas
2 Ricardianisches Äquivalenztheorem
2.1 Zwei-Perioden-Modell mit einer Generation
2.2 Partialmodell mit zwei Perioden
2.3 Einführung von Steuern versus Aufnahme von Schulden
2.4 Unendliche Periodenlaufzeit
2.5 Modell der überlappenden Generationen
3 Kritische Punkte zum Ricardianischen Äquivalenztheorem
3.1 Unterschiede zum Modell des Keynesianismus
3.2 Alternative Sicht zur Lebenszyklushypothese
3.3 Diskussion der Modellannahmen
3.3.1 Intergenerativer Altruismus
3.3.2 Vollkommene Kapitalmärkte
3.3.3 Vollständige Information und Rationalität
3.3.4 Finanzierung durch unverzerrende Steuern
3.4 Implementierbarkeit der Theorie in der Realität
3.4.1 Todeszeitpunkt
3.4.2 Fertilität
3.4.3 Rentenmarkt
3.4.4 Anreizwirkung der Vererbung
3.4.5 Sparverhalten
3.5 Bedeutung des Theorems
4 Empirische Fakten für Deutschland
4.1 Aussagekraft des Ricardianischen Modells
4.2 Sparmotive
4.3 Statistisches Rahmenwerk
4.4 Ergebnisse
4.4.1 Trendlinie
4.4.2 Zeitraumbetrachtung
4.4.3 Schlussfolgerungen
5 Ausblick
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Relevanz von Staatsverschuldung und analysiert, inwieweit das Ricardianische Äquivalenztheorem theoretisch fundiert ist und empirisch auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen werden kann.
3.3.1 Intergenerativer Altruismus
Altruismus beschreibt einen Sachverhalt, bei dem das Nutzenniveau eines Individuums mit dem Nutzengewinn eines anderen Individuums ansteigt. Verhaltensweisen, wie die in unserem Modell beschriebenen Erbschaften, zählen zu diesem Phänomen. Die Äquivalenz der Kredit– und Steuerfinanzierung beruht auf der Annahme des Altruismus, da ansonsten die Individuen kein Interesse am Wohlergehen der nachfolgenden Generationen haben würden. Hierfür gehen wir auf die Nutzenfunktion der Elterngeneration aus Kapitel 2.4 zurück.
Der Parameter β in der Nutzenfunktion der Individuen wäre ohne Altruismus immer Null. Dadurch würde jedes Individuum ausschließlich seinen eigenen Nutzen maximieren, also vollständig eigeninteressiert handeln.
Von besonderem Interesse ist dabei das separat betrachtete Erbverhalten von Familien mit und ohne Kinder. Theoretisch sollten kinderreiche Familien im Falle steigender Staatsverschuldung eine höhere Erbschaft zurücklegen, da ihre Nachkommen einen größeren Steuerbetrag zur Deckung derselben erwirtschaften müssen. Empirisch zeigt sich jedoch kein signifikanter Unterschied. Möglicherweise haben Eltern ihren Kindern schon zu Lebzeiten ihren zusätzlichen Erbanteil, beispielsweise in Form von Investitionen in ihr Humankapital, zukommen lassen.
1 Staatsverschuldung – Relevanz des Themas: Einleitung in die Problematik der Staatsverschuldung und der Belastung zukünftiger Generationen sowie Vorstellung der Forschungsfrage.
2 Ricardianisches Äquivalenztheorem: Theoretische Herleitung des Theorems anhand verschiedener Modellwelten, in denen Steuer- und Kreditfinanzierung als äquivalent betrachtet werden.
3 Kritische Punkte zum Ricardianischen Äquivalenztheorem: Diskussion der restriktiven Modellannahmen sowie deren Anwendbarkeit in der realen Wirtschaft.
4 Empirische Fakten für Deutschland: Empirische Überprüfung der Theorie anhand statistischer Daten zur deutschen Verschuldung und privatem Sparverhalten.
5 Ausblick: Reflexion über die zukünftige Bedeutung der Staatsverschuldung und die Herausforderungen einer gerechten Lastenverteilung.
Staatsverschuldung, Ricardianisches Äquivalenztheorem, Kreditfinanzierung, Steuerfinanzierung, intergenerativer Altruismus, Lebenszyklushypothese, private Ersparnis, Staatsbankrott, Deutschland, Finanzpolitik, Haushaltsdefizit, Kapitalmärkte, Humankapital, Sparquote, intergenerative Transfers.
Die Arbeit analysiert die Wirkung staatlicher Verschuldung und prüft, ob Steuer- und Kreditfinanzierung gemäß des Ricardianischen Äquivalenztheorems die gleichen Auswirkungen auf die Volkswirtschaft haben.
Die Arbeit behandelt die theoretische Herleitung der Staatsverschuldungsneutralität, die Validität der Modellannahmen sowie eine empirische Untersuchung der deutschen Wirtschaftsdaten.
Es wird hinterfragt, ob die Annahmen des Ricardianischen Modells, insbesondere hinsichtlich Altruismus und Rationalität, empirisch haltbar sind und ob private Haushalte ihre Ersparnisse an staatliche Verschuldung anpassen.
Die Arbeit nutzt eine deduktive theoretische Herleitung sowie eine empirische Analyse statistischer Zeitreihen zur Entwicklung der Staatsverschuldung und privaten Vermögensbildung in Deutschland.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Modellierung, eine kritische Diskussion der Annahmen (z.B. Altruismus, Kapitalmärkte) und eine empirische Fallstudie für Deutschland.
Zu den zentralen Begriffen gehören die Staatsverschuldungsneutralität, das Ricardianische Äquivalenztheorem, die private Ersparnisbildung und die intergenerative Lastenverteilung.
Ohne die Annahme, dass Eltern das Wohlergehen ihrer Kinder in ihr Nutzenkalkül einbeziehen, würden sie keine Erbschaften bilden, um zukünftige Steuerlasten ihrer Nachkommen auszugleichen, wodurch die Äquivalenz hinfällig wäre.
Unvollkommene Kapitalmärkte führen dazu, dass staatliche Kreditaufnahme oft zu günstigeren Konditionen möglich ist als private Verschuldung, was die theoretische Äquivalenz stört und die gegenwärtige Generation bevorzugt.
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