Masterarbeit, 2014
104 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Chronologischer Verlauf der Entstehung der Europäischen Union
2.1 Die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)
2.2 Der steinige Weg nach dem ersten Erfolg
2.3 Alle Wege führen nach Rom
2.4 Die Konferenz von Messina: Ein Meilenstein in der europäischen Integration
2.5 Die Römischen Verträge
2.6 Zwischenfazit
3 Der institutionelle Weg zu einem europäischen Sozialmodell
3.1 Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss
3.2 Sozialpolitische Aspekte in der EGKS/EWG
3.3 Paris – Europa auf dem Weg zur „Sozialunion“?
3.4 Ausweitung der sozialen Dimension von Straßburg über Maastricht
3.5 Von Amsterdam nach Nizza
3.6 Vertrag von Lissabon
4 Negierende Einflussfaktoren auf die Entstehung eines europäischen Wohlfahrtsstaates
4.1 Liberaler Wohlfahrtsstaat
4.2 Konservativ-korporatischer Wohlfahrtsstaat
4.3 Sozialdemokratischer Wohlfahrtsstaat
4.4 Mittel-, süd- und osteuropäische Staaten
4.5 Zwischenfazit
4.6 Subsidiarität – kategorischer oder durchlässiger Charakter?
5 Offene Methode der Koordinierung und Gender Mainstreaming
5.1 Offene Methode der Koordinierung
5.2 Gender Mainstreaming
6 Agenda 2020: Aktuelle Ausrichtung der EU
7 Leitinitiativen im Detail
7.1 Der Europäische Sozialfond
7.2 Initiative „Jugend in Bewegung“
7.3 Agenda 2020 für neue Kompetenzen und neue Beschäftigungsmöglichkeiten
7.4 Europäische Plattform zur Bekämpfung der Armut
8 Statistische Betrachtungen in Bezug auf die Agenda 2020
9 Analyse der Europathemen von CDU/SPD hinsichtlich sozialpolitischer Aspekte
9.1 Europaprogramme der CDU 1994/2004/2014
9.2 Europaprogramme der SPD 1994/2004/2014
9.3 Interpretation
10 Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Europäischen Union von einem primär wirtschaftlich orientierten Bündnis hin zu einer Gemeinschaft, die auch soziale Aspekte integriert. Dabei analysiert sie die Herausforderungen, die sich aus der Divergenz historisch gewachsener Wohlfahrtssysteme in den Mitgliedsstaaten ergeben, sowie die Rolle der EU als Taktgeber und Vermittler in der Sozialpolitik, insbesondere im Kontext der Agenda 2020.
Die Konferenz von Messina: Ein Meilenstein in der europäischen Integration
Erneut stand das Projekt Europa unter einem denkbar schlechten Stern. Eine Verquickung der gegenseitigen Interessen, auf der einen Seite sektoral (Frankreich) und auf der anderen Seite horizontal (Deutschland, die Benelux-Staaten und Italien), schien beinahe unmöglich zu sein. Dies zeigte sich unmittelbar während der vom 1. bis 3. Juni 1955 anberaumten Konferenz von Messina, an der die Außenminister der genannten sechs Staaten teilnahmen. Sehr schnell erkannte man jedoch, dass sich in absehbarer Zeit keine Einigung erzielen lassen wird. Die Konferenz drohte ohne Übereinkünfte und weitere Ergebnisse beendet zu werden. Ein scheinbar „minimaler“ Konsens ließ sich allerdings doch noch sprichwörtlich in letzter Sekunde finden. Zwar konnte man sich inhaltlich nicht auf eine gemeinsame Fahrtrichtung einigen, eines war jedoch allen Beteiligten klar: Die Idee eines gemeinsamen Europa muss fortwährend weiterhin geölt werden.
Der Spritzer Öl, welcher als Konsens gefunden werden konnte, war die Einrichtung einer Expertengruppe, an der auch die britische Regierung mitwirken sollte. Ziel war es, allen voran die Integrationsziele der Benelux-Staaten sowie Deutschlands genauer zu prüfen. Ausschlaggebend sollten nun also nicht mehr die nationalstaatlichen Interessen sein, sondern das Evaluierungsergebnis einer Forschungsgruppe, deren Ergebnis als nur schwerlich anzuzweifeln gelten sollte. Im weiteren Verlauf zeigte sich ein klares Bild, welche Schritte als Nächstes zu unternehmen seien. Innerhalb der Forschungsgruppe ergab sich eine Übereinstimmung darüber, dass ein gemeinsamer Markt mit Außenzoll entstehen soll. Zudem sollten neue Wettbewerbsregelungen und eine Modernisierungsförderung vorgenommen werden. Schließlich wurde eine Resolution entworfen, in der ein klares Bekenntnis zur Schaffung eines gemeinsamen Europa zu erkennen war.
1 Einleitung: Diese Einleitung skizziert die historische Entwicklung der EU von einem Wirtschaftsbündnis hin zu einer Institution, die weitreichende Bereiche des Lebens der Bürger beeinflusst, und definiert das Ziel der Arbeit, die sozialpolitische Entwicklung der EU zu untersuchen.
2 Chronologischer Verlauf der Entstehung der Europäischen Union: Dieses Kapitel betrachtet die frühen Integrationsschritte, angefangen bei der EGKS über das Scheitern der EVG bis hin zu den Römischen Verträgen, und analysiert deren ökonomische und politische Bedeutung.
3 Der institutionelle Weg zu einem europäischen Sozialmodell: Hier wird der Prozess der Einbindung sozialer Aspekte in das europäische Gefüge beschrieben, von der Gründung des Wirtschafts- und Sozialausschusses bis zu den Auswirkungen der Verträge von Maastricht, Amsterdam und Lissabon.
4 Negierende Einflussfaktoren auf die Entstehung eines europäischen Wohlfahrtsstaates: Das Kapitel erläutert, warum die unterschiedlichen Wohlfahrtssysteme (liberal, konservativ, sozialdemokratisch) sowie das Subsidiaritätsprinzip die Harmonisierung zu einem europäischen Wohlfahrtsstaat maßgeblich erschweren.
5 Offene Methode der Koordinierung und Gender Mainstreaming: Hier werden diese zwei zentralen "weichen Instrumente" vorgestellt, mit denen die EU versucht, sozialpolitische Ziele zu koordinieren, ohne die nationale Souveränität zu stark zu beschneiden.
6 Agenda 2020: Aktuelle Ausrichtung der EU: Dieses Kapitel beschreibt die Agenda 2020 als strategisches Instrument der EU, das soziale Eingliederung, Bildung und Armutsbekämpfung stärker in den Fokus rückt.
7 Leitinitiativen im Detail: Es werden konkrete Initiativen wie der Europäische Sozialfonds, „Jugend in Bewegung“ und die Plattform zur Bekämpfung der Armut analysiert, die als praktische Umsetzung der Agenda 2020 dienen.
8 Statistische Betrachtungen in Bezug auf die Agenda 2020: Das Kapitel bietet eine empirische Analyse zur Stimmung in der EU-Bevölkerung bezüglich sozialpolitischer Themen und untersucht die Diskrepanz zwischen politischer Zielsetzung und tatsächlicher Mobilität.
9 Analyse der Europathemen von CDU/SPD hinsichtlich sozialpolitischer Aspekte: Eine Untersuchung der Parteiprogramme zeigt, dass sowohl konservative als auch sozialdemokratische Ansätze eine Einmischung in nationale sozialpolitische Kompetenzen strikt ablehnen.
10 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass die EU eine Vermittlerrolle einnimmt und trotz aller Schwierigkeiten den Weg eines kooperationsfördernden Modells anstelle einer direkten Harmonisierung erfolgreich vorantreibt.
Europäische Union, Sozialpolitik, Wohlfahrtsstaat, Agenda 2020, Subsidiaritätsprinzip, Offene Methode der Koordinierung, Gender Mainstreaming, Europäische Integration, Arbeitsmarktpolitik, Sozialunion, Europäischer Sozialfonds, Jugendarbeitslosigkeit, Armutsbekämpfung, Wirtschafts- und Währungsunion, Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtige Ausrichtung der europäischen Sozialpolitik sowie die Herausforderungen bei der Schaffung eines einheitlichen europäischen Sozialmodells.
Sie befasst sich mit der Entstehung der EU, den unterschiedlichen nationalen Wohlfahrtsstaatstypen, der Rolle des Subsidiaritätsprinzips und den modernen Steuerungsinstumenten wie der Offenen Methode der Koordinierung.
Das Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Integration und sozialpolitischer Zielsetzung zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie die EU als Taktgeber ohne umfassende Rechtsetzungskompetenz agiert.
Der Autor nutzt eine chronologische Analyse der historischen Etappen und eine qualitative Überprüfung von Parteiprogrammen sowie statistische Auswertungen zur Bewertung sozialpolitischer Initiativen.
Der Hauptteil zeigt, dass eine Harmonisierung der Sozialsysteme aufgrund der Divergenz nationaler Wohlfahrtsmodelle kaum möglich ist, weshalb die EU verstärkt auf weiche Koordinierung setzt.
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Europäische Integration, Sozialpolitik, Subsidiaritätsprinzip und Agenda 2020 definieren.
Der Autor sieht den Sozialfonds als zentrales monetäres Instrument, das die EU in die Rolle des Förderers und Kooperationspartners versetzt, ohne die nationale Autonomie zu verletzen.
Es fungiert als Barriere für eine starke zentrale Harmonisierung, da es sicherstellt, dass sozialpolitische Kompetenzen primär bei den Nationalstaaten verbleiben.
Er betrachtet sie als wichtigen strategischen Rahmen, der soziale Dimensionen stärker mit wirtschaftlichen Zielen verknüpft, mahnt jedoch eine ständige Überprüfung der Effizienz an.
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