Bachelorarbeit, 2012
42 Seiten, Note: 1,6
Einleitung
1 Die Sicherheitsorgane in Leipzig
1.1. Das Selbstverständnis der DVP
1.2. Die Bedeutung der NSAG Jugend
1.3. Die Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane in Leipzig
2 Die Fanclubszene des 1. FC Lokomotive Leipzig (1983 bis 1988)
2.1. Überblick der Fanclubs des 1. FC Lok Leipzig
2.2. Der Fanclub „Teutonia“
2.3. Der Leipziger Fußballfan
2.4. Die Störungstypen
3 Maßnahmen und Konsequenzen
3.1. Maßnahmen der Sicherheitsorgane gegen die Fanclubszene
3.2. Folgen für die Fanclubszene des 1. FC Lok Leipzig
Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen jugendlichen Fußballfans des 1. FC Lokomotive Leipzig und den staatlichen Sicherheitsorganen in der letzten Dekade der DDR. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die Überwachungsmethoden und Eingriffe des Staates die Fanclubszene beeinflussten und ob diese Maßnahmen tatsächlich zu der angestrebten Reduzierung von Störungen bei Fußballspielen führten.
Der Fanclub „Teutonia“
Die Geschichte des Fanclubs „Teutonia“ beginnt im Jahr 1983, in einer Zeit, als der 1. FC Lok zu einen der erfolgreichsten DDR-Oberligisten gehörte und am Ende der Spielsaison 1983/84 den dritten Platz der Oberliga belegte. Die Oberliga war die höchste Liga des Deutschen Fußballbundes der DDR.
Wie es zur Gründung des Fanclubs mit dem Namen „Teutonia“ kam, ist den Unterlagen der Archive nicht zu entnehmen. Der Begriff Teutonia geht ursprünglich auf einen germanischen Volksstamm zurück. Gleichzeitig ist er die lateinische Bezeichnung für Deutschland. Aus welchen Gründen sich die Fanclubmitglieder aber für diesen Namen entschieden haben, ist nicht feststellbar.
Als der Fanclub „Teutonia“ bei den ortsansässigen Sicherheitsorganen zum ersten Mal namentlich erwähnt wurde, zählte dieser bereits 15 Mitglieder, im Alter von 18 bis 22 Jahren. Von den 15 Jugendlichen waren 40 Prozent vor Eintritt in diesen Fanclub straffällig geworden und zudem teilweise mehrfach polizeilich registriert.
Bei der erstmaligen Auflistung aller existierenden Fanclubs des 1. FC Lok stand der „Teutonia“-Fanclub auf Listenplatz 39. In den Folgejahren stieg dieser immer weiter nach oben, bis er im Mai 1988 den Listenplatz eins belegte und damit höchste Priorität für die Zersetzung hatte. Diese regelrechte Auslöschung des Fanclubs wurde mit einer handschriftlichen Notiz nachträglich in die Liste der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig vom 27. Mai 1988 eingetragen.
1 Die Sicherheitsorgane in Leipzig: Dieses Kapitel erläutert das Selbstverständnis der Deutschen Volkspolizei, die Funktion der Nichtstrukturellen Arbeitsgruppe Jugend des MfS und deren zentrale Rolle in der Überwachung. Es verdeutlicht die enge Zusammenarbeit dieser Organe bei der Absicherung von Fußballspielen.
2 Die Fanclubszene des 1. FC Lokomotive Leipzig (1983 bis 1988): Hier wird die Entwicklung der Fanclubs im Kontext des erfolgreichen Fußballvereins dargestellt. Anhand des Fallbeispiels "Teutonia" werden Mitgliederstruktur, Ideologie sowie die Wahrnehmung durch die Sicherheitsbehörden analysiert.
3 Maßnahmen und Konsequenzen: Dieses Kapitel untersucht die direkten Maßnahmen der Sicherheitsorgane gegen Fanclubs, wie operative Erfassungen und Anwerbungen inoffizieller Mitarbeiter. Zudem werden die Auswirkungen dieser Eingriffe auf die Fanclubszene und die Wirksamkeit der staatlichen Repression kritisch hinterfragt.
DDR, 1. FC Lokomotive Leipzig, Fußballfans, Staatssicherheit, Ministerium für Staatssicherheit, Deutsche Volkspolizei, Jugendkultur, Fanclubs, Überwachung, Schwerpunktclub, Inoffizielle Mitarbeiter, Repression, Störungen, Zersetzung, NSAG Jugend.
Die Arbeit analysiert das Verhältnis zwischen jugendlichen Fußballfans des 1. FC Lokomotive Leipzig und den staatlichen Sicherheitsorganen in der DDR zwischen 1983 und 1988.
Im Mittelpunkt stehen die Überwachungsmethoden der Polizei und Staatssicherheit, die Organisation von Fanclubs und die staatliche Reaktion auf jugendliche Protesthaltungen im Fußballkontext.
Es soll untersucht werden, ob die staatlichen Maßnahmen erfolgreich darin waren, Störungen bei Fußballspielen durch die Auflösung von als negativ eingestuften Fanclubs signifikant zu senken.
Die Autorin stützt sich auf eine aktenbasierte Untersuchung, insbesondere durch die Auswertung von Unterlagen aus dem Sächsischen Staatsarchiv sowie Beständen der Stasi-Unterlagen-Behörde (BStU).
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Sicherheitsstrukturen in Leipzig, eine detaillierte Fallanalyse des Fanclubs "Teutonia" sowie eine kritische Bewertung der staatlichen Gegenmaßnahmen.
Wichtige Begriffe sind DDR, Fußballfans, Staatssicherheit, Überwachung, Fanclubs und Repression.
Als Schwerpunktclub wurden von der Polizei Fanclubs eingestuft, denen ein besonderes Potenzial zur Störung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit zugeschrieben wurde und die daher gezielt überwacht wurden.
Obwohl durch inoffizielle Mitarbeiter Informationen gewonnen und Fanführer inhaftiert werden konnten, zeigt die Arbeit, dass dies nicht zu einer korrelativen Abnahme der allgemeinen Störungen bei Fußballspielen führte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

