Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Karten in der Geschichtsdidaktik
2.1 „Mental Maps“
2.2 Historische Karten und Geschichtskarten
2.3 Kartenklassifikation
2.4 Darstellungselemente
2.5 Methoden des Kartenlesens
3. Karten im Geschichtsunterricht
3.1 Lernpsychologische Voraussetzungen
3.2 Kartenarbeit in Klasse 5 – Einführung und erste Anleitung
3.2.1 Karteneinsatz am Beispiel: Mit Alexander dem Großen bis ans Ende der Welt?
3.3 Kartenarbeit in Klasse 6 – Aufbau von Kartenkompetenz
3.3.1 Karteneinsatz am Beispiel: Unterwegs mit Reisekönig Karl dem Großen
3.4 Kartenarbeit in Klasse 7 bis 10 – Ein Ausblick
4. Zusammenfassung
Diese Arbeit widmet sich der Herausforderung, Geschichtskarten als lebendiges und handlungsorientiertes Medium im Anfangsunterricht der Klassen 5 und 6 zu etablieren. Das primäre Ziel besteht darin, den Mythos der "verstaubten" Geschichtskarte zu widerlegen und Lehrkräften einen Leitfaden an die Hand zu geben, wie durch gezielte, schrittweise Anleitung eine nachhaltige Kartenkompetenz bei Schülerinnen und Schülern aufgebaut werden kann, um Geschichte plastisch und fassbar zu machen.
Die Wandkarte
Die ständige, kaum übersehbare Präsenz der Wandkarte macht das Medium Karte zu einem wahren Erlebnis, ganze Wände lassen sich eindrucksvoll damit tapezieren. Als permanenter Begleiter im Unterricht, nichts, was einfach zugeklappt oder weggelegt werden kann, thront sie stets ehrfürchtig über der Klasse. Die löchrige, ramponierte Wandkarte auf dem brüchigen Kartenständer ist eines der eindrücklichsten Symbole des Geschichtsunterrichts. Wie aus grauer Vorzeit stammend spannt sie sich vor den Schülern auf, die meist nervös auf die vertraute Frage des Lehrers warten: „Kannst du das mal an der Karte zeigen?“ Dennoch müssen sich Lehrer seit einiger Zeit damit abfinden, dass die Wandkarte immer seltener wird. „Das hat verschiedene Gründe: die Zunahme und Verbesserung der Schulbuchkarten, die Konkurrenz der Transparentkarten, den hohen Anschaffungspreis und die relativ aufwendige Handhabung.“ Im Zeitalter des offenen Unterrichts passt sie kaum mehr in die Klasse, denn im Gegensatz zu Schulbuchkarten, mit denen sich problemlos auch Einzel- und Gruppenarbeit durchführen lässt, erfordert die Wandkarte stets einen „lehrerzentrierten Frontalunterricht.“
1. Einleitung: Diese Einleitung reflektiert das Image der Geschichtskarte als "Stiefkind" des Unterrichts und legt dar, wie durch falsche Anwendung Langeweile entsteht und durch handlungsorientierte Konzepte widerlegt werden kann.
2. Karten in der Geschichtsdidaktik: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen, indem es die Bedeutung von mentalen Karten, die Klassifikation von Kartenarten und -typen sowie die grundlegenden Elemente und Interpretationstechniken erläutert.
3. Karten im Geschichtsunterricht: Der Schwerpunkt liegt hier auf der praktischen Umsetzung und den lernpsychologischen Grundlagen, illustriert durch Unterrichtsentwürfe zur Einführung der Kartenarbeit in Klasse 5 und 6.
4. Zusammenfassung: Hier wird resümiert, dass Karten unverzichtbare Visualisierungsmittel bleiben, sofern sie den Stellenwert einer Kulturtechnik erhalten, die gezielt und reflektiert vermittelt wird.
Geschichtsunterricht, Kartenkompetenz, Geschichtskarte, Anfangsunterricht, handlungsorientiert, mental maps, Karteninterpretation, Alexander der Große, Reisekönigtum, Kartenprogression, Medienkompetenz, historische Quellen, didaktische Reduktion, Kartenklassifikation, Kartenkritik
Die Arbeit untersucht, wie Geschichtskarten als unverzichtbare, aber oft unterschätzte Medien des Geschichtsunterrichts durch handlungsorientierte Ansätze wieder attraktiv und wirksam für das historische Lernen gestaltet werden können.
Die Arbeit behandelt die theoretische Einordnung der Karte in die Geschichtsdidaktik, die lernpsychologischen Voraussetzungen für den Einsatz in der Unterstufe sowie konkrete Methoden der Kartenarbeit und Kartenproduktion.
Das Hauptziel ist die Entwicklung eines Leitfadens für Lehrkräfte, um Schülerinnen und Schülern durch sukzessive Anleitung eine nachhaltige Kartenkompetenz zu vermitteln und den "Mythos der verstaubten Karte" zu widerlegen.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der geschichtsdidaktischen Forschung und stellt diese den praktischen Anforderungen und Möglichkeiten des aktuellen Geschichtsunterrichts gegenüber.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Kartentypen und Interpretationstechniken sowie in praktische Anwendungsszenarien für die Klassen 5 und 6, konkret am Beispiel von Alexander dem Großen und Karl dem Großen.
Zentrale Begriffe sind Kartenkompetenz, Handlungsorientierung, Anfangsunterricht, Kartenklassifikation, Kartenkritik und Kartenproduktion.
Karten werden nicht als neutrale Abbilder der Wirklichkeit, sondern als künstliche, interpretative Darstellungen begriffen, die komplexe historische Zusammenhänge reduzieren und zeichenhaft verdichten.
Das Synthetische Verfahren, also die aktive Kartenproduktion durch die Schüler (z.B. Ausmalen oder Einzeichnen), ist entscheidend, da das selbst Erarbeitete besser im Gedächtnis bleibt und ein tieferes Verständnis für die Schichtung von Kartendaten fördert.
In den Klassen 7 bis 10 rückt die Kartenkritik in den Fokus, um den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln, dass Karten auch manipulativ eingesetzt werden können und stets eine subjektive Perspektive des Autors darstellen.
Das Thema eignet sich ideal, da es personalisierende und emotionale Aspekte vereint, die der lernpsychologischen Phase der 5. Klasse entsprechen, und gleichzeitig die geographische Verortung historischer Ereignisse in großem Maßstab ermöglicht.
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