Masterarbeit, 2014
44 Seiten
1. Einleitung
2. Ausgangsproblematik: Die Prinzipal - Agenten - Theorie
2.1 Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle
2.2 Informationsasymmetrien
2.3 Kosten und Beispiel eines Prinzipal-Agenten-Verhältnisses
3. Anreizsysteme und unvollständige Arbeitsverträge
3.1 Leistungsbezogene Anreizsysteme
3.1.1 Explizite Anreizsysteme
3.1.2 Implizite Anreizsysteme
3.2 Unvollständige Arbeitsverträge
3.2.1 Vollständige und unvollständige Verträge
4. Analyse von unvollständigen Arbeitsverträgen
4.1 Ausübung von Kontrolle
4.1.1 Aufbau der Experimente von Falk & Kosfeld (2006)
4.1.2 Ergebnisse der Experimente von Falk & Kosfeld (2006)
4.1.3 Aufbau der Experimente von Pascual-Ezema et al. (2013)
4.1.4 Ergebnisse der Experimente von Pascual-Ezema et al. (2013)
4.1.5 Zusammenfassendes Ergebnis
4.2 Die Möglichkeit der Delegation
4.2.1 Aufbau der Experimente von Charness et al. (2012)
4.2.2 Ergebnisse der Experimente von Charness et al. (2012)
4.2.3 Zusammenfassendes Ergebnis
4.3 Neuverhandlung von unvollständigen Arbeitsverträgen
4.3.1 Aufbau der Experimente von Fehr et al. (2014)
4.3.2 Ergebnisse der Experimente von Fehr et al. (2014)
4.3.3 Zusammenfassendes Ergebnis
5. Diskussion
5.1 Interpretation und praktische Relevanz von Kontrolle
5.2 Interpretation und praktische Relevanz von Delegation
5.3 Interpretation und praktische Relevanz von Neuverhandlung
5.4 Zusammenfassende Diskussion
6. Fazit und Ausblick
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Gestaltung unvollständiger Arbeitsverträge und deren Einfluss auf das Nutzenniveau von Prinzipalen (Arbeitgebern) und Agenten (Arbeitnehmern). Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Instrumente wie Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung das betriebliche Ergebnis und die Zufriedenheit beider Parteien positiv beeinflussen können.
2.1 Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle
Der wichtigste Baustein der Prinzipal-Agenten-Theorie ist die grundlegende Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle, wie wir sie beispielsweise in so gut wie allen Großkonzernen weltweit sowie vielen Mittelstandsbetrieben wiederfinden. Bei diesem Konzept bzw. dieser Theorie geht man davon aus, dass der Eigentümer, im Folgenden auch Prinzipal genannt, Kontrollrechte und Befugnismacht an einen oder mehrere Manager, im Folgenden auch Agent(en) genannt, abgibt. Die wichtige Frage, die sich ein Eigentümer/Prinzipal hier stellen sollte, ist: Ist es für mich von Vorteil, d.h. steigt mein Nutzenniveau, wenn ich Kontrollrechte an einen bzw. mehrere Agenten abtrete, oder entstehen mir mehr Vorteile, wenn ich die alleinigen Kontrollrechte an meinem Unternehmen innehabe?
Entwickelt man diese Frage auf einer höheren Unternehmensebene, bedeutet dies folgendes: Entsteht dem Prinzipal durch die Abgabe von Kontrollrechten und Befugnismacht ein höherer Nutzen bzw. entsteht ein höherer Unternehmenswert oder ist dies nicht der Fall? Denn wieso sollte der Prinzipal das Risiko des Kontrollverlustes erst eingehen, wenn ihm durch die Abgabe von Kontrolle kein zusätzlicher Nutzen entsteht?
Eugene Fama stellt ebenfalls klar, dass die Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle eine effektive Form eines wirtschaftlich handelnden und orientierten Unternehmens darstellt. Management und Risikoträger (Eigentümer) werden von ihm als völlig getrennte Faktoren behandelt, wobei die Arbeitsverträge als wichtigstes Bindeglied fungieren, da erst durch diese Verbindung ein Unternehmen entsteht. Die Aufgabe des Managements, also der Agenten, soll sein, das Überleben des Unternehmens sicherzustellen. Jedoch tragen die Agenten keinerlei größeres Verlustrisiko.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Anreizstrukturen bei unvollständigen Arbeitsverträgen und definiert das Forschungsziel der Arbeit.
2. Ausgangsproblematik: Die Prinzipal - Agenten - Theorie: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen ein, insbesondere die Trennung von Eigentum und Kontrolle sowie das Problem der Informationsasymmetrien.
3. Anreizsysteme und unvollständige Arbeitsverträge: Hier werden leistungsbezogene Anreize (explizit und implizit) definiert und die ökonomische Unterscheidung zwischen vollständigen und unvollständigen Verträgen vorgenommen.
4. Analyse von unvollständigen Arbeitsverträgen: Dieser Hauptteil analysiert mittels experimenteller Daten die Auswirkungen von Kontrolle, Gehaltsdelegation und Neuverhandlungsoptionen auf das Verhalten von Agenten.
5. Diskussion: Die Ergebnisse der Experimente werden interpretiert und auf ihre praktische Relevanz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im realen wirtschaftlichen Kontext geprüft.
6. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verschiedene Anreizmechanismen sinnvoll miteinander zu kombinieren.
Prinzipal-Agenten-Theorie, unvollständige Arbeitsverträge, Kontrolle, Gehaltsdelegation, Neuverhandlung, Anreizsysteme, Informationsasymmetrie, Arbeitsleistung, Nutzenniveau, ökonomische Experimente, Moral Hazard, Leistungslohn, Humankapital, Arbeitsrecht, Unternehmensführung.
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch verschiedene Strategien – namentlich Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung – innerhalb unvollständiger Arbeitsverträge die Leistungen ihrer Mitarbeiter positiv beeinflussen und ihr eigenes Nutzenniveau steigern können.
Die zentralen Themenfelder sind die Prinzipal-Agenten-Theorie, der Einsatz expliziter und impliziter Anreizsysteme sowie die Analyse experimenteller Studien, die das Verhalten von Agenten unter verschiedenen Vertragsbedingungen beleuchten.
Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob Maßnahmen wie Kontrolle oder Delegation geeignet sind, um das Nutzenniveau sowohl des Prinzipals als auch des Agenten nachhaltig zu verbessern und wie diese Instrumente optimal gestaltet werden können.
Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Interpretation bekannter Laborexperimente aus der verhaltensorientierten Ökonomik (z.B. Falk & Kosfeld 2006, Charness et al. 2012, Fehr et al. 2014), um die theoretischen Hypothesen empirisch zu untermauern.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf drei Kernaspekten: den Vor- und Nachteilen von Kontrolle, dem Nutzen der Gehaltsdelegation für die Mitarbeitermotivation sowie der Rolle von Neuverhandlungsoptionen in starren versus flexiblen Verträgen.
Der Rahmen ist durch die Prinzipal-Agenten-Theorie geprägt, ergänzt um Konzepte wie Informationsasymmetrien, Hidden Action, Adverse Selektion und die Problematik unvollständiger Verträge.
Die Arbeit zeigt, dass die Delegation der Gehaltsentscheidung an Agenten oft zu einem höheren Leistungsniveau und einer besseren beiderseitigen Auszahlung führt, da sie ein hohes Maß an Vertrauen signalisiert und die intrinsische Motivation der Mitarbeiter fördert.
Die Analyse verdeutlicht, dass Kontrolle zwar ein Mindestmaß an Leistung garantieren kann, aber oft sogenannte „versteckte Kosten“ mit sich bringt, da sie bei Agenten Misstrauen und negative Emotionen auslösen kann, was die Gesamteffizienz mindert.
Der Autor argumentiert, dass ein starrer, bundesweiter Mindestlohn im Kontext der untersuchten Modelle tendenziell negativ für die Agenten wirken kann, da Prinzipale bei starren Verträgen eher zum gesetzlichen Minimum tendieren, während flexible Verträge Spielräume für höhere leistungsabhängige Löhne bieten.
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