Bachelorarbeit, 2014
50 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Generation – ein facettenreicher Begriff
3 Klassiker der Generationenforschung
3.1 Karl Mannheim
3.2 Shmuel Eisenstadt
3.3 Norman Ryder
3.4 Kohorte, Altersgruppe, Generation
4 Moderne
4.1 Sozialer Wandel
4.2 Technischer Wandel
5 Generationen der Moderne
5.1 Generation Golf
5.2 Eine Trendwende in der Generationenforschung
6 Die Informationsgesellschaft
6.1 Mediengeneration
6.2 Gibt es die Mediengeneration?
7 Synthese
8 Implikationen für die Generationenforschung
9 Fazit
Die Arbeit untersucht den Bedeutungszuwachs des Generationsbegriffs in der Moderne und hinterfragt, inwieweit makro-strukturelle Veränderungen, wie sie durch die Informationsgesellschaft und neue Medientechnologien geprägt sind, auf das wissenschaftliche Konzept der Generationenforschung einwirken und dieses transformieren.
3.1 Karl Mannheim
Das von Mannheim in seinem paradigmatischen Aufsatz entwickelte Generationenkonzept entstammt sowohl der Wissenssoziologie als auch der Phänomenologie und identifiziert Generationen als Triebkräfte für gesellschaftliche Umwälzungen. Anders als vorangegangene Ansätze begreift Mannheims Konzept Generationen als kollektive Akteure oder kulturelle Träger sozialer Transformationsprozesse. Dadurch schafft er mit dem Generationsbegriff ein weiteres idealtypisches Konstrukt, neben den bereits etablierten Ansätzen der sozialen Klasse, Schicht, Ethnizität oder Konfessionszugehörigkeit (vgl. Becker 1997: 10; Herma 2009: 70; Mannheim 1964: 528). Die begrifflichen Eckpfeiler seiner Generationstheorie bilden die aufeinander aufbauenden Termini Generationslagerung, Generationszusammenhang und Generationseinheiten.
Die Bezeichnung der Generationslagerung wurde von Mannheim in Anlehnung an den Begriff der Klassenlage entwickelt. Er versteht darunter eine schicksalsmäßig verwandte Lagerung von Individuen im biologisch-rhythmischen Gefüge der jeweiligen Gesellschaft, fundiert durch Leben und Tod, begrenzte Lebensdauer und Altern. Anders formuliert attestiert er eine gefühlte Verbindung zwischen nahe liegenden Geburtenjahrgängen. Demzufolge ist man einzig „durch die Zugehörigkeit zu einer Generation, zu ein und demselben ’Geburtenjahrgang‘ […] im historischen Strome des gesellschaftlichen Geschehens verwandt gelagert“ (Mannheim 1964: 527). Dabei ist es sekundär, ob sich die Individuen dieser bewusst zuordnen oder dieser Zuordnung gegenüber unwissend sind. Die Generationslagerung bietet einen Fundus aus Chancen des gleichen Erlebens, Handelns sowie ähnlichen Auffassungsweisen und Reaktionsarten (vgl. Bude 2010: 428).
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die inflationäre Verwendung der Generationssemantik in den Medien und definiert das Ziel, diese Entwicklung auf wissenschaftliche Fundierung (insb. Mannheim) zu prüfen.
2 Generation – ein facettenreicher Begriff: Dieses Kapitel erläutert die bivalente Grundstruktur des Generationsbegriffs, der sowohl Wandel als auch Kontinuität stiftet und als Mittel der Komplexitätsreduktion dient.
3 Klassiker der Generationenforschung: Das Kapitel stellt die theoretischen Grundlagen der Generationenforschung dar, mit dem Schwerpunkt auf Karl Mannheims Konzept der historischen Generationen sowie Ergänzungen durch Eisenstadt und Ryder.
4 Moderne: Hier werden makrosoziologische Veränderungen betrachtet, insbesondere Individualisierung und technischer Wandel, die den Hintergrund für die heutige Bedeutung des Generationenkonzepts bilden.
5 Generationen der Moderne: Das Kapitel untersucht anhand der "Generation Golf" die konstruktivistische Trendwende in der Generationenforschung, bei der Lebensstil-Generationen in den Fokus rücken.
6 Die Informationsgesellschaft: Dieses Kapitel widmet sich der "Mediengeneration" und untersucht, ob digitale Medien einen neuen konjunktiven Erfahrungsraum für eine Generation im Sinne Mannheims bilden können.
7 Synthese: Die Synthese vergleicht die "Generation Golf" mit der "Mediengeneration" und arbeitet die Unterschiede in ihrer Konstruktion sowie die Grenzen des klassischen Konzepts heraus.
8 Implikationen für die Generationenforschung: Dieses Kapitel diskutiert die Herausforderungen für die Wissenschaft, sich in einem Feld zu behaupten, in dem mediale und essayistische Entwürfe die Deutungshoheit über Generationen zunehmend beeinflussen.
9 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Generationen als Kommunikationsprodukte zu verstehen sind, deren moderne Formate stärker auf ästhetischen bzw. technologischen Kristallisationspunkten basieren als auf den politischen Erfahrungen früherer Dekaden.
Generationen, Generationenforschung, Karl Mannheim, Sozialer Wandel, Moderne, Generation Golf, Mediengeneration, Digital Natives, Informationalismus, Generationslagerung, Individualisierung, Konsumgesellschaft, Identitätsbildung, Wissenssoziologie, Kohortenanalyse.
Die Arbeit untersucht den aktuellen Bedeutungsschub und die inflationäre Nutzung des Generationsbegriffs in der modernen Gesellschaft und prüft, ob moderne Konstruktionen wie die "Generation Golf" oder "Mediengeneration" wissenschaftlichen Standards der Generationenforschung standhalten.
Die zentralen Themenfelder sind die soziologische Theorie der Generationen (insb. nach Karl Mannheim), der Einfluss von Individualisierung und technischem Wandel auf Gesellschaftsstrukturen sowie die mediale Konstruktion von Generationsidentitäten.
Das Ziel ist die kritische Analyse, warum Begriffe wie "Generation Golf" oder "Mediengeneration" so populär geworden sind und ob sie – im Vergleich zu Mannheims klassischem Paradigma – tatsächlich spezifische Generationen im soziologischen Sinne beschreiben.
Der Autor wählt einen theoretisch-analytischen Ansatz. Er rezipiert klassische soziologische Theorien, kontrastiert diese mit aktuellen publizistischen Generationsentwürfen und reflektiert deren wissenschaftlichen Mehrwert bzw. deren Eigenschaft als "Generationssymptome".
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (Mannheim, Eisenstadt, Ryder) geklärt, anschließend die Modernisierungsprozesse analysiert und schließlich die zwei Fallbeispiele "Generation Golf" und "Mediengeneration" hinsichtlich ihrer Konsistenz und ihrer Bedeutung im heutigen Mediensystem geprüft.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Generationen, Generationslagerung, Individualisierung, technischer Wandel, Mediengeneration, Generationsidentität und Informationsgesellschaft charakterisiert.
Die "Generation Golf" wird als eine durch Konsumerfahrungen geprägte Erinnerungsgemeinschaft beschrieben, während die "Mediengeneration" vor allem durch ein technologisches Paradigma (Internetnutzung) definiert wird, was sie stärker auf eine technologische Dichotomie (z.B. digital natives vs. immigrants) ausrichtet.
Die Informationstechnik wird als Motor der Beschleunigung sozialer Wandlungsprozesse identifiziert. Sie dient als Kristallisationspunkt, um generationale Differenzen zu konstruieren, wobei der Zugang zu und die Kompetenz im Umgang mit Medien zunehmend als Basis für die Zuschreibung einer "Mediengeneration" herangezogen wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

