Bachelorarbeit, 2013
42 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Abgrenzung
2.1 Vielschichtigkeit und Bedeutung der Dopingproblematik
2.2 Definition von Doping
2.3 Förderung von Fair Play Werten als Mittel der Dopingbekämpfung
3 Verhaltensökonomische Modellierung der Dopingproblematik
3.1 Das 2 Spieler Doping Modell von Haugen
3.2 Das 2 Spieler Fair Play Modell von Eber
3.2.1 Die Integration von Fair Play Werten
3.2.2 Analyse der Fair Play Parameter
3.2.3 Zwischenergebnis 1
3.3 Berücksichtigung mehrerer Spieler
3.3.1 Modellerweiterung und Auswirkungen
3.3.2 Zwischenergebnis 2
4 Zusammenhang zwischen Fair Play Werten und Dopingverbreitung
4.1.1 Die sozialpsychologische Studie von Gneezy und Rustichini
4.1.2 Das formale Erklärungsmodell von Lin und Yang
4.1.3 Übertragung auf die Dopingproblematik
4.1.4 Zwischenergebnis 3
5 Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht verhaltensökonomisch, inwieweit die Förderung von Fair-Play-Werten als präventives Mittel gegen Doping im Hochleistungssport geeignet ist, um das klassische Doping-Gefangenendilemma zu überwinden.
3.1 Das 2 Spieler Doping Modell von Haugen
Grundlage der verhaltensökonomischen Modellierung der Dopingproblematik durch Haugen (2004) ist ein einfaches 2x2 Spiel. Zwei risikoneutrale Spieler treten in einem Wettkampf mit jeweils zwei möglichen Strategien gegeneinander an. Die beiden möglichen Strategien lauten Doping (D) oder Dopingverzicht (DV). Beiden Spielern steht dasselbe Dopingmittel zur Verfügung, welches bei beiden Spielern als gleichermaßen wirksam angenommen wird. Die Strategiewahl, d.h. die Entscheidung darüber, ob der Wettkampf von dem jeweiligen Spieler unter Zuhilfenahme von Doping oder unter Verzicht auf Doping geführt wird, erfolgt bei beiden Spielern gleichzeitig und unabhängig voneinander. Die Entscheidung fällt vor dem Wettkampf und das Spiel ist nicht wiederholbar. Aufgrund der Einmaligkeit der Entscheidung werden etwaige Erfahrungswerte der Spieler hinsichtlich der Strategiewahl des Gegners ausgeblendet.
Während Haugen dem Modell die Annahme zugrunde legt, dass die einseitige Einnahme des Dopingmittels durch einen Spieler dazu führt, dass dieser den Wettkampf mit Gewissheit gewinnt, wird hier davon ausgegangen, dass die einseitige Einnahme lediglich zu einer Erhöhung der Gewinnwahrscheinlichkeit des dopenden Spielers führt. Diese Änderung des Modells von Haugen ist einerseits geeignet, auch den von Haugen formulierten Einzelfall gewisser Gewinnwahrscheinlichkeit zu umfassen, andererseits wird das Modell verallgemeinert und eignet sich formal besser für die Zwecke dieser Arbeit.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Relevanz des Dopingproblems anhand prominenter Skandale und führt in die Thematik der Dopingprävention durch Fair-Play-Werte ein.
2 Abgrenzung: Dieses Kapitel definiert Doping im sportlichen Kontext und diskutiert die Bedeutung von Fair-Play-Werten sowie die ökonomische Relevanz des Sports.
3 Verhaltensökonomische Modellierung der Dopingproblematik: Das Kapitel überträgt die Dopingthematik in verhaltensökonomische Modelle, inklusive der spieltheoretischen Analyse unter Einbeziehung von Fair-Play-Werten und einer Erweiterung auf mehrere Spieler.
4 Zusammenhang zwischen Fair Play Werten und Dopingverbreitung: Hier wird der Zusammenhang zwischen der Verbreitung von Normverstößen und dem psychologischen Wert von Fair-Play mithilfe eines formalen Modells analysiert und auf den Sport übertragen.
5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Notwendigkeit, Prävention durch Bildung mit einem effizienten System aus Kontrollen und Sanktionen zu kombinieren.
Doping, Hochleistungssport, Fair Play, Verhaltensökonomie, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Prävention, Dopingbekämpfung, soziale Normen, Nash-Gleichgewicht, Gewinnwahrscheinlichkeit, Schneeballeffekt, Schuldgefühle, Schamgefühle, Modellierung.
Die Arbeit analysiert die Dopingproblematik im Hochleistungssport aus einer verhaltensökonomischen Perspektive, um zu bewerten, ob und wie Fair-Play-Werte als Mittel zur Prävention eingesetzt werden können.
Die zentralen Felder sind die spieltheoretische Modellierung von Dopingentscheidungen, der Einfluss moralischer Charakter-Parameter auf diese Entscheidungen und die Dynamik von Normverstößen.
Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der Dopingbekämpfung durch die Förderung von Fair-Play-Werten theoretisch zu fundieren und zu untersuchen, wie Sportler zu einer Entscheidung gegen Doping bewegt werden können.
Es werden verhaltensökonomische Ansätze und spieltheoretische Modelle (wie das Doping-Gefangenendilemma) genutzt sowie sozialpsychologische Erkenntnisse (Schneeballeffekt bei Normverstößen) formal integriert.
Der Hauptteil befasst sich mit der spieltheoretischen Modellierung nach Haugen und Eber, der Erweiterung auf Mehrspielersituationen und der Übertragung des Modells von Lin und Yang auf die Dopingproblematik.
Wichtige Begriffe sind Doping, Fair Play, verhaltensökonomische Modellierung, Nash-Gleichgewicht, soziale Normen und präventive Dopingbekämpfung.
Die Arbeit zeigt, dass mit steigender Anzahl der Spieler die Anforderungen an die Fair-Play-Werte steigen und das Koordinationsproblem zugunsten eines dopingfreien Sports komplexer wird.
Nein, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Fair-Play-Werte zwar einen wichtigen Beitrag leisten, aber auf absehbare Zeit die Optimierung von Kontrollen und Sanktionen weiterhin notwendig bleibt.
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