Diplomarbeit, 2012
104 Seiten
1 Einleitung
1.1 Fragestellung und These
1.2 Forschungsstand
1.3 Aktueller Bezug
2 Geschichte
2.1 Frühe Geschichte Burmas
2.2 Vom ersten britisch-burmanischen Krieg bis zur Unabhängigkeit
2.3 Vom Militärputsch bis zum ASEAN-Beitritt
2.4 Vom Regierungsumzug bis zu den Wahlen
3 Begriffsdefinitionen
3.1 Burma
3.2 Mandala-Konzept
3.3 Ethnien
3.4 Wir-Gruppen
3.5 Ethnische Identität
3.6 Ethnische Stereotypen
3.7 Ethnische Minderheiten
4 Ethnizität
4.1 Drei Thesen zu Ethnizität
4.2 Primordiale Theorie
4.2.1 Kritik am Primordialismus
4.2.2 Zusammenfassung Primordialismus
4.3 Instrumentalistische Theorie
4.3.1 Kritik am Instrumentalismus
4.3.2 Zusammenfassung Instrumentalismus
4.4 Konstruktivistische Theorie
4.4.1 Kritik am Konstruktivismus
4.4.2 Zusammenfassung Konstruktivismus
5 Ethnische Struktur in Burma
5.1 Historische Begebenheiten
5.2 Ethnische Klassifizierungen
5.2.1 Karen
5.2.2 Shan
5.2.3 Kachin
5.2.4 Wa
5.3 Beziehungen zwischen Tieflandbevölkerung und Hochlandbevölkerung
5.4 Bezeichnungen für die Bergethnien
6 Ethnizität in der vorkolonialen Phase in Burma
6.1 BefürworterInnen der These 1
6.1.1 Renèe Hagesteijn
6.1.1.1 Politische Traditionen im frühen Südostasien
6.1.1.2 Vorstellungen von Ethnizität
6.1.1.3 Freund-Feind-Zuordnung
6.1.1.4 Zusammenfassung
6.1.2 Roland D. Renard
6.1.2.1 Vorkoloniale Phase
6.1.2.2 Flexibilität bezüglich Ethnizität
6.1.2.3 Interaktionen zwischen Tieflandbevölkerung und Hochlandbevölkerung
6.1.2.4 Zusammenfassung
6.1.3 Frank Proschan
6.1.3.1 Entstehungsmythe der Kmhmu
6.1.3.2 Bezug der Kmhmu zu Ethnizität
6.1.3.3 Zusammenfassung
6.2 BefürworterInnen der These 2
6.2.1 Benedict Anderson
6.2.2 Georg Elwert
6.2.3 Weitere WissenschaftlerInnen
7 Conclusio
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Debatte um die Existenz von Ethnizität in der vormodernen Phase Burmas, um Kontinuitäten und Diskontinuitäten gegenüber der heutigen Situation im modernen Nationalstaat aufzuzeigen.
6.1.3.1 Entstehungsmythe der Kmhmu
Da die Entstehungsmythe der Kmhum mit dem vormodernen und modernen Ethnizitätskonzept verbunden ist, gilt es diese kurz zu beschreiben. Die Wiedergeburt der Menschheit durch die Heirat von Bruder und Schwester nach einer Naturkatastrophe ist eine Entstehungsmythe der Kmhmu im Hochland von Nord-Laos. Verwandte Formen dieser Mythe sind bei vielen anderen Bevölkerungsgruppen im südostasiatischen Hochland vorzufinden. Auch wenn es verschiedene Varianten gibt, bilden sich in der Regel durch die Heirat von Bruder und Schwester die verschiedenen Ethnien heraus (vgl. Proschan 2001: 1001ff). Eine Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart findet statt: „[W]e can recognize new content within old frames: the narrator preserves an ancient text and a premodern conception of ethnic differentiation and identity while incorporating newly encountered groups and modern practices.” (Proschan 2001: 1002f; Hervorhebung von W. K.)
Durch die folgende Redewendung verdeutlichen die Kmhmu das Zusammengehörigkeitsgefühl, die gemeinsame ethnische Identität und eine gewisse Abgrenzung zu anderen Ethnien: „’[W]e are the same people,’ ‘we are Kmhmu just the same,’ ‘we are Kmhmu all the same,’ ‘we are the same Kmhmu’” (Proschan 2001: 1026).
Die Bedeutung der Bezeichnung We Kmhmu besteht darin, dass unabhängig vom Dorf, Dialekt, Geburts- oder Wohnort, die Kmhmu die gleichen Menschen sind, die sich durch Phänotyp, Kultur und linguistische Attribute von den nachbarlichen Ethnien unterscheiden. Der Ausdruck We Kmhmu hebt die einzigartige geteilte Erfahrung der Kmhmu als einzelne Ethnie hervor, eine unter anderen, unterschiedlich ausgestattet mit technischem Wissen, sozialem Status, ökonomischer Gelegenheit und politischer Autorität. Trotz ethnischer Unterscheidungen teilen die Kmhmu mit all ihren Nachbarn, egal ob nah oder fern, auf jeden Fall die Menschlichkeit (vgl. Proschan 2001: 1026f).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Forschungsfrage, ob in der vormodernen Zeit in Burma bereits Ethnien und Ethnizität existierten.
2 Geschichte: Es wird ein kompakter Überblick über die historische Entwicklung Burmas von der frühen Geschichte bis in die Gegenwart gegeben.
3 Begriffsdefinitionen: Zentrale Konzepte wie Burma, das Mandala-Modell, Ethnien, Wir-Gruppen und ethnische Minderheiten werden definiert und kontextualisiert.
4 Ethnizität: Die theoretischen Ansätze des Primordialismus, Instrumentalismus und Konstruktivismus werden in ihren Argumenten und Kritikpunkten diskutiert.
5 Ethnische Struktur in Burma: Das Kapitel bietet einen Überblick über ethnische Klassifizierungen und Beziehungen zwischen Tiefland- und Hochlandbevölkerung anhand ausgewählter Beispiele wie Karen, Shan, Kachin und Wa.
6 Ethnizität in der vorkolonialen Phase in Burma: Hier werden unterschiedliche wissenschaftliche Positionen zur Existenz von Ethnizität in der vormodernen Zeit gegenübergestellt.
7 Conclusio: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Ethnizität auch vorkolonial präsent war, jedoch einen anderen, weniger starren Stellenwert als heute hatte.
Ethnizität, Burma, Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus, Vorkoloniale Phase, Ethnien, Mandala-Konzept, ethnische Identität, Minderheiten, Kolonialismus, politische Macht, soziale Struktur, Geschichte, ethnische Klassifizierung.
Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen von Ethnizität und analysiert, inwieweit diese in der vormodernen Zeit Burmas bereits existierten.
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte Burmas, die theoretischen Ansätze der Ethnizitätsforschung sowie die sozio-politischen Interaktionen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppierungen im vorkolonialen Kontext.
Das Hauptziel ist es zu klären, ob es bereits in der vormodernen Zeit eine Art von Ethnien und Ethnizität in Burma gab oder ob diese Konzepte erst durch den Kolonialismus entstanden sind.
Die Autorin nutzt eine umfassende Literaturanalyse und den Vergleich verschiedener wissenschaftlicher Positionen und Theorien (Primordialismus, Instrumentalismus, Konstruktivismus).
Im Hauptteil werden neben historischen Grundlagen und Begriffsdefinitionen vor allem die verschiedenen theoretischen Sichtweisen auf Ethnizität sowie spezifische Beispiele wie die Karen, Shan, Kachin und Wa detailliert erörtert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ethnizität, Burma, vorkoloniale Phase, ethnische Identität, Mandala-Konzept und das Spannungsfeld zwischen Primordialismus und Konstruktivismus geprägt.
Es dient dazu, das politische System der vorkolonialen Staaten in Südostasien zu erklären, welches nicht durch feste Grenzen, sondern durch Zentren und wechselnde Einflussbereiche charakterisiert war.
Die Arbeit verdeutlicht, dass in der vorkolonialen Zeit der Zugang zur Macht entscheidender war als ethnische Kategorien und dass das Konzept der Minderheit erst durch koloniale Strukturen und die Bildung von Nationalstaaten an Bedeutung gewann.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

